Günzburg

Tausend Mal dasselbe Lied zur Reise in das Legoland

Reise in das Land der Phantasie: Die Kennmelodie im Legoland Günzburg läuft bis zu 12 Stunden täglich als Endlos-Schleife - gnadenlos. Nur ab und zu unterbrochen von einer Suchmeldung, wenn die kleine verloren gegangene Lela F. zur Hauptbühne kommen soll, weil dort ihre Mutter dem Nervenzusammenbruch nahe ist. Nicht wissend, dass solcherlei Aufrufe stets innerhalb weniger Minuten mit Erfolg beschieden sind, denn die 70 Hektar bebaute Fläche sowie die rund 1,4 Millionen Besucher jährlich (Insider-Schätzung) werden höchst professionell bespielt.

Ein kleiner Wermutstropfen sind die so genannten Nebenausgaben - die haben es in sich, weil die Verführungskünste zahlreicher Shops, Imbiss-Stuben und Getränke-Stationen die Widerstandskraft selbst hartleibiger Eltern innerhalb kürzester Zeit egalisieren. Extragebühren wie etwa für Wasserbomben oder fürs „Goldschürfen“ kommen ohnehin noch dazu.

Alles andere im Legoland zwischen Ulm und Augsburg strapaziert die Nerven auf recht angenehme Art und Weise. Das gute alte Miniland mit nachempfundenen Innenstädten aus Lego-Steinen im Maßstab 1:20 bis 1:50 (insgesamt 55 Millionen Stück sind es im ganzen Park) ist noch immer die zentrale Attraktion, umgeben von technisch hochwertigen, Personen befördernden Spielereien internationalen Zuschnitts wie z. B. die  „Techno Schleuder“. In der Kopie einer Lego-Fabrik wird die Kundenbindung verstärkt, weil man bei der Herstellung zusehen kann. Fortbildungscharakter haben eine Fahrschule mit Theorie und Praxis in Elektroautos sowie das Lego Mindstorm Center, wo kreative Kinder einen Roboter programmieren oder im Testcenter gleich nebenan Hochhäuser bauen.   

Zum 55. Jubiläum des guten alten Lego-Steins im Jahr 2013 ist das Reich der Pharaonen mit der „Tempel X-pedition“ neu hinzugekommen. In Jeep-ähnlichen Gefährten durchkreuzt man die Welt des alten Ägypten und soll mit einer Lichtpistole möglichst viele Punkte treffen, die u. a. auf Schatzkisten, Mumien oder in Grabkammern angebracht sind. Die 6.000 m² große Einheit wird von einer fünf Meter hohen Pharao-Statue dominiert, gebaut aus 275.000 Lego-Steinen. Neu ist ein Riesen-Oktopus in der Unterwasserwelt „Atlantis“, der sich gemeinsam mit den anderen 200 Fischen und Säugetieren wundert, was die vielen Legosteine im Aquarium sollen - eine gute Frage. Im Miniland steht neben den lebensgroßen Star-Wars-Figuren Darth Vader und Darth Maul nun auch Jedi Meister Yoda, als Fotopoint für nette Erinnerungsfotos bestens geeignet.   

Beliebt sind die vielen Sonderveranstaltungen, weil sie einen gewissen Erholungswert haben - denn die Laufstrecken im Legoland sind nicht ohne. Eine Entspannung der Beinmuskulatur bewirken kurze Auftritte z. B. eines Teams vom Chinesischen Staatszirkus oder jene vom Unterhaltungskünstler Tobi, der innerhalb von Minuten eine wunderbare Stimmung produziert und das Publikum aktiv mit einbindet. Im 4D-Kino regnet und schneit es passend zum Animations-Film „Legends of Chima“ und der strenge Geruch eines Film-Pubsers ist tatsächlich wahrnehmbar, könnte aber ebenso aus den eigenen Sitzreihen kommen. In der zweiten Septemberhälfte laufen das „Heldenwochenende“ und Ende Oktober die Halloween-Wochen.        

In Verbindung mit den acht Abenteuerwelten vom Land der Ritter über „Imagination“ mit seinem Aussichtsturm (um die Achse drehender Aufzug, 65 Meter hoch) bis zum Land der Piraten mit feucht-fröhlicher Wasserschlacht will ein einziger Besuchstag gut durchgeplant sein.

Apropos Wasser: Diverse Wasserspielplätze werden bei höheren Temperaturen von allen Altersstufen genutzt und bringen eine angenehme Abkühlung, denn in den Warteschlangen kann es in wenigen Minuten recht heiß werden - die Wände bestehen großteils aus Beton mit Kunststoffverkleidung. An Spitzentagen im Sommer kommen bis zu 20.000 Besucher  nach Günzburg, da kann es leicht Wartezeiten rund um eine halbe Stunde geben.

Bei Essenspausen hilfreich sind die erweiterten Hinweise auf Gerichte mit wenig Kalorien, Fett und Salz. Die Angabe von Zuckerwerten fehlt noch, vielleicht weil das  rein umsatztechnisch kontraproduktiv wirken könnte. Denn viel Ess- und Trinkbares enthält Unmengen von Zucker.   

Die Liebe zum Detail zieht sich durch den ganzen Erlebnispark - Kinderfinder-Armbänder mit Handynummer der Eltern sind praktisch, der Hipp Baby Service ist es auch. Schließfächer, Briefmarken-Automaten, Telefon, alles da. Sogar ein „Hundehaus“ zur vorübergehenden Aufbewahrung von Vierbeinern steht zur Verfügung, wenn man den Impfpass dabei hat. Die Raucherinseln mal ausgenommen: Das absolute Rauchverbot macht sich im gesamten Gelände atmosphärisch positiv bemerkbar.        

Neu im Feriendorf gleich neben dem Spielgelände (mit eigenem Hintereingang) ist die monumentale Ritterburg mit 32 Appartements auf Viersterne-Niveau, umgeben von 72 Appartement-Häusern. Innerhalb von fünf Jahren wurden dort gut 800 Gästebetten errichtet und nächstes Jahr kommen noch einmal 300 Ritterburg-Betten  in getrennten Zimmern für Eltern und Kinder dazu. Schon in Betrieb sind 12 Ritterzelte mit je 6 Schlafplätzen (vor allem für Gruppen gedacht) und ein Campingplatz mit 175 Stellplätzen. 2 Restaurants, Bowlingbahnen, ein Hochseilgarten mit Seilrutsche, ein kleiner See, mehrere Abenteuer-Spielplätze sowie der Minigolf-Parcours nebst Fußballplatz bilden zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten speziell außerhalb der Legoland-Öffnungszeiten. Die enorme Beliebtheit des Feriendorfes ist der witzigen und zugleich funktionellen Ausstattung zu verdanken, genauso wie den günstigen Preisen: 1x übernachten für 2 Erwachsene mit 2 Kindern kostet ab € 76, inklusive Frühstück und 4x Parkeintritt sowohl für den Ankunfts- als auch für den Abreisetag.       

ReiseTravel Fact: Das Legoland wurde 2002 eröffnet und gehört seit 2005 zur Merlin-Entertainments Group mit Sitz in Großbritannien. Diese betreibt 98 Einrichtungen in 22 Ländern. 21.000 Mitarbeiter kümmern sich um 54 Millionen Besucher pro Jahr, das ist nach Disney Platz zwei weltweit. Legoländer gibt es auch in Dänemark, England, Kalifornien, Florida und in Malaysia.  

ReiseTravel Service:

Öffnungszeiten: Bis 3.11.2013 und ab 5.4.2014. Täglich 10 bis 18 Uhr, an Wochenenden zumeist 19 Uhr, Große Ferien 20 Uhr, bei Sonderveranstaltungen wie „Lange Nächte“ mit Riesenfeuerwerk bis 22 Uhr.

Eintritt: 39,50 Euro Erwachsene, Kinder 3-11 zahlen 35 Euro. Zahlreiche Ermäßigungen bei Online-Buchung, z. B. Familienkarte für 87,10 Euro (2 Erwachsene mit 2 Kindern) oder Jahreskarte (ab 65 Euro). Online-Frühbucher: 9-10 Euro pro Person billiger. Parkplatz 6 Euro extra. Geburtstagskinder bis 11 frei.

Anfahrt: PKW: Ausfahrt BAB 8 Günzburg zwischen Ulm und Augsburg, gut ausgeschildert. Bahn: Günzburg und Shuttle ab Bahnhof zum Haupeingang.                                                                                                                                   

Ein Beitrag für ReiseTravel von Theo Reisner, teo-redaktionsbuero.com

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