Taschkent

Bezüglich der religiösen Toleranz haben Usbekistan und Deutschland Gemeinsamkeiten

Sehr geehrte ReiseTravel User: Schon lange her habe einen starken Wunsch ueber dieses Thema einen Artikel oder einen Bericht zu verfassen. Heute bin ich relativ frueh aufgestanden und irgendeine Kraft in meiner inneren Welt hat mich dazu gebracht, dass ich meinen Kugelschreiber genommen habe und fing an zu schreiben.

Wenn ich mir die Nachrichten bei der Sendung Euronews anschaue, werde ich mir bewusst sein, dass wir in einer unruhigen, hektischen und schnellen Welt leben. Ukrainekrise, Migrationskrise, Sanktionen gegen Russland und der Krieg in Syrien. Naturkatastrophen und die massenhafte Vernichtung der Menschen bereiten mir Sorgen und irgendwann werde ich villeicht einen Roman schreiben und diesen geplanten Roman will ich als "Der hektische Start des XXI. Jahrhunderts" benennen. Wenn der Anfang so stressig und konfliktvoll aussieht, wie wird denn das ganze Jahrhundert selbst aussehen. Nein, ich kann hier nicht schweigend bleiben, ich will ich mit meiner kleinen Stimme dem Frieden der Welt einen winzigen Beitrag leisten. Ich habe nicht vor im Mittelpunkt zu stehen, ich will aber trozdem die Welt positiv aendern.

Termez Usbekistan ReiseTravel.eu

Termez Usbekistan: Ich kann jedem Usbeken und jedem Deutschen ohne jegliche Verzweiflung sagen, dass er oder sie Gott sei Dank sagen, soll, weil er in einem friedlichen Teil der Erde lebt. Bezueglich der religioesen Toleranz haben Usbekistan und Deutschland ganz viele Gemeinsamkeiten. Wenn wir dieses religioese friedliche Miteinander, das in den beiden Laendern vorhanden sind, in Nahost haetten, haetten wir die religioesen Konflikten schon laengst geloest. In meiner Heimat kann sich jeder zu beliebiger Religion bekennen und oder zu gar keinen Religion. Niemand wird zu einer Konfession gezwungen und es darf keine Ueberzeugungsversuche geben. In der Hauptstadt sieht man ein Maedchen mit dem kurzen Rock und gleichzeitig eine praktizierende muslimische Frau mit dem Kopftuch, die mit einander klar kommen. In Buchara, Samarkand und Taschkent sind Synagogen zu besichtigen, die aktiv sind. Fast in jedem Bundesland gibt es sowohl ortodoxen Kirchen, als auch katholischen Kirchen, in denen die russischsprachige Minderheit von Usbekistan ihre Gottesdinste verrichten koennen. Waehrend der Zeit der Sowjetunion gab es keine Religionsfreiheit, wenn jemand als glaeubig erwischt wurde, musste schon mit dem Foltern in Sibirien rechnen. Ich sage jedem Buerger von meiner Heimat, dass mann froh sein soll, dass man in Usbekistan lebt. Wenn in meinem Schicksal fesstaende, dass ich in Libanon oder in Syrien geboren werde, was koennte ich dann machen. Es ist einfach ein pures Glueck, dass ich in einem der friedlichsten Laender der Welt ohne Angst lebe. Ich darf gar nicht meckern, nicht mal meinen Mund aufmachen, um zu meckern oder mich zu beschweren, denn ich weiss ganz genau, dass es nicht so einfach ist den heutigen Frieden zu bewahren. Hinter dem Frieden von Usbekistan liegt eine harte und unvorstellbare Arbeit. Es gibt Menschen, die Tag und Nacht die Grenzen ueberwachen, damit wir als normaler Buerger ganz ruhig in die Arbeit gehen koennen.

Es ist schon richtig: wenn es keinen Krieg geben wuerde, wuerde man den Wert des Friedens nicht verstehen. Ich habe Kleidung zum Anziehen, ich eine gute Wohnung, ich habe eine glueckliche Famlie. Ich verhungere nicht und ich verdurste nicht. Ich habe ganz einfachen Zugang zur Bildung. Ich verstehe schon langsam, wir gluecklich ich bin, dieses Glueck kann ich einfach nicht mit acht Seiten beschreiben. Nein, ganz und gar nicht. Du kannst als Deutsche in Usbekistan ohne Angst in jede Moschee, die sogar aktiv sind, reinkommen, fotografieren, dich infmormieren, ohne dabei religioes gekleidet zu sein. In ganz wenigen muslischen Laendern auf der Erde hat man diese Gelegenheit. Wir haben eine tolerante Form von Islam, was salafiten, Taliban, Alkaida und Wahabiten nicht haben. Sollte es in der Zukunft eine internationale interreligioese Konferenz stattfinden, dann soll es auf jeden Fall in Usbekistan stattfinden. Ich will gar nicht uebertreiben, ich will aber zugleich die Wahrheit gesagt haben.

Ja , Usbekistan hat ein unruhiges Nachbarland, solange dein Nachbar keine Ruhe, hast du auch keine absolute Ruhe. In der Zentralasiatischen Region die politische Stabilitaet dauerhaft und angemessen zu halten nicht so einfach, es ist aber einfach hier ein zweites Afganisten zu machen, wenn man nicht wachsam bleiben wird.

Die ganze Welt hat Angst vor der Islamisierung der Welt, vor der Radikalisierung von den Laendern und vor der einseitigen Auslegung von Koransuren. Sobald die Religion fuer die Macht ausgenutzt und misshandelt wird, entsteht dort ein Krieg und eine Unruhe.

Nur in den Laendern, wo die Religion und der Staat getrennt sind, kann der Frieden herrschen. Der Frieden ist der wichtigste Garant und die notwendige Voraussetzung fuer die weitere Entwicklung und menschliche Zivilisation. In der heutigen globalisierten Welt sollen wir von der Geschichte etwas lernen. Die Seidenstrasse war in ihrem Zeitpunkt eine andere Form der heutigen Globalisation, ein Weg des friedlichen Austausches von Kulturen und Ware.

Usbekistan ist ein wichtiges Land in der heutigen Welt für den gegenseitig bereichernden Austausch und Handel unterschiedlicher Kulturen. Als Herz der Seidenstraße spielte es über Jahrhunderte eine ganz wichtige Rolle für Europa, den mittleren und Nahen Osten, natürlich für Asien auch. Die Seidenstraße war zu ihrer Blütezeit der Höhepunkt der damaligen Art der Globalisierung.

Der friedliche Austausch und Handel zwischen den verschiedenen Kulturen bedurfte schon damals besonderer interkultureller Fähigkeiten und beeinflusst die Beteiligten dauerhaft bis heute. Es ist schon Zeit, an diese Tradition wieder anzuknüpfen. Es ist schon Zeit den heutigen Westen mit friedlichen und zivilen Mitteln mit dem nahen und mittleren Osten und mit Asien wieder zu verbinden und die kulturellen und materiellen Schätze an persönlichen Freiheiten und sozialem Fortschritt wiederzubeleben, anstatt einen gegenseitigen Kulturkampf immer weiter zu eskalieren. Hier kann Usbekistan als ehemaliges Mitglied der UdSSR in Zentralasien zukünftig eine besondere Rolle als Mittler in einem Korb der verschiedenen Regionen und Kulturen übernehmen.      

Natuerlich muss ich erwaehnen, dass Deutschland auch als vorbildhaftes Land in der EU die meisten Fluechlinge angenommen. Deutschland ist ein liberales Land, in dem viele Fluechtlinge Zuflucht suchen, weil alle Heimatlose in diesem Land Zugang zur Bildung, zu dem Gesundheitssystem und zum sicheren Wohlstand haben wollen. Deine Religion kannst du in Deutschland auch wie Zuhause praktizieren. Es wird aber von den einheimischen Einwohnern erwartet, dass der Gast in dem Gastgeberland eine gewisse Integrationsfaehigkeit besitzen soll. Wenn du nicht integrationswillig bist, wirst du in der Zukunft dich selber in eine isolierte Grube hineinwerfen, von der nicht nie rauskommen wirst. Das einzige, was du lernen sollst, Flexibilitaet, Anpassungsfaehigkeit, Verstaendnis fuer die deutsche Kultur und Sprache und letzendlich die Toleranz gegenueber den demokratischen Werten von den Deutschen. Wenn du als Gast ueber diese goldene Eigenschaften verfuegen wirst, wirst du eine glueckliche Zukunft haben.

Ja meine lieben Leser, lasst ueber die Gemeinsamkeiten reden, nicht ueber die Unterschiede, nur so koennen wir zueinander naeher kommen, nur so koennen wir gemeinsames friedliches Leben miteinander gestalten, wenn wir uns an einem interreligioesen Dialog beteiligen werden.

Ich kann mir ein sehr freundliches Gespraech zwischen einem Ateisten und Tiefglaeubigen vorstellen, wenn die Voraussetzungen des Dialogs erfuellt werden.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Mels Hakimov.

Mels Hakimov ReiseTravel.euUnser Autor wurde in Buchara geboren, studierte in Kassel Germanistik und arbeitet in Usbekistan als Dolmetscher sowie Reiseleiter. Er ist Autor wissenschaftlicher Artikel zum Thema: „Anglizismen im Deutschen am Beispiel der Jugendsprache“, Verlag Taschkent. Mels Hakimov ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in der Hauptstadt Taschkent.

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