Bad Ischl

Kaiserliches Bad Ischl

Bad Ischl war, ist und bleibt Kaiserstadt: Der kaiserliche Geist umweht den Ort im österreichischen Salzkammergut das ganze Jahr über, ganz besonders aber im August, wenn des Kaisers Geburtstag gefeiert wird. Franz Joseph ist allgegenwärtig. Heute noch gilt, wenn das Wetter draußen schön ist, dann hat es in Bad Ischl "Kaiserwetter". Außerdem heißt es, wenn der Kaiser jetzt nach Bad Ischl zu Besuch käme, würde er sich immer noch zurechtfinden.

Wenn der Kaiser himself 60 Jahre lang seinen Sommer an ein und demselben Ort verbracht hat, dann muss es sich wohl um ein ausgesprochen anziehendes Fleckchen Erde handeln. Drei Tage dauerte seine Anreise von Wien damals. Solche Strapazen immer wieder auf sich zu nehmen, das muss sich schon gelohnt haben. Und tatsächlich - Bad Ischl besitzt eine besondere Magie - majestätisch eben. Dabei ist Bad Ischl kaiserlich und modern zugleich, ganz wie es sich für einen fortschrittlichen Ort gehört. Damals wie heute zieht er alljährlich Sommerfrischler und Urlauber in seinen Bann. So wie dereinst, als Künstler und Adelige dem Kaiser folgten an seinen Sommersitz. Erinnerungen an die Zeit findet man an allen Ecken und Enden, Tradition gehört zum Lifestyle, aber ebenso Toleranz und Weltoffenheit. Daneben präsentiert sich Bad Ischl mit hochkarätigen kulturellen Angeboten im Bewusstsein um seine historische und zeitaktuelle Bedeutung. In den Gassen und Gebäuden umgibt die Gäste kaiserliches Flair, Eleganz und moderner Zeitgeist. Während eines Spazierganges durch Bad Ischl trifft man auf imposante, architektonisch interessante Gebäude von anno dazumal und dem 21. Jahrhundert. In den lieblichen kleinen Gassen findet man Läden mit traditionellem Handwerk, hochwertiger Kunst und Restaurants mit Gourmetniveau. 

Die Kaiservilla in Bad Ischl war die Sommerresidenz von Elisabeth und Franz Joseph

Mitten in der Altstadt thront die Kaiservilla (www.kaiservilla.at ), heute noch Residenz der Nachkömmlinge der Kaiserin Sisi und des Kaisers. Und nebenbei ein Museum mit allerlei Kleinoden. Ein kleines Schmuckkästchen, welches sich seine Ursprünglichkeit noch bewahren konnte. Aufbewahrt wird hier auch das originale Sterbekissen der Kaiserin. Im roten Salon, einst der Damensalon, weisen die angebrachten Spiegel auf die täglichen Gymnastik- und Fechtübungen von Kaiserin Elisabeth hin. "Sisi" war eine für ihre Zeit sehr fortschrittliche Frau, die sich intensiv auch mit der Körperkultur beschäftigte. Sie konnte sich hier in Bad Ischl, anders als in der sehr viel strenger reglementierten Hofburg in Wien, dem Familienleben widmen. Sisi erinnerte die Residenz in Bad Ischl an ihre Jugendjahre im Schloss Possenhofen, ihrer Heimatstadt. Der Kaiser soll Bad Ischl liebevoll den "den Himmel auf Erden" genannt haben.

Auch im ehemaligen Arbeitszimmer des Kaisers befinden sich authentische Gegenstände. Wie z. B. ein Beistelltisch bestückt mit Kleeblättern, die eine der Töchter für den Vater gesammelt hat, ein elektrischer Zigarrenanzünder oder ein Barometer. Dies nutzte der Kaiser, um zu überprüfen, wie es wohl mit dem "Kaiserwetter" in den nächsten Tagen aussehen könnte. In diesem Arbeitszimmer, authentisch eingerichtet wie an jenem verhängnisvollen Tag, wurde vom Kaiser das Schicksal behaftete Manifest "An meine Völker" unterzeichnet. Wer ein wenig verweilt, kann sich vorstellen, welche Last er hier mit sich getragen hat. Nach der Unterzeichnung hat der Kaiser sein geliebtes Bad Ischl nicht wieder besucht.

Im authentisch eingerichteten Arbeitszimmer wurde die Erklärung "An meine Völker" unterzeichnet

Der Garten rund um die Villa wurde als englischer Landschaftsgarten angelegt mit zahlreichen exotischen Bäumen. Wer früh morgens hier spazieren geht, der kann schon mal einer Gemse begegnen, die ihren Durst am Springbrunnen stillt. Die Aussicht von den Aussichtspunkten reicht bis hin zum Dachstein. Das etwas abseits gelegene Haus mit den vielen Türmchen diente als Küche. Die gab es nicht im Haus - das Essen musste quer über den Hof transportiert werden. "Die Sisi mochte keinen Kuchengeruch", weiß die Fremdenführerin zu berichten. Kein Wunder - betrachtet man die zierliche Figur der Kaiserin. Kuchengeruch hätte vermutlich zu sehr ihren Appetit auf süße Kalorienbomben angeregt.

Delegierte und Besucher wurden in umliegenden Hotels untergebracht; in der Kaiservilla war laut Überlieferung nur ein einziger Gast zu Speis und Trank eingeladen - König Edward. Und der gleich vier Mal. Seine Anreise mit dem Wagen allerdings war dem Kaiser sehr suspekt. Nur ein einziges Mal soll er ein paar Meter mitgefahren sein, um dann gleich wieder in seine geliebte Kutsche umzusteigen. 

1955 wurde die Kult-Trilogie "Sissy" mit Romy Schneider und Karl-Heinz Böhm in den Hauptrollen unter anderem auch hier gedreht. Allerdings wurden die inneren Räumlichkeiten der Kaiservilla nicht für diese Verfilmung genutzt, die Außenanlagen und die Umgebung hingegen schon. Sie dienten auch als Kulisse für den "Salzbaron" oder den Visconti-Film „Ludwig II“.

Tourismusverband Bad Ischl, Auböckplatz 5, A-4820 Bad Ischl, office@badischl.at - www.badischl.at

Salzkammergut Tourismus, Salinenplatz 1, A-4820 Bad Ischl, info@salzkammergut.at - www.salzkammergut.at

Sabine ErlEin Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.

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