Dolores Jurillo

Die Burg von Sarre im Aosta Tal in Italien ist eine Reise wert

Sehr geehrte ReiseTravel User,

ich bin Dolores und arbeite als Reiseleiter in der Region Aosta und begleite oft deutsch sprechende Touristen durch das Aosta-Tal. Gern lade ich Sie alle zu einer „Schlössertour“ ein, denn wir verfügen über 120 Schlösser, davon können sechs besucht werden. Heute stelle ich Ihnen die Burg von Sarre vor:  

Die Burg von Sarre

Ein Ziel von Touristen 

Auf einer Anhöhe in der Talmulde von Aosta gelegen beherrscht die Burg von Sarre den Eingang des Obertals. Das ursprüngliche Gebäude stammt wahrscheinlich aus dem 12. Jh. während die erste urkundliche Erwähnung in die erste Hälfte des 13. Jh. zurückreicht. Im Jahre 1242 unterzeichnete Amedeo IV. von Savoyen ein Abkommen mit dem Visconte von Aosta, Gotofredo von Challant, um gegen den Hausherrn Ugo von Bard vorzugehen, der gegen seine Autorität rebelliert hatte. In diesem Vertrag wurde die Übergabe der Burg von Sarre an die Enkel von Ugo festgelegt, welche nichts mit der Revolte zu tun hatten. Einer von diesen, Giacomo, war anscheinend der erste, dem der Adelstitel „Herr von Sarre“ zugesprochen wurde. Nachdem die Familie ausgestorben war, eignete sich der Graf von Savoyen die Festung an und überließ sie Enrico von Quart als Lehen. Bei dessen Tode (1377) ging die Burg mangels männlicher Nachfolger an den Graf zurück, der sie im Jahre 1405 wiederum als Lehen an Thibaud de Montagny gab. Von diesem Zeitpunkt an wechselten sich verschiedene Familien als Besitzer ab.

Von diesem Zeitpunkt an wechselten sich verschiedene Familien als Besitzer ab, u.a. die Barone Geneve-Lollin und Roncas, bis die Burg 1708 von dem Industriellen und Spekulanten Jean-Francois Ferrod gekauft wurde. Dieser baute sie vollkommen neu auf und ließ nur den Turm intakt. Der Historiker De Tillier, der das Gebäude vor dem Umbau gekannt hatte, berichtet, dass die Veränderungen ziemlich eindrucksvoll waren und auch den angrenzenden Außenbereich betrafen. Ferrods ehrgeiziges Abenteuer nahm aber kein gutes Ende: Wegen misslungener Spekulationen endete der Baron in Armut und starb 1730 im Gefängnis. Die Burg wurde in einen schönen, modernen Wohnsitz umgewandelt, gelangte infolge einer Hypothek in die Hände der vorherigen Besitzer zurück und gehörte daraufhin verschiedenen anderen Familien. 

Eintausend Steinböcke 

Als leidenschaftlicher Anhänger der Jagd auf Steinböcke kaufte Vittorio Emanuele II. von Savoyen (1820 bis 1878) die Burg im Jahre 1869, um daraus einen bequemen Wohnsitz im Aosta-Tal zu machen. So wurde die Königsburg von Sarre ein Teil des Privatvermögens Seiner Majestät und Hauptquartier des Königs bei seinen Jagdzügen in den Tälern von Cogne, Rhemes und Valsavarenche.

Um den König von Italien zu beherbergen, mussten einige Veränderungen vorgenommen werden, nach den Plänen von Architekt Matteo Cerrato. Im Innern wurden die Räume vollkommen renoviert und modernisiert. Der Konservator des Königspalastes von Mailand wurde persönlich mit der Möbelausstattung beauftragt und ließ sie aus anderen königlichen Wohnsitzen herbeischaffen. Auch der Nachfolger von Vittorio Emanuele, Umberto I. (1844 bis 1900) benutzte die Alpenburg für seine Loisir.

Königin Margherita (1851 bis 1926) hielt sich hier im Sommer 1880 ungefähr einen Monat lang auf, bevorzugte dann aber andere Orte im Aosta-Tal. (1899 bis 1904 wurde Castel Savoia in Gressoney-Saint-Jean gebaut, das ihre Sommerresidenz wurde) In den letzten Jahren seiner Herrschaft widmete Umberto I. seinem Wohnsitz in Sarre besondere Aufmerksamkeit und regte die Erneuerung der Innenräume an. Unter der Leitung des Architekten Achille Mainoni, der schon an den Arbeiten am Königspalastes von Monza teilnahm, wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt, u.a. die bedeutenden Dekorationen der monumentalen Räumlichkeiten, die mit Geweihen von Steinböcken und Gämsen verziert wurden. 

In den Jahren nach 1989 ließ das Regionale Denkmalpflegeschutzamt eine Reihe von Sanierungsarbeiten im Innen- und Außenbereich durchführen. Als die Burg in Regionalbesitz überging, hatte sie schon nicht mehr das Aussehen eines Wohnsitzes und auch nicht das einer Gedenkstätte, die von der Gesellschaft „Moriana“ mit Kunstwerken und Einrichtungsgegenständen ausgestattet worden war. Die Burg stellt sich heute als bewohntes Gebäude und als Museum dar. Im Laufe der Besichtigung kann man Möbel, Gemälde, Skulpturen und Drucke bewundern sowie wertvolle und kuriose Gegenstände, reich geschmückte Räume, Zeugen von Fragmenten des herrschaftlichen Privatlebens. 

Liebe ReiseTravel User, unser Aosta-Tal ist reich an Kultur und Geschichte, aber auch reich an Kulinarik. Zahlreiche Hotels und Restaurants, aller Couleur und für jeden Geldbeutel, warten auf Gäste. Regionale Spezialitäten können verkostet oder degustiert werden. 

Hotel Milleluci  www.hotelmilleluci.com  

Anreise: Per Auto erreicht man das Aosta-Tal über den Großen Sankt Bernhard. Mit der Schweiz ist das Aosta-Tal über den Großen und Kleinen St. Bernhard und mit Frankreich durch den Mont-Blanc-Tunnel verbunden. Über die Flughäfen von Mailand, Turin und Genua kann man problemlos mit dem Flugzeug anreisen, von Berlin beispielsweise mit Air Berlin direkt nach Mailand Malpensa. www.airberlin.com  

ReiseTravel Autorin Dolores Jurillo: Sehr geehrte ReiseTravel User,

ich hoffe, mein kleiner Exkurs hat Anklang gefunden. Demnächst werde ich Ihnen weitere „Schlösser in der Aosta-Region“ vorstellen.

Ihre

Dolores Jurillo

 

Kontakt

 

Castello di Fenis I-11020 Fenis (Aosta) www.regione.vda.it

Regione Autonoma Valle d´Aosta - www.lovevda.it  

Italienische Zentrale für Tourismus ENIT - www.enit.de  

Ein Beitrag für ReiseTravel von Dolores Jurillo und Fotos von Gerald H. Ueberscher,

Sehr geehrte ReiseTravel User, bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, senden uns Ihre Fragen oder Wünsche. Vielen Dank.  Ihr ReiseTravel Team: feedback@reisetravel.eu

 

 

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