Stubai

Neue 3S-Eisgratbahn am Stubaier Gletscher

Eines Königreichs würdig: Erlesene Architektur, Kabinen aus der Kult-Designschmiede Pininfarina – mit der neuen Eisgratbahn setzt der Stubaier Gletscher dem Königreich des Schnees endgültig die Krone auf. Die Dreiseil-Umlaufbahn ist die längste ihrer Bauart in den Alpen. Als größte Einzelinvestition eines Skigebietes schreibt das Projekt am Stubaier Gletscher österreichische Seilbahngeschichte.

Allein die Zahlen beeindrucken: 4,7 Kilometer lang wird die Anlage sein, ca. 2.400 Meter bis zur Mittel- und weitere 2.300 Meter bis zur Bergstation. Das bringt ihr ganz klar den Titel „Längste 3S-Bahn der Alpen“ (3S bedeutet Dreiseil-Technik). Nicht nur durch Länge, auch durch Eleganz und Effizienz besticht sie. Denn 48 super moderne Kabinen mit Platz für je 32 Personen (24 Sitzplätze, 8 Stehplätze), gestaltet von den italienischen Design-Gurus aus dem Hause Pininfarina, befördern pro Stunde 3.000 Personen statt bisher 1.500. Eine Förderkapazität, die Gäste direkt und wartefrei ins Skigebiet schweben lässt. Die Fahrt vom Tal (1.697 m Seehöhe) bis auf den Berg (2.900 m) über sieben Stützen und 1.200 Höhenmeter dauert bei einer Geschwindigkeit von rund 25 km/h nur knapp elf Minuten. 60,6 Millionen Euro nehmen die Verantwortlichen der Stubaier Gletscherbahn für diesen Meilenstein der Bergbahn-Geschichte in die Hand. Noch nie zuvor hat ein österreichisches Seilbahn-Unternehmen in einem Zuge so viel in eine Liftanlage investiert. Die Inbetriebnahme der neuen 3S-Eisgratbahn von LEITNER ropeways ist super.

Design & Komfort in den Gondeln

Stubaier Gletscher ReiseTravel.eu

Komfort und Stil prägen alle Bereiche. Von den bequemen Echt-Ledersitzen aus genießen Skigäste die Auffahrt mit Blick durch Panoramascheiben, deren Größe neue Maßstäbe setzt. Gratis W-Lan in den Kabinen gehört – wie auch in allen Restaurants am Stubaier Gletscher – selbstverständlich dazu. Was die Skifans angesichts der erhöhten Kabinenkapazität (32 statt 6 Personen) besonders freut: In der Mittelstation steigen sie entspannt ein, um dann auf den beliebten Strecken Falwesuna und Silberschneid abzufahren.

Drei markante Stationen

Neu entstehen im Trio der Stationsgebäude die Tal- und die Mittelstation, die bestehende Bergstation wird umgebaut und modernisiert. Allen gemeinsam ist eine klare, zeitgemäße Architektur, entworfen von den ao-architekten. Viel Sichtbeton und Profilglas, große, zentrale Verteilerflächen und Abgänge, ebenerdige Zu- und Umstiege sowie zeitgemäße Annehmlichkeiten im Inneren verwandeln die Bauten zum funktional-ästhetischen Gesamterlebnis.

Der entspannte Eintritt ins Skigebiet ist Programm: Von den Parkplätzen rund um die Talstation steigen Gäste ebenerdig oder über eine bequeme Rolltreppe in die Eisgratbahn ein. Wie in der bestehenden Talstation Mutterberg 600 Meter oberhalb wird auch in der neuen Talstation ein Comfort Center mit Skidepot zur Verfügung stehen.

Bequem umsteigen, entspannt abfahren

Auch die Mittelstation Fernau (2.291 m) gewinnt als zentrale Drehscheibe am Weg ins Skigebiet erheblich an Komfortqualität. Fahrgäste können hier künftig über eine ebenerdige Verbindung von der Eisgrat- in die bestehende Gamsgartenbahn umsteigen – und umgekehrt. Der Quantensprung an Beförderungskapazität sorgt an den beliebten Herbstwochenenden für rundum entspannte Retourfahrten ins Tal.

Und wer lieber „selbstfahrend“ unterwegs ist: Von der Mittelstation abwärts entsteht die neue Skiroute Fernau – eine klassische Talabfahrt mit 3,8 Kilometern Länge. Ganz oben auf 2.900 Meter angekommen, setzt der Stubaier Gletscher mit einer weitläufigen, zeitgemäßen Bergstation mitsamt Top-Gastronomie und Intersport Sportshop noch einen drauf.

Entspannte Anreise

Eine wichtige Verbesserung, die allen Skigästen direkt bei ihrer Anreise zugutekommt: Dank der neu situierten Talstation liegen 1.800 Bestands-Parkplätze nunmehr direkt angrenzend am Bahneinstieg. Diese Standortwahl erspart Gästen und vor allem der Umwelt drei Viertel der bisherigen Pendel-Busfahrten vom Parkplatz zur bisherigen Talstation. Die gesamte Energie, die für den Betrieb der Anlagen am Stubaier Gletscher bezogen wird, stammt aus erneuerbaren Energiequellen. Die Eingriffe in die Natur im Zuge der Bauarbeiten wurden so gering wie möglich gehalten, als Ausgleichsmaßnahme wird das Schutzgebiet am Stubaier Gletscher sogar um 45 Hektar ausgeweitet. www.stubaier-gletscher.com

Ein Beitrag mit Foto für ReiseTravel von Elke Backert.

Elke Backert ReiseTravel.euUnsere Autorin ist freie Reisejournalistin und lebt in Hamburg. www.elkebackert.de

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