Leipzig

Klangvoller Weg

Für Kulturfreunde ist Leipzig seit jeher eine wahre Fundgrube: So können Gäste der Messestadt die Gaststätte „Auerbachs Keller“ aufsuchen, in welcher der Sage nach schon Doktor Faust und Mephisto einkehrten. Das monumentale Völkerschlachtdenkmal erinnert derweil sowohl an den Kampf gegen Napoleon im Jahr 1813 als auch an den Aufmarsch der Nazis, und dies leider nicht nur zur NS-Zeit. Von dort oben sieht man zudem die Red Bull Arena, die vor ihrem Umbau im Jahr 2006 als Zentralstadion zeitweise das weltgrößte Fußballstadion war. Ach ja, Fußball! Beim Anblick der Arena kommen die Erinnerungen an glorreichere Zeiten hoch: Leipzig stellte 1902/03 den ersten deutschen Fußballmeister und war auch Gründungsort des DFB. Vom 91 Meter hohen Völkerschlachtdenkmal sehen nicht nur Fans des runden Leders interessante Bauwerke. So ragt in Sichtweite auch der MDR-Turm auf. TV-Hits wie „In aller Freundschaft“ stammen eben auch aus Leipzig.

In Erinnerung an die musikalischen Wurzeln lädt Leipzig dazu ein, die Sachsen-Metropole neu zu erkunden. Ein Wanderweg führt zu Wirkstätten bedeutender Komponisten.
Doch egal ob Literatur oder Historie, Sport oder Medien: Leipzig-Besucher kommen nicht daran vorbei, die Bedeutung der Musik für die Sachsen-Metropole zu erleben. So gehört das Gewandhausorchester zu den international renommiertesten Musikkörpern, und der weltberühmte Thomanerchor ist nicht nur dafür bekannt, dass Johann Sebastian Bach einst als Kantor dort tätig war; eine Handvoll der singenden Jungen schaffte es als Die Prinzen sogar an die Spitze der Popmusik.  Die musikalische Prominenz reißt nicht ab. So lebten Gustav Mahler, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner sowie Robert und Clara Schumann in Leipzig. Und auch aktuell aktive Künstler wie DJ Paul Kalkbrenner, die Tokio-Hotel-Jungs Bill und Tom Kaulitz, Rammstein-Frontmann Till Lindemann oder DDR-Rocklegende Klaus Renft sind mit der Stadt verbunden.
Bei so viel Prominenz und musikalischer Geschichte überrascht es wenig, dass es sich Leipzig zum Ziel gesetzt hat, diesen ohnehin wichtigen Aspekt noch stärker in den Vordergrund rücken zu wollen. Dies hat sich vor allem die Initiative Leipziger Notenspur auf die Fahne geschrieben.
Um die Relevanz der Musik für die von Weißer Elster, Pleiße und Parthe durchquerten Großstadt zu betonen, hat die Initiative ein Projekt gestartet, dass Einheimische wie Touristen interessieren dürfte: die „Leipziger Notenspur“. Dabei handelt es sich um eine im Mai so feierlich wie offiziell eröffnete Wanderstrecke, auf deren Weg 800 Jahre Musikgeschichte in Leipzig erlebbar gemacht werden. Wer sich auf die 5,3 Kilometer lange Strecke begibt, passiert die wichtigsten musikhistorischen Schauplätze der Stadt. Zu den 23 Stationen des Weges gehören die Edvard-Grieg-Begegnungsstätte, das Wagner-Denkmal, die Oper Leipzig, die Nikolaikirche, der MDR-Kubus für den Rundfunkklangkörper und viele weitere Sehenswürdigkeiten. Um den Faden zwischen den Wohn- und Wirkstätten der Komponisten nicht zu verlieren, wurde eine Spur aus geschwungenen, ebenerdigen Edelsteinintarsien und Informationstafeln errichtet, die von einer Attraktion zur nächsten geleitet.
Natürlich kann und sollte Musik nicht nur über Bilder und Bauten vermittelt werden. Darum wurde die Notenspur um ein Hörsystem ergänzt. Auf dem Augustusplatz befindet sich ein Basispylon, der über das Projekt informiert, und an allen 23 Stationen wurden passende Stelen errichtet. An diesen sind Telefonnummern angebracht. Wer die Ziffern im Handy eingibt, hört passende Klanginstallationen. Langeweile kommt somit nicht auf. Und auch Kinder dürfen beruhigt sein: Die Strecke gibt es nämlich auch in einer Variante für sie. Zumindest die ersten Ergänzungen, wie eigens für die Kleinen konzipierten Klangbeispiele, sind bereits fertiggestellt. Ein Quiz und ähnliche Dinge werden noch eingeführt. Auf der „Kleinen Leipziger Notenspur“ kommen also auch Mädchen und Jungen, denen die reine Besichtigung der Bauten vermutlich langweilig werden dürfte, voll auf ihre Kosten. Die ermüdeten Eltern können derweil ja in einem der zahlreichen Cafés einkehren und ein „Scheelchen Heeßen“ (Kaffee) oder einen „Echten Leipziger Allasch“ (Kümmel-Likör) zu sich nehmen.
Mit der „Notenspur“ will die Initiative übrigens – mit Unterstützung von Stadt und Universitäten Leipzig – in die Liste des Unesco-Kulturerbes aufgenommen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Spur in den kommenden Jahren um zwei weitere Strecken ergänzt. Eine mit fünf Kilometern nur unwesentlich kürzere Route heißt „Leipziger Notenbogen“. Diese führt ergänzend zur Hauptstrecke durch die Gründerzeitviertel und Parkanlagen westlich der Innenstadt. Stationen sind der Nikischplatz, der an den Chorleiter Arthur Nikisch erinnert, oder die einstige Blüthner-Pianoforte-Fabrik.
Und wer sich lieber auf sein Fahrrad schwingt, als die Sohlen zu beanspruchen, der kann dann einmal das „Leipziger Notenrad“ erkunden. Hierbei handelt es sich um satte 36,6 Kilometer, die per Drahtesel besucht werden können. Wer diese Route nutzt, verlässt das Zentrum und radelt, entlang ausgedehnter Grünbereiche und Wasserläufen, durch die Vorstädte. Auch dort befinden sich musikhistorisch interessante Orte, wie die Blindenmusikbibliothek, das Rittergut Kleinzschocher, in dem am 30. August 1742 Bachs „Bauernkantate“ uraufgeführt wurde, oder das Gohliser Schlösschen, in dem von 1950 bis 1985 das Bach-Archiv Leipzig beheimatet war. Zudem soll unter dem Namen „Notenszene“ eine Austauschplattform für aktive Jazz bis Rockkünstler geschaffen werden.
Man darf gespannt sein, was da entsteht. Die Leipziger zumindest sind begeistert: Der von der Stadt beigesteuerte Projektetat von 100.000 Euro wurde um bislang 50.000 Euro Spenden aufgestockt. Bei so einem Projekt klingen die Münzen so schön wie Bachs Kompositionen.

Tipp für die Nacht: Wer die „Notenspur“ bewandert, sollte auch in einem Hotel nächtigen, das in einer nach einem Komponisten benannten Straße liegt. Wie das Park Hotel der Sea­side-Gruppe. Das inhabergeführte Familienunternehmen betreibt Resorts auf Gran Canaria und Lanzarote, in Hamburg und Chemnitz. Und eben in Leipzig. Das dortige Haus wurde erstmals 1913 eröffnet und zählt somit zu den ältesten Hotelgebäuden der Stadt. Ab 1993 wurde es liebevoll saniert, ohne sein Flair zu verlieren. Seit 1995 unter Seaside-Logo, überzeugt es Geschäftsreisende wie Urlauber gleichermaßen. Denn das 4-Sterne-Haus liegt zentral im Zentrum der Altstadt, lediglich 100 Meter vom Hauptbahnhof entfernt, und begeistert mit Aussehen wie Ausstattung. Die denkmalgeschützte Jugendstilfassade umhüllt 288 Zimmer im Art-Déco-Stil, jeweils ausgestattet mit Klimaanlage, WLAN, TV und Co. Der Körper wird im Wellness-Bereich mit Sauna, Solarium und Whirlpool verwöhnt, der Gaumen im Restaurant „Steaktrain“, das einem historischen Speisewagen gleicht und verschiedene Fleischspezialitäten vom heißem Lavagrill anbietet. Den Absacker gibt es dann im „Nikolai Bistro“, zum Beispiel einen Rotwein aus Sachsen. Trotz der Historie ist das Park Hotel innovativ: Wer auf 24-Stunden-Service verzichtet, bucht beim Angebot „abito suites Leipzig“ via EC-Automaten kostengünstig eine der 18 (Junior-)Suiten. Das hat auch was!

SEASIDE PARK HOTEL - Richard-Wagner-Str. 7, D-04109 Leipzig, www.parkhotelleipzig.de

Von Christian Schmidt, www.bfs-presse.de

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