München

Der „Blaue Reiter“ im goldenen Glanz, eine Reise zum Lifestyle Event in München

Der Blaue Reiter ist zurück: Die Fassade des neuen Anbaus des Lenbachhauses leuchtet in Gelb- und Goldtönen und passt sich harmonisch in das Ambiente der Propyläen am Königsplatz ein. Die Sanierung der alten Villa und der Erweiterungsbau mit seinen goldglänzenden Messingstäben, entworfen von Sir Norman Foster, sind gelungen und bieten eine spannende Unterkunft für die Sammlung des „Blauen Reiters“. Für Helmut Friedel, dem Direktor der Städtischen Galerie ist mit der modernen Umsetzung der Renovierung und Vergrößerung ein Traum in Erfüllung gegangen.

Beim Betreten des Museums empfängt die bombastische Ouvertüre, der zu Glas erstarrte Wirbelsturm von Olafur Eliasson. Raffiniert ist, dass die Außenmauer der alten Villa in das neue Gebäude integriert wurde. Wo kann man schon in einem Innenraum um ein anderes Haus herumgehen? Bis das Lenbachhaus mit seinem Erweiterungsbau in seiner jetzigen Größe fertiggestellt war, dauerte es vier Jahre.

Im Erdgeschoss, in der alten Empfangshalle, bringt Erwin Wurm mit seinen Objekten die Betrachter manchmal zum Schmunzeln und dabei genießt man einen Blick in den prächtigen italienischen Garten, der von Franz von Lenbach angelegt worden war.

Klare Linien in den Ausstellungsräumen sind maßgebend für „Kunst nach 1945“. „Zeige deine Wunde“ von Joseph Beuys, war ein Stein des Anstoßes, als dieses Objekt 1979 angekauft wurde. Einige Kunstexperten, die sich despektierlich über das Objekt geäußert hatten, wollen davon heute allerdings nichts mehr wissen. Im Laufe der Zeit sind noch weitere Beuys Kunstwerke hinzugekommen. Große Namen wie Gerhard Richter, Anselm Kiefer, Maria Lassnig, Thomas Demand, Isa Genzken, Wolfgang Tillmans und Rosemarie Trockel ergänzen die Ausstellung der Moderne. Die kraftvollen Farben der Wandzeichnungen bei Sol LeWitt setzen Akzente. Die kraftvollen Farben der Wandzeichnungen setzen Akzente.

Bei Kindern sind die Schaukeln „Never again“ von Monica Bonvicini besonders beliebt. Ein Kind erklärte seiner Mutter: „Du kannst weiter durch das Museum gehen, ich bleibe da“.

Die Ausstellung der „Blaue Reiter“ im neuen Ambiente ist fröhlich und farbenfroh. Die Bilder kommen auf den in verschiedenen Farben in Moiréseide bespannten Wänden, die genau auf die Kunstwerke abgestimmt sind, schön zur Geltung. Um das Gemälde „Blaues Pferd“ von Franz Marc zu bestaunen, kommen sie alle, die Münchner und die Touristen, es ist einer der Hauptanziehungspunkte. Bilder von Wassily Kandinsky, August Macke, Paul Klee und Gabriele Münter sind nicht weniger eindrucksvoll, sie ergänzen die Ausstellung in Perfektion. In den Kandinsky-Sälen kommen seine Abstraktionen in kräftigen Farben zu besonderer Geltung. Ein ganz spezielles Bild ist der Tänzer Sacharoff von Jawlensky. Die tiefgründigen Augen verfolgen den Betrachter durch den Raum.

„Den Namen „Der Blaue Reiter“ erfanden wir am Kaffeetisch in der Gartenlaube in Sindelsdorf. Beide liebten wir Blau, Marc – Pferde, ich – Reiter. So kam der Name von selbst,“ sagte Wassily Kandinsky. Die Gruppe wurde dann 1911 in München gegründet. Zu den Mitgliedern gehörten August Macke, Gabriele Münter, Alfred Kubin und Paul Klee. Die Gruppe war zu einer der wichtigsten Künstlergruppen der Moderne avisiert.

Das Lenbachhaus, wie alles begann?

Im 19. Jahrhundert wurde das Lenbachhaus als toskanische Villa für den Malerfürsten Franz von Lenbach gebaut. Heute verdankt das Museum seinen Weltruf der Sammlung des „Blauen Reiters“. Das 18. und 19. Jahrhundert ist mit Gemälden der Münchner Schule, des Jugendstils und der Neuen Sachlichkeit vertreten.

Im gegenüberliegenden Kunstbau, im Untergrund neben dem U-Bahnhof, findet zurzeit eine Ausstellung von Josef Albers, Marcia Hafif, Thomas Scheibnitz und Michael Majerus statt.

Im Café und Restaurant „Ella“ im goldenen Bau des Lenbachhauses sagt ein Schild ganz amerikanisch: „Please wait to be seated“. Und es funktioniert – sofort wird man freundlich an den Holztischen und Stühle platziert. Sie stehen in klaren Linien im Kontrast zu der großen hellen Fensterfront mit Blick auf die Terrasse. Dort laden die roten, grauen und schwarzen Tische und Stühle zu einer kleinen Kunstpause ein. Auf der Speisekarte werden Pasta, Nudeln, Toast und Sandwiches angeboten. Auch eine große Auswahl an Kuchen lockt den Genießer. Hier kann man bei einem Drink entspannen und anschließend weiter durch die Erlebniswelt der Kunst bummeln.

Lenbachhaus, Luisenstraße 33, D-München, Bus 100 (Museumslinie), U-Bahn U 2 Haltestelle Königsplatz. Öffnungszeiten Di bis So 10 bis 20 Uhr; Eintritt 10 Euro, 5 Euro ermäßigt, Audioguide im Preis enthalten. Jahreskarte 20 Euro, freier Eintritt für Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. www.lenbachhaus.de 

Heidi Pflanzelt ReiseTravelEin Beitrag für ReiseTravel von unseren Autorinnen Heidi Pfanzelt,

Sie lebt und arbeitet in München.

 

Gabi Dräger,

Gabi Dräger ReiseTravel
 

Sie lebt und arbeitet in München. Sie zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Hotels & Restaurants. gabi@reisetravel.eu

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