Potsdam

15 Jahre gemeinsames Engagement für Klima- und Naturschutz

Jubiläumsfeier in Potsdam: Mit einem Festakt haben in Potsdam Vertreter der großen Umweltverbände BUND, NABU, VCD und der Deutschen Bahn mit rund 200 geladenen Gästen das 15-jährige Bestehen der Kooperation Fahrtziel Natur gefeiert. Zu den Gratulanten gehörten unter anderem die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Rita Schwarzelühr-Sutter sowie Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Schwarzelühr-Sutter hob die Bedeutung eines nachhaltigen Tourismus für den Klimaschutz hervorhob. Sie würdigte das vorbildliche gemeinsame Engagement von Umweltverbänden und Deutscher Bahn zur Unterstützung der nationalen Naturlandschaften. „Ich rechne es den Trägern der Kooperation sehr hoch an, dass sie durch ihr langjähriges Engagement nachhaltige Entwicklungen langfristig und verlässlich fördern. Mit diesem Einsatz für den Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt übernehmen sie die gesellschaftliche Verantwortung in einem Querschnittsthema. Insbesondere, weil hier bei allen Beteiligten nicht der wirtschaftliche Ertrag im Vordergrund steht. Der Erfolg des Projektes ist vor allem dem ideellen Einsatz für einen naturverträglichen ‚Zugang‘ zu Schutzgebieten zu verdanken. Das Ergebnis sind attraktive Angebote für Naturerlebnisse mit einem hohen Erholungs- und Freizeitwert für Besucherinnen und Besucher.“
Vorbildfunktion für Verlagerung touristischer Verkehre auf öffentliche Verkehrsmittel: Bomba unterstrich, wie wichtig die beständige Entwicklung eines attraktiven ÖPNV für ländliche Regionen sei. „Mit der Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel beginnt die Erholung schon vor der eigenen Haustür. Deshalb fördern wir den öffentlichen Personennahverkehr mit Milliardenbeträgen, stärken emissionsarme Verkehrsmittel und treiben die Entwicklung alternativer Antriebe voran. So unterstützen wir attraktive Mobilitätsangebote, mit denen touristische Ziele nachhaltig und klimaschonend erreicht werden können.“

 
 
 
   

Im April 2001 startete Fahrtziel Natur mit sechs deutschen Schutzgebieten. Heute engagieren sich 28 Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate in 22 Fahrtziel Natur-Gebieten in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Alle fördern die nachhaltige Entwicklung ihrer ländlich geprägten Regionen. Insbesondere sollen die sensiblen Naturlandschaften vom PKW-Verkehr entlastet werden. So unterstützen Trägergruppen in allen Fahrtziel Natur-Gebieten die Verlagerung touristischer Verkehre auf öffentliche Verkehrsmittel und entwickeln spezielle Angebote für Touristen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn: „Die Bahn als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel wird nur dann für Urlaubsreisen und Ausflüge stärker genutzt, wenn es vor Ort attraktive Verkehrsangebote gibt. Hier hat Fahrtziel Natur viele Erfolge vorzuweisen. Die Kooperation zeigt, dass anspruchsvolle Ziele in einem starken Netzwerk erreicht werden können, wenn jeder Partner seine speziellen Kenntnisse und Ressourcen einbringt.“
Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des VCD, der zu den Gründern der Kooperation gehört, freut sich über das kontinuierliche Engagement. „War die öffentliche Mobilität in vielen ländlichen Regionen vor 15 Jahren meist nur auf Schülerverkehre ausgerichtet, orientiert sie sich heute in allen Partnerregionen wesentlich mehr an den Bedürfnissen von Touristen. Das kommt insgesamt auch den Einheimischen zugute.“ So wurden in zehn Fahrtziel Natur-Gebieten für Urlauber Angebote zur kostenlosen Mobilität auf Gästekarte entwickelt, Bahnstrecken etwa im Thüringer Wald oder in der Sächsischen Schweiz reaktiviert und die Busverbindungen verbessert. Überdies wurden die verschiedenen Mobilitätsangebote vielerorts deutlich besser vernetzt. Überall hat sich die Kommunikation der Reisemöglichkeiten mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln an den Gast stark verbessert.
Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Großer Dank gebührt allen Engagierten und Verwaltungen in den Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten. Ihre Tätigkeit für die umweltfreundliche Erreichbarkeit ihrer Regionen liefert unverzichtbare Beiträge zum Klimaschutz und fördert nebenbei auch die Gesundheit von Touristen und Anwohnern. Je mehr Menschen ökologische Verkehrsmittel nutzen, desto besser für alle. 15 Jahre Fahrtziel Natur sind 15 Jahre gemeinsame Arbeit für mehr Klima- und Naturschutz und ein großer Ansporn, bei diesem Engagement nicht nachzulassen.“
Reiseführer ausgezeichnet: Ein weiterer Höhepunkt für Fahrtziel Natur ist die Auszeichnung des neuen gleichnamigen Reiseführers des J. P. Bachem Verlages. Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter würdigte das Werk als wertvollen Beitrag zur UN-Dekade Biologische Vielfalt. Das Buch zeigt, wie einzigartige Biodiversität in nationalen Naturlandschaften umweltfreundlich erlebbar ist. Stolz waren die Träger der Kooperation außerdem darauf, dass ihr Modell im Jubiläumsjahr in die Schweiz übertragen wurde. Fahrtziel Natur in Graubünden engagiert sich seit Frühjahr 2016 dafür, den Besucherverkehr in den Bündner Pärken zunehmend auf die öffentlichen Mobilitätsangebote zu verlagern. Das Netzwerk Schweizer Pärke, der Verkehrsclub der Schweiz, der Bündner Vogelschutz, die Rhätische Bahn und PostAuto Graubünden sind Initiator des Pilotprojektes, das sie auf die ganze Schweiz ausdehnen möchten. www.fahrtziel-natur.de

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