Braunau

Ein Tag in Braunau

„Ich bin unterwegs nach Süden und will weiter bis ans Meer“, singt der deutsche Liedermacher Hannes Wader in einem seiner Texte. Zahlreiche Urlauber nutzen den Weg durch die zauberhafte Landschaft vorbei an bayerisch-österreichischen Grenzstädten, um in mediterrane Gefilde oder das Gebirge zu gelangen. Zu diesen Grenzstädten zählt auch Braunau am Inn, die größte und älteste Stadt des oberösterreichischen Innviertels, zentral gelegen zwischen Linz und München sowie Salzburg und Passau. Anhalten lohnt sich, Braunau bietet eine pittoreske, historische Altstadt mit zahlreichen malerischen Gässchen, um sich die Beine zu vertreten, und gemütliche Straßenkaffees sowie Restaurants mit der ganzen Vielfalt der typischen Innviertler Spezialitäten. Auch die vielen kleinen Läden laden zum Flanieren ein. Darüber hinaus besitzt Braunau noch einige historische und romantische Baulichkeiten. Ein sehr lohnenswertes Ziel also auch für einen Tagesausflug.

Die historische Altstadt bietet ein harmonisches Bild

In Braunau zeigt sich Österreich von einer anderen Seite, keine hohen Berge, keine Gebirgsbäche, keine Seen, sondern eine beschauliche Flusslandschaft durchsetzt von den kleinen, sanften Hügeln, die gerade die „Flachlandtiroler“ so zu schätzen wissen. Wunderbar geeignet für Spaziergänge entlang des Inns oder auch für Radtouren. Hier treffen der 530 Kilometer lange „Inn-Radweg“ zwischen Maloja und Passau und der 270 Kilometer lange Tauern-Radweg aufeinander. Der Pilgerweg Via Nova führt direkt durch Braunau.

So findet man in der Pfarrkirche Sankt Stephan immer wieder Hinweise auf die Jakobsmuschel, auch Pilgermuschel genannt. Die eindrucksvolle, spätgotische Kirche aus dem 15. Jahrhundert ist das Wahrzeichen der Stadt und ragt mit einem der höchsten Türme Österreichs weit über die Dächer Braunaus. An der Kirchenmauer erinnert ein Renaissance-Epitaph an Hans Staininger, den legendären Ratsherrn und Stadthauptmann von Braunau, der bei einem Brand in der Panik über seinen Bart gestolpert sein soll und sich dabei das Genick gebrochen hat. Sagen und Legenden unter www.verborgene-heimat.at

Der beinah zwei Meter lange Bart kann im Bezirksmuseum in der Herzogsburg in Braunau im Original besichtigt werden. Dort befindet sich das Stadtmuseum mit der Dokumentation der Stadtgeschichte.

In Braunau gibt es darüber hinaus noch zwei weitere Museen, welche unbedingt Erwähnung finden müssen. Das Bademuseum und die Glockengießerei in den Originalgebäuden. In ganz Europa gibt es nur noch wenige derart gut erhaltene Badeanlagen aus der Zeit des 16. Jahrhunderts. Die Glockengießerei befand sich hier bereits seit 1385 und wurde bis zum Jahre 1896 betrieben. Sie ist die älteste noch erhaltene Glockengießerwerkstatt im deutschen Sprachraum.

Ein Rundgang durch die Stadt führt nicht nur am Geburtshaus der Person, - frei nach Harry Potter -  dessen Name heute nicht mehr gerne erwähnt wird, vorbei. Sondern an gotischen Häuserfassaden, mit Schwibbogen überspannte Gassen, Zunftzeichen prangen an unzähligen Gebäuden in der Stadt. Der Stadtplatz von Braunau ist einer der größten Plätze aller Inn-Salzach-Städte. Im Stadtzentrum steht auch der alte Fischbrunnen mit dem Rathaus. Abgeschlossen wird der obere Stadtplatz durch den Torturm mit dem Stadtturm gleich im Anschluss, dem ältesten Bauwerk der Stadt.

Zunftzeichen zieren zahlreiche Häuser in Braunau

Der Palmpark und das Denkmal im Zentrum erinnern an den Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm, welcher 1806 hier erschossen wurde, weil er eine Schmähschrift gegen Napoleon vertrieben hatte. Das „Eiserne Roß“ auf dem Dachgiebel eines Hauses in der Palmstraße wurde zum Gedenken an die Schrecken des österreichischen Erbfolgekrieges 1743 angebracht.

Unweit der Mündung der Salzach in den Inn trennt der Fluss hier die beiden Grenzstädte Braunau und Simbach. Beide sind geprägt durch den unaufdringlichen Charme der Bayern und Oberösterreicher und ihren gemeinsamen Vorfahren. Mit dieser Thematik befasst sich die bayerisch-österreichische Landesausstellung 2012 „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert“. Auf dem Fluss werden Kanufahrten und ab 2012 auch Schifffahrten angeboten.

Direkt am Inn mit Panoramablick und Biergarten liegt das Stadtgasthaus Schnaitl, die Stadtmauer daneben stammt noch von der ehemaligen Festungsmauer, welche im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts errichtet wurde.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es direkt am Marktplatz im Hotel zur Post, für abendliche oder kulturelle Unterhaltung sorgen das Stadttheater und das Gugg. In dem ehemaligen Motorspritzengebäude und Industriedenkmal, wurden ein Kaffee mit Wintergarten und eine Veranstaltungshalle errichtet. Das „Gugg“ ist ein überregionaler Treffpunkt der Kulturszene. Weinliebhaber genießen ihre bevorzugten Köstlichkeiten am besten in einem der Heurigenlokale in Braunau. Als Souvenir eignet sich der Braunauer Taler, ein nach österreichischer Tradition gebackener Lebkuchen.

Wer länger bleiben möchte - kein Problem. Von Braunau aus bieten sich Tagesausflüge nach Mattighofen (21 km), in die Messestadt Ried im Innkreis (40 km), in die Barockstadt Schärding (42 km). Aber auch in die Mozartstadt Salzburg und die Dreiflüssestadt Passau (jeweils 60 km). Oder gleich ganz in bayerische Gefilde. Nach Burghausen mit der längsten Burganlage Europas (22 km), in den größten deutschen Wallfahrtsort Altötting (32 km) oder nach Marktl, dem Geburtsort des Papstes (21 km).

Tourismus Braunau - Stadtplatz 2, A-5280 Braunau am Inn, Tel. +49 (0)7722/62644, info@tourismus-braunau.at - www.tourismus-braunau.at 

Sabine Erl ReiseTravelEin Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

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