Daun

Daun in der Vulkaneifel

Daun ist das Herz der Vulkaneifel: Umgeben von einem Kranz hoher vulkanischer Berge, die noch von einstiger feuriger Aktivität künden, bietet diese rund 8.500 Seelen zählende Kreisstadt eine Fülle an Geschichte und Kultur, an Natur und aufsuchenswerten Sehenswürdigkeiten.

ReiseTravel befragte Thomas Räthlein, Vertriebsleiter Gesundland Vulkaneifel, D-54550 Daun:

Daun – Ist das eine alte Stadt?

Ja. Eine „Gründungsurkunde“ kann dieser Ort nicht aufweisen, auch wenn zahlreiche Funde, Grabstätten, historische Zeugnisse aus der Kelten- und Römerzeit auf eine jahrtausendlange Besiedlung schließen lassen. „Duron“ nannten die Kelten diesen Ort am Fuße eines steilen und erloschen vulkanischen Basaltkegels, was soviel bedeutet wie „Zaun, Sicherung, Wall um eine Siedlung“. „Dunum“ nannten dann ab 50 vor Christus die Römer ihren Stützpunkt inmitten der Ardennen, die sie mehrere Jahrhunderte lang als Wachpunkt nutzten. Und so wie ab dem 10. Jahrhundert sich der Begriff „Ardennen“ in Eifel wandelte, so wandelte sich „Dunum“ in Dun, Dün, Daun.

Und erneut wurde der steile Berg zum Standort einer mittelalterlichen Burg, auf der ab dem Jahre 1000 dann viele Jahrhunderte einflussreiche Herren und Grafen die Geschicke des sehr großen Amtes Daun leiteten.

Landschaft am Maar

Bedeutsam war Daun, sowohl als Grenzsicherungsort des Trierer Kurfürstenstaates hin zum Erzbistum Köln als auch als Markt- und Hochgerichtsort. Noch heute künden ein Pranger und eine mittelalterliche Gerichtsstätte davon.

Einflussreich war Daun, weswegen ihm der deutsche König bereits im Jahre 1337 die Stadtrechte und 1346 ein eigenes Marktrecht mit selbständigen Maßen und Gewichten verlieh.

Entsetzliche Zeiten brachte der Dreißigjähriges Krieg mit sich. In seinem Gefolge die alles vernichtende Pest. Die Eifel war nach dem Frieden 1648 über die Hälfte ausgestorben und verwüstet. Auch die Dauner Burg hatte große Schäden erlitten. Und immer wieder fielen in diesem Jahrhundert feindliche Heere in den Dauner Raum, auch die französischen Truppen Ludwig des XIV. die 1689 die Dauner Burg mitsamt den übrigen linksrheinischen Burgen zerstörten.

Der Dauner Adel war verarmt, die Burg ruinös. So wanderte das Dauner Grafengeschlecht aus nach Wien, kam dort zu höchsten Ehren. Besonders rühmlich tat sich Graf Leopold von und zu Daun (1705 bis 1766) hervor, ein sehr enger Freund der Kaiserin Maria Theresia. Für sie besiegte Leopold mehrmals den Preußenkönig Friedrich, wurde deshalb geadelt, zum Feldmarschall ernannt, wurde Vizekönig von Neapel, Erster Ordensträger des für ihn gestifteten Maria-Theresia-Ordens. Welche Achtung er genoss, erkennt man auch an seiner Grablege, in der Kaisergruft zu Wien. In der Stadt seiner Vorfahren erinnern an ihn noch Wappenschilde und ein Straßennamen. Und in seinem Stammhaus, der Dauner Burg, dokumentiert  heute das Schlosshotel „Kurfürstliches Amtshaus“ nicht nur Geschichte, sondern verwöhnt auch jeden Gast mehr als „gräflich und fürstlich“.

In der Zeit zwischen 1794 bis 1815 war Daun von französischen Revolutionstruppen besetzt. 1815 wird Daun aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses Teil des Königreiches Preußen und seiner Bedeutung wegen zur Kreisstadt ernannt mit Sitz eines Landratsamtes. Mehrmals weilten preußische Kaiser und Angehörige des Königshauses in Daun und erfreuten sich an der Gastfreundschaft der Bewohner als auch an der Schönheit einer einladenden Landschaft.

Entsetzlich wütete das Ende des Zweiten Weltkrieges. Über die Hälfte der Stadt lag infolge zahlreicher Bombenangriffe in Schutt und Asche. Aber wie der Phönix aus der Asche, so erholte sich auch Daun, das seit 1946 Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz ist. Aufbauwille und Fleiß der Bevölkerung ließen die Schäden der Stadt beseitigen und gestalteten sie zu einer bedeutsamen touristischen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Kreisstadt.

Wer „Daun“ hört oder liest, denkt unmittelbar an den jüngsten Vulkanismus in Deutschland, an die Augen der Eifel, die Einmaligkeit der vulkanischen Seen, der Maare, in denen er schwimmen oder sich des kulturellen Genusses „Klassik auf dem Vulkan“ hingeben kann. Er denkt aber auch an den „schönsten Wanderweg der Welt“, wie Manuel Andrack den wirklich traumhaften „Lieserpfad“ nannte, oder an den „Eifelsteig“, der sich wohl zu einem der schönsten Wanderwege Deutschlands entwickelt. Mit der Nennung des Namens Daun ist aber genau so der „Maare-Mosel-Radweg“ verbunden, ein Geheimtipp für alle Fahrradfreunde, oder die zahlreichen Mineralquellen, die allüberall dem Boden entspringen und mit zu den geschichtlich wertvollsten Heilquellen zählen. Denn bereits vor 500 Jahren widmeten die Wissenschaftler Jacobus Theodorus Tabernaemontanus (1522 bis 1590) und Dr. Joannes Guinterius Andernacus  (1505 bis 1574) diesen Quellen seitenlange Kommentare. Wer sie nicht bei entspannenden Spaziergängen durch das „Gesundland Eifel“ aufsuchen möchte, kann das prickelnde Heilwasser „Dunaris“ auch überall erwerben.

Apropos Thema „shoppen“. Fachgeschäfte, Cafés oder Restaurants finden sich Fülle in der kleinen Stadt Daun, alle bereit, jeden zu beraten oder zu verwöhnen. Ein kluger Mann schrieb einmal: „Wer Daun nicht kennt, kennt die Eifel nicht!“ Wie Recht er doch hatte!

ReiseTravel: Vielen Dank Herr Thomas Räthlein

Die Anreise ist relativ einfach: Ob mit eigenem Auto oder den Zügen der Deutschen Bahn. Immer in Richtung Koblenz fahren und von hier geht es weiter mit der Regio-Bahn oder per Bus in die einzelnen Orte.

ReiseTravel Fact: Daun ist eine Reise wert und natürlich auch eine Übernachtung. Wellness, Ferien, Rad oder Wandertouren, für fast jeden ist etwas dabei. Das Gesundland Vulkaneifel ist ein attraktives Reiseziel.

Gesundland Vulkaneifel, Leopoldstraße 5, D-54550 Daun, www.gesundland-vulkaneifel.de 

Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH – Löhrstrasse 103, D-56068 Koblenz, www.rlp-info.de  

Von Gerald H. Ueberscher 

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