Fichtelberg

Rund um den Ochsenkopf

Ganze 1.024 Meter ist er hoch ist der Ochsenkopf: Jahrhunderte lang gingen die Menschen davon aus, dass er der höchste Berg des Fichtelgebirges ist. Erst vor rund 200 Jahren stellte man mittels modernerer Messmethoden fest, dass der benachbarte Schneeberg mit 1.053 Metern, geringfügig höher ist. Schon von weitem erkennt man den Ochsenkopf an der „dünnen, langen Nadel“, so der Ausspruch eines Berliners. 1958 wurde der Stahlbetonturm fertig gestellt, der damals nicht nur die Fichtelgebirgler mit Radiosendungen versorgte, sondern auch viele Bürger der damaligen DDR. Das eigentliche Wahrzeichen des Ber­ges aber ist der „Asenturm“, der Aussichtsturm des Fichtelgebirgsvereins e.V. mit Tagesgaststätte.

Das in Fels eingemeißelte Stierhaupt auf dem Berggipfel, das dem Berg den Namen verlieh, ist noch heute zu sehen. Woher es kommt? Viele Sagen ranken sich um den Berg. Am wahrscheinlichsten erscheint die Theorie, dass der Tier­kopf ein Zeichen der Alchemisten ist, die dem Planeten Merkur Quecksilber zuordneten. Erstmals wird der Name Ochsenkopf 1495 in Bergwerksakten ge­nannt: Gold, Silber, Zinn, Eisen, aber auch Quecksilber wurden abgebaut.

Heute ist der Ochsenkopf ein Naturerlebnis, das seinesgleichen sucht: Som­mers laden Radel- und Wanderwege, Downhillstrecken für Biker, ein Kletter­parcours oder Walderleben mit Einführung ins Ökosystem Natur sowie eine Sommerrodelbahn ein. Winters lockt ein gemütliches Skigebiet mit alpinen Skiabfahrten - inklusive längster Abfahrt Nordbayerns, Langlaufloipen und Rodelbahnen. Die vier Gemeinden Bischofsgrün, Fichtelberg, Warmensteinach und Mehlmeisel am Fuße des Okos, wie ihn Einheimische liebevoll nennen, bieten mit ihren Ferienwohnungen, Pensionen und 3- und 4-Sterne-Hotels preisattraktiven Urlaub für Wanderer, Sportler und Familien an.

Eine kulinarische Reise in den Kräutergarten am Ochsenkopf: Ampfer, Schlan­genknöterich, Zahnbürstel oder heimischer Bachsaibling - man glaubt gar nicht, was die Natur an Essbarem bereithält. Oder anders: Es ist teilweise in Vergessen­heit geraten. Jetzt haben Wildkräuterwirte in der Erlebnisregion Ochsenkopf im Fichtelgebirge ihre Küche unter das Motto „Essbares Fichtelgebirge" gestellt und kreieren sowohl gesunde als auch geschmacklich nuancenreiche Gaumenfreuden. Insgesamt haben sich 16 Hoteliers und Gastwirte im Landkreis zusammenge­schlossen, sechs davon sind in der Erlebnisregion Ochsenkopf zu finden.

Ganz nach der Formel: „Regional, saisonal und biologisch" lernten die ersten zertifizierten Wildkräuterwirte Deutschlands beim bekannten Wildkräuter-Papst und Sternekoch Jean-Marie Dumain aus Sinzig am Rhein ihr Handwerk. Bis zu 81 Wildkräuter- und -beerengattungen sprießen im Fichtelgebirge. Urlauber können an Kräuterwanderungen teilnehmen, um den Blick für die wilden Kräuter zu schulen. Anschließend wird unter fachkundiger Anleitung gekocht. Von Ampfer bis zum Zahnbürstel, vom Saibling bis zum Hirschwürstel genießt man hier den ureigenen Geschmack des Fichtelgebirges in einer naturbelassenen Landschaft.

Familie Hecht-Heusinger, die das Hotel Schönblick in Fichtelberg betreibt und die Initiatoren des Projekts sind, haben ihre Gastronomie unter das Motto „Essbares Fichtelgebirge" gestellt. Auf der Speisekarte findet man etwa Blattsalate mit Wildkräutern, Ziegenfrischkäse mit Lavendelhonig, lebendfrische Forellen aus dem hauseigenen Bassin, Saibling in Schlangenknöterich eingewickelt und in Kräuterbutter gebraten sowie Waldklee-Creme zum Nachtisch.

Hotel Schönblick, Fichtelberg, Tel. 09272/97800, www.hotel-schoenblick.de

Sehenswertes in Museen und Ausstellungen: Sollte das Wetter mal nicht so mitspielen, gibt es einiges zu sehen in den ver­schiedenen Museen. Spannende Einblicke in das Ökosystem Wald gewährt das Waldhaus in Mehlmeisel, das Freilandmuseum Grassemann zeigt im Schwärzer-Haus, wie die Bauern früher gelebt haben, mittelalterliches Bergbauflair verspricht das historische Silbereisenbergwerk in Fichtelberg, über 100 Jahre Automobilentwicklung dokumentiert das Automobilmuseum Fichtelberg, die Privatbrauerei Hütten in Warmensteinach bietet Führungen an und zum Shopping laden die Outlets auf der rund 40 Kilometer entfernten Porzellanstraße ein.

 

Kontakt

 

Tourismus GmbH Ochsenkopf

Gablonzer Straße 11, D-95686 Fichtelberg

Service-Telefon 0180 / 56 56 56 l (14 cents/Min), www.erlebnis-ochsenkopf.de

 

Von Susanne Heiss.

 

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