Stojan Bogdanow

Lifestyle Reisen nach Bulgarien führen zu neuen Erkenntnissen

Sehr geehrte ReiseTravel User,

Bulgarien gehört zu den beliebtesten Reisezielen vieler Touristen: Weite, flache, weiße Sandstrände säumen die rund 400 Kilometer lange Küste meines Landes. Unzählige Hotels laden zur Übernachtung und Restaurants aller Couleur locken mit diversen Köstlichkeiten. In Bulgarien arbeite ich als Reiseleiter und betreue vor allem Gruppen aus Deutschland und Österreich. Bulgariens Schwarzmeerküste ist bekannt, doch unser Binnenland leider noch nicht. Lernen Sie jetzt mein Heimatland kennen. Darf ich Sie einladen, zum Besuch einer kleinen Stadt mit großer Vergangenheit: Trjavna

Ihr Reiseleiter Stojan Bogdanov 

Trjavna liegt zwischen Veliko Tarnovo und Gabrovo: Am Nordhang des Balkangebirges, im Tal des Trjavna-Flusses. Die Stadt befindet sich in gleicher Entfernung von Sofia und Warna mit etwa 245 Km. Reine Bergsluft, jahrhundertealte Wälder, klare Gewässer, Häuser aus der Wiedergeburt – all das ist Trjavna. Das Zentrum strahlt bis heute die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts aus. Seit dieser Zeit, vor rund 200 Jahren, stehen etwa 140 Häuser dieser Epoche. Der Name Trjavna ist abgeleitet von den saftig grünen Weiden im Balkangebirge.

Auf dem Berg – ganz oben - lockt das Hotel „Kalina Palace“ mit seinen großzügigen Zimmern und guter Küche. Individualreisende bezahlen im Doppelzimmer rund 120 Euro pro Nacht. 

Mit über 140 denkmalgeschützten Gebäuden gilt Trjavna als typische Museumsstadt. Durch die engen Gassen spazierend, stößt man auf die reichen Holzschnitz-Dekore, die jedes Haus, innen und außen, schmücken.

Die Strophe eines Gedichtes (trans-vena) erinnert an die Ansicht der Stadt aus der Ferne: „...geflochtenen Körben der schwärmenden Bienen gleich; in der Umgebung herumfliegend; mit ihrer Lage am Pass...“

Hier lebte der Mensch seit dem frühesten Altertum im Einklang mit der Natur. Sie gab ihm stets Schutz und Sicherheit mit ihren hohen Gipfeln und versteckten Winkeln im Gebirge. Mittels ihrer fetten Weiden und den Jahrhunderte alten Wäldern sicherte sie ihm sein Einkommen.

Tradition kommt nicht zu kurz Begehrte Mitbringsel

Holzschnitzerin Tzviatko Tzviatkov, Str. Svetlina 1, Kv. Etar 1, BG-5309 Gabrovo  

Die lange Geschichte, unterstreichen Zeitzeugen in Form von archäologischen Materialien, welche bis in die Thrakerzeit zurückführen - Grabhügel und Einfriedungen bezeichnen Plätze ehemaliger thrakischer Siedlungen. Hier führte die antike römische Straße mit einem Pass über das „Alte Gebirge“ – Balkan - von Discoduratera (heute das Dorf Gostilitsa) nach Augusta Trajana (Stara Zagora). Unter den Anwohnern ist diese alte Straße heute als, „Drum“ bekannt.

Die Zeit des zweiten bulgarischen Zarenreiches ist durch diverse Legenden belegt. Eine davon erzählt: Mit Gottes Hilfe war es drei Brüdern von edlem Zarenblut gelungen, die Macht im Lande wieder zu erlangen. Jeder von ihnen baute eine Kirche zu Ehren des Hl. Erzengels Michael. Eine der Kathedralen befand sich hier. Da den Brüdern die Gegend gefiel, bauten sie sich ihre Sommer­residenzen - wegen der Nähe zur damaligen Hauptstadt Tarnovo - in diese Gegend und ließen auf den umliegenden satten grünen Almen die Pferde weiden.

Eines ist jedoch sicher bestätigt: 1190 zerschlugen die Brüder Assenovtsi am Pass von Trjavna die Armee des byzantinischen Imperators Isak II. Angel. Dieser Sieg war der erste bedeutsame Schritt zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit des bulgarischen Staates von Byzanz.

„Die Kirche „Hl. Erzengel Michael“ ist ein nationales Kulturdenkmal“

ReiseTravel Autor Stojan Bogdanov: „Die originalen Holzschnitzarbeiten, der Herrscherthron, sowie die Ikonen, bewahren bis heute den Geist der vergangenen Zeit“.

Einem Bericht, des ortsansässigen Lehrers Hristo Nikoforov Daskalov zufolge, sollen nach dem Fall Veliko Tarnovos unter die osmanische Vorherrschaft 1393 Bojaren aus der ehemaligen Haupt­stadt hier im Balkan Zuflucht gesucht haben. Einige Legenden verbinden auch die Namen und die Entstehung einer Reihe umliegender Dörfer mit diesen Ereignissen: Tsareto, Popovtsi, Pop Raijkovtsi, Pop Gergjuvtsi und andere. 

Ob „Nationalitätenrestaurant“ oder „Mechana“ – eine Weinschenke: immer wieder findet man sein lukullisches Haus. Noch immer ist ein Restaurantbesuch relativ preiswert.

Reise in die Vergangenheit: In den staatlichen, von den Osmanen hinterlassenen Archiven, wurde bei der Untersuchung des Falles des holländischen Gelehrten Michel Kijl, welcher 1565 vor dem Kadi stand, zum ersten mal der Name Trjavna erwähnt.

Hier in der Nähe von Trjavna befand sich die Wiege des Ersten Bulgarischen Reiches. In Velko Tarnova etwas weiter westlich stand die Wiege des Zweiten Reiches. Diese Landschaft bezaubert durch seine nostalgische Altstadt und der Kirchen mit wertvollen Fresken.

Die Christi-Geburt-Kirche in Arbanasi lockt interessierte Besucher. Rund 3 500 Figuren in zahllosen Szenen schmücken die Wände. 

Sehr geehrte ReiseTravel User,

Bulgarien ist zwar ein kleines Land, doch seine Vielfalt im Verbund mit seinem tausendfachen Reizen ist einfach atemberaubend. Ein Schatzkästchen ist nicht nur in Trjavna zu finden. Wenn es Ihnen gefallen hat, kommen Sie bitte in meine Heimat: Hier können Sie nicht nur Klöster besichtigen, es erwarten Sie noch viele weitere Highlights.

Ihr Reiseleiter

Stojan Bogdanov 

ReiseTravel Autor Stojan Bogdanov ist Mitglied im Verband der Reiseleiter von Bulgarien

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt

 

Klein aber fein: Im Heft mit seinen 38 Seiten wird die Geschichte dieser „Kleinstadt“ recht ausführlich erzählt. Kleine und große Episoden aus der Vergangenheit.

Trjanavna bulgarien  

 

 

Die vergangene Geschichte der Stadt Trjavna wird gut aufgearbeitet. Fast jedes alte Haus wird darin beschrieben. Mit viel Akribie hat die Autorin Daniela Dabkowa Details aufgelistet und facettenreich beschrieben.

Dieses Heft ist ein idealer Reiseführer beim individuellen Rundgang durch den Ort.

 

Trjavna von Daniela Dabkowa, Slavena Verlag Varna, ISBN-10 954-579-578-6, www.slavena.net

 

Das Buch kostet vor Ort 4 Lewa, etwa 2 Euro.

 

 

Kontakt

 

Lass die Sonne rein! www.bulgariatravel.org 

Ministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus - BG-Sofia, pl. Sveta Nedelya 1.

Von Gerald H. Ueberscher

 

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