Lima

Deutschland ist Perus wichtigster europäischer Handelspartner

Der Botschafter der Republik Peru in Deutschland und das peruanische Ministerium für Au?enhandel und Tourismus (PROMPERÚ) haben die Eckdaten der wirtschaftlichen und touristischen Verflechtung sowie des internationalen Handels zwischen Deutschland und Peru vorgestellt: Deutschland ist der wichtigste europäische Handelspartner von Peru und einer der weltweit wichtigsten fünf Bezugsmärkte von peruanischen Exportprodukten. Der Botschafter der Republik Peru in Deutschland, José Antonio Meier, betont die „umfangreichen und sicheren Investitionsbedingungen, die für deutsche Investoren auch nach einem Jahrzehnt erfolgreicher deutscher Investitionen in dem Land herrschen. Das Interesse richtet sich aktuell auf den Bau des U-Bahnnetzes in der Hauptstadt Lima und den Flughafen von Cusco, wie auch ein jüngster Besuch einer Delegation deutscher Unternehmer in Peru zeigt“.

Die historischen Beziehungen beider Länder reichen bis ins Jahr 1853 zurück und aktuell sind in Peru eine Reihe deutscher Institutionen und Mittlerorganisationen, wie z. B. das Goethe-Institut in Lima, die deutsch-peruanische Alexander von Humboldt Schule, das „Colegio Reina del Mundo“, die deutsch-peruanische Handelskammer und verschiedene politische Stiftungen tätig. Die beiden Länder verbindet auch eine intensive internationale Zusammenarbeit, die sich für den Zeitraum 2012-2013 auf rund 234 Millionen Euro beziffert. Auch in Bereichen wie Tourismus und Gastronomie bestehen wirtschaftlich relevante Verflechtungen, die nachstehend anhand aktueller Zahlen verdeutlicht werden.

Die Anzahl ausländischer Besucher ist von 1,5 Millionen im Jahr 2005 auf 2,5 Millionen im Jahr 2011 gestiegen. Für das Jahr 2012 ist ein Wachstum von rund 8,8 Prozent prognostiziert.

17,4 Prozent der Besucher kommen aus Europa; 12,6 Prozent der Touristen sind Deutsche. Die Deutschen befinden sich damit an vierter Stelle der Besucher aus Europa, hinter Spanien, Frankreich und Großbritannien; allerdings machten die Deutschen in der Statistik des peruanischen Ministeriums für Au?enhandel und Tourismus für das erste Quartal des aktuellen Jahres die drittstärkste Gruppe der europäischen Touristen aus.

Das Profil deutscher Urlauber in Peru: Zwischen 25 und 34 Jahren (36 Prozent aller deutschen Besucher, gefolgt von der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen mit einem Anteil von 19 Prozent), wohnhaft in einer Großstadt (14 Prozent der Besucher kommen aus München und 9 Prozent aus Berlin) und mit gehobenem Bildungsniveau.

Lima und Cusco (Machu Picchu) sind bei Deutschen die beliebtesten Reiseziele in Peru. 92 Prozent der Besucher unternehmen kulturelle Aktivitäten während ihrer Reise. Im Durchschnitt verbringen die Deutschen 18 Übernachtungen in Peru. 80 Prozent der deutschen Touristen würden dieses Land für eine Reise weiterempfehlen.

Gastronomie in Peru: Im Jahr 2011 wurde die peruanische Gastronomie von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zum Kulturerbe Amerikas („Patrimonio Cultural de las Américas“) erklärt. Peru ist das Land mit den weltweit meisten landestypischen Gerichten, und die Stadt Lima hat sich jüngst zu einem gastronomischen Zentrum für ganz Südamerika entwickelt.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Anzahl peruanischer Restaurants in aller Welt vervielfacht. Zwei der in Lima ansässigen Restaurants wurden in diesem Jahr in die anerkannte San-Pellegrino-Liste der 100 besten Restaurants der Welt aufgenommen.

Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Fusion unterschiedlicher Kulturen: Eine Küche, die das Beste aus jeder Region vereint, befindet sich auf dem Weg zur kulinarischen Perfektion. Isabella Falco, Leiterin der Abteilung Auslandsimage Peru bei PROMPERÚ, erklärt: „Die Küche unseres Landes ist so reich und vielfältig, dass man über ein ganzes Jahr hinweg an jedem Tag ein anderes landestypisches Gericht kosten könnte.“

Das peruanische Stargericht ist Cebiche, das von der Regierung Perus zum Kulturerbe der Nation erklärt wurde. Dabei handelt es sich um ein Gericht aus klein Gehacktem und mit Zitronensaft mariniertem rohen Fisch oder Meeresfrüchten, dass mit Koriander, Knoblauch, Petersilie und Zwiebeln verfeinert wird.

Bei den Getränken spielt der Pisco, ein vor über 400 Jahren entstandenes Destillat aus Traubenmost, die unangefochtene Hauptrolle. In Europa wird Pisco hauptsächlich nach Spanien exportiert.

Handel mit Peru: Peru hat sich auf den Anbau von Obst und Gemüse spezialisiert, das frisch oder verarbeitet an Abnehmer mit hohen Qualitätsansprüchen exportiert wird. Im Jahr 2011 lagen die Agrarexporte des Landes bei über 4,5 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2015 wird ein Anstieg auf rund 6 Milliarden US-Dollar erwartet. Deutschland ist mit einem Anteil von 12 Prozent der zweitwichtigste Bezugsmarkt von peruanischen Agrarexporten, nach den Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 28 Prozent. Die europäischen Verbraucher schätzen insbesondere die Qualität peruanischer Mangos und Spargels aus Peru. Das Land hat sich zum führenden Exporteur von Bio-Kaffee, Spargel und Paprika entwickelt.

Unter den Exportschlagern nach Deutschland befinden sich vor allem Bioprodukte wie Bio-Kaffee, dessen Exportvolumen von 27,6 Millionen US Dollar im Jahr 2010 auf 44,3 Millionen im Jahr 2011 anstieg, sowie die Mango, für die Peru bereits der zweitwichtigste Lieferant für den deutschen Markt ist.

Ein aktuell starkes Wachstum auf dem deutschen Markt verzeichnet darüber hinaus der Export von Kakaobohnen, der im ersten Quartal des laufenden Jahres um 1899 Prozent über den Exportzahlen des Vorjahresquartals lag. Peru platziert sich an zweiter Stelle der Exporteure von Avocados, an fünfter beim Export von Bananen und an sechster bei Weintrauben.

Berlin empfängt darüber hinaus das Land Peru als Gastland auf der Messe „Fruit Logistica 2013“ und erkennt damit die Bedeutung Perus als weltweiten Lieferanten von hochwertigem Obst und Gemüse an. Zuvor war Peru im Jahr 2004 bereits Gastland auf der internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin.

Peru ist das Land mit dem weltweit fünftgrößten Fangvolumen. In den vergangenen fünf Jahren stieg der Export von peruanischen Fischprodukten jährlich um durchschnittlich 13 Prozent und im Segment der Fischprodukte zum Direktverzehr (DHC = direct human consumption) um durchschnittlich 24 Prozent pro Jahr.

Textilindustrie: Im Vergleich zum Vorjahr stieg im Jahr 2011 der Wert der peruanischen Textilexporte um 27,6 Prozent; zu den Hauptprodukten zählen vor allem Kleidungsstücke aus Baumwolle (fast 70 Prozent) und Alpakawolle. Deutschland ist mit einem Anteil von 2 Prozent der zweitwichtigste europäische Bezugsmarkt hinter Italien (3,7 Prozent). Hinsichtlich der Konfektionsexporte für den deutschen Markt hat sich in den vergangenen zehn Jahren ein konstantes Wachstum etabliert; im Jahr 2011 beliefen sich die Textilexporte nach Deutschland auf 32 Millionen Dollar. Konkret erfuhr der Export von Baumwollhemden nach Deutschland ein Wachstum von 87 Prozent im ersten Quartal 2012, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Peruanische Baumwolle wird darüber hinaus als Rohprodukt zur weiteren Verarbeitung von bedeutsamen deutschen Bekleidungsherstellern wie Adidas und internationalen Unternehmen wie Ralph Lauren, Calvin Klein oder Escada genutzt.  

Die Volkswirtschaft Perus ist eine der am schnellsten wachsenden der Welt; im Zeitraum 2002 bis 2010 wuchs das Bruttoinlandsprodukt Perus um 73,2 Prozent und steht damit weltweit an achter Stelle. Das Wirtschaftswachstum ist auch Ausdruck eines gesteigerten Investitionsvolumens. Dieses lag im Jahr 2011 bei 32,7 Milliarden US-Dollar und wird im Jahr 2012 voraussichtlich auf 35,9 Milliarden US-Dollar ansteigen.

Darüber hinaus weist Peru die geringste Inflationsrate in Lateinamerika auf. Diese lag im Zeitraum 2002-2012 bei jährlich 2,5 Prozent. Für den Zeitraum 2012-2014 wird mit einem weiteren Rückgang auf 2 Prozent gerechnet.

Peru ist für deutsche Investitionen insbesondere in den Bereichen Kommunikation, Infrastruktur und Transportwesen interessant. Aktuell sind etwa mehrere deutsche Bauunternehmen am Ausbau des U-Bahnnetzes von Lima und den Bauarbeiten am Flughafen von Cusco beteiligt.  

„Du wirst Dich an Peru Erinnern“

Das Land Peru führt derzeit eine internationale Imagekampagne durch, für die Deutschland einer der Schlüsselmärkte ist. Aus diesem Grund wurde in Berlin der Spot „Du wirst Dich an Peru erinnern“ („Recordarás Perú“) vorgestellt. Der Imagefilm wurde von Leandro Raposo, Kreativdirektor bei McCann, und der peruanischen Regisseurin Claudia Llosa produziert. Llosa ist zudem Preisträgerin des Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele Berlin von 2009 für den Film „Eine Perle Ewigkeit“.

Nach dem Auftakt in Deutschland wird die Kampagne auch in den Nachbarländern Frankreich und Spanien durchgeführt, gefolgt von den USA. Das Ziel der Kampagne ist vor allem die Konsolidierung des Bildes von Peru im Ausland als moderne und attraktive Gesellschaft mit einer stetig wachsenden Volkswirtschaft.

Die internationale Kampagne findet auch in der peruanischen Bevölkerung breite Zustimmung. So war der Spot der Kampagne am Wochenende seiner Veröffentlichung das weltweit meist gesehene Video auf der Internetplattform „YouTube“.

http://www.peru.info/languages/german.html  

Ihr Klick zum Video  

Der international angesehene Koch Ferrán Adriá besuchte gemeinsam mit seinem peruanischen Kollegen Gastón Acurio verschiedene Regionen Perus und schaffte so die Grundlage für die Dokumentation. Das Filmprojekt, das von Media Networks und Tensacalma produziert wurde, erhielt eine Förderung der spanischen Telefongesellschaft Telefónica. „Der soziale Effekt, den die Gastronomie in Peru entfaltet, ist weltweit einzigartig und ein Vorbild für viele andere Länder. Auf meiner Reise durch verschiedene Regionen Perus habe ich eine unglaublich facettenreiche Küche erlebt, die die Vielfalt der Jahrhunderte alten Kultur Lateinamerikas widerspiegelt. Ich bin mir sicher, dass sich viele Köche in aller Welt von der peruanischen Küche inspirieren lassen. Von Peru können wir alle viel lernen“, kommentiert Ferran Adrià.

Sein peruanischer Kollege Gastón Acurio ergänzt, dass „dieser Dokumentationsfilm ein lebendiger Beweis dafür ist, wie die peruanische Küche tatsächlich einen sozialen und ökonomischen Wandel herbeiführen konnte. Dieses Phänomen breitet sich nun über ganz Lateinamerika aus, wo sich die Gastronomie zu einem der wichtigsten Aktivposten entwickelt“.

PromPerú, Pressebüro, Tel.: 030-44 31 88 14, Fax: 030-44 31 88 10, promperu@publiclink.de

Von Katrin Petersen

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