Minden

Im Alten Testament wird der Wolf als Sinnbild für Satan beschrieben: Der böse Wolf

Wölfe in NRW: Erstmals seit 1835 ist im Bundesland Nordrhein Westfalen ein Wolf aufgetaucht. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Tier, dass aus einem Zoo geflüchtet ist. Dieses Raubtier mit seinem lateinischen Namen Canis Lupus ist einst von den Menschen fast ausgerottet worden. Daher steht er weltweit seit Ende des 20. Jahrhunderts überall unter Naturschutz.

Ein gezieltes Töten in der westlichen Welt hat wohl auch mit der Bibel zu tun. Im Alten Testament wird der Wolf als Sinnbild für Satan beschrieben. Der böse Wolf reißt die friedlichen Schafe. Bis heute spricht ein christlicher Geistlicher von seinen Schäfchen in der Kirchengemeinde. Das ein Raubtier in der Größe eines Deutschen Schäferhundes Rehe, Hirsche und weidende Kühe sowie Schafe angreift, liegt in der Natur des Wolfes. Er ist ja kein Pflanzenfresser. Gerne ernährt er sich auch von Aas, das im Wald vorzufinden ist. Nicht jedes Wildschwein oder jedes Reh wird vom Förster erlegt, sondern verstirbt eines natürlichen Todes. Daher zählt der Wolf auch zur Gesundheitspolizei. Er sorgt dafür, das verendete Tiere biologisch entsorgt werden.

Wölfe in Westfalen ReiseTravel.eu

Es ist aber ein Lügenmärchen für Kinder, dass der böse Wolf Menschen auffrisst. Geschichten am Kinderbett wie Der Wolf und die sieben Geißlein sowie Rotkäppchen und der Wolf sorgen dafür, das selbst heute noch kleine Kinder sich erschrecken, wenn sie im Zoo dem Isegrim begegnen. Isegrim nannten die Menschen in deutschen Landen im Mittelalter das Tier. Der Name soll sich aus Ise, was Eisen bedeutet und grinnen zusammensetzen. Grinnen stand für knurren. Ein eisenhartes Wesen knurrt, so hieß es damals. Das nordrhein-westfälische Umweltministerium teilte aktuell mit, im äußersten Norden des Landes konnten Wolfsspuren gesichtet werden. Es handelte sich dabei um den Kreis Minden Lübbecke. Da Forstbedienstete diese Spuren entdeckten und überprüften, kann Jägerlatein oder ein Versehen ausgeschlossen werden. Oft meinten nächtliche Spaziergänger, einen Wolf gesehen zu haben. Bei genauerer Betrachtung erwies sich dieses gesehene Tier jedoch als großer Hund oder ein nächtlich umher treibendes Wildschwein. Es ist beinahe eine Selbstverständlichkeit, das der Wolf nunmehr auch wieder Westfalen als sein Revier angesehen hat.

Das westfälische Minden Lübbecke grenzt an das Bundesland Niedersachsen an. Dort ist Isegrim schon länger zu Hause. Das belegen nicht nur Augenzeugen, sondern auch von ihnen geschossene Fotoaufnahmen. Niedersachsen stellte sogar Foto-Fallen in seinen Wäldern auf und ein ganzes Rudel Wölfe lächelte in die Kamera.

Die ersten Wölfe nach ihrer Ausrottung hierzulande konnten 1995 in der sächsischen Oberlausitz ausgemacht werden. Von dort aus zogen einige Tiere nach Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern und Sachsen Anhalt. Die ersten Welpen dieser Wölfe kamen 2000 in Deutschland zur Welt. Ein paar Jahre später nahmen einige Jungtiere, die das Rudel verlassen mussten oder es freiwillig taten, Niedersachsen in Besitz. Biologen sprechen davon, momentan seien in ganz Deutschland 35 Wolfsrudel beheimatet. Es ist nicht endgültig geklärt worden, ob der neue Gast in Westfalen nur einmal auf Erkundungstour von Niedersachsen aus kommend war oder schon dauerhaft in Westfalen wohnt. Tierexperten gehen davon aus, selbst wenn im Jahre 2015 dauerhaft noch kein Wolf Westfalen zu seinem Revier erklärt hat, wird es nicht mehr lange dauern, bis das der Fall sein wird. Das in Niedersachsen lebende Rudel wird sich weiterhin vermehren. Der Nachwuchs geht dann eines Tages eigene Wege, die ihn garantiert nach Westfalen bringen werden. Das Düsseldorfer Umweltministerium hat mitgeteilt, zur Sorge bestehe kein Anlass. Wölfe greifen keine Menschen an, seien es nun Spaziergänger im Wald oder dort tätige Wald- und Forstarbeiter. Selbst Gäste auf ausgewiesenen Campingplätzen, die sich im Wald oder Waldnähe befinden, brauchen keine Befürchtungen zu haben, durch ihr aufgeschlagenes Zelt schaut ein Wolf hinein.

Umweltminister Johannes Remmel sagte: „Die Rückkehr des Wolfes ist ein gutes Zeichen für den Naturschutz.“ Bereits 2010 hatte das Bundesland einen Arbeitskreis vorsorglich gegründet und ihn Arbeitskreis Wolf genannt. Dort ist beispielsweise geregelt, wie Schafhirten und Landwirte entschädigt werden, sollte Isegrim eines ihrer Tiere reißen. Nordrhein-Westfalen ist stolz darauf, nunmehr den Arbeitskreis zusammenrufen zu können, um weitere Maßnahmen einzuleiten. Eines ist vollkommen klar: Der Wolf ist in Westfalen wieder willkommen. www.umwelt.nrw.de

Rainald Grebe ist Liedermacher, Kabarettist, Schauspieler und Autor kam 1971 im Einwohner größten Bundesland Deutschlands, in Nordrhein-Westfalen, zur Welt. Er ist auch bekannt geworden durch sein Lied „Brandenburg“. Da lautet eine Zeile: „In Brandenburg soll es wieder Wölfe geben“. Nun muss Rainald Grebe sein Lied auch auf das Bundesland Nordrhein Westfalen erweitern.

ReiseTravel Fact: Der Wolf scheint sich in immer mehr Bundesländern heimisch zu fühlen. Er nutzt der Wald- und Forstwirtschaft vielmehr, als das er Schaden anrichtet. Vornehmlich beseitigt er alte und kranke Wildtiere und sorgt damit für eine Stabilität und Kontinuität. Kranke Rehe, Hasen, Wildschweine und Hirsche fallen ihm zum Opfer. Sie können sich nicht mehr vermehren und damit wird verhindert, die übertragbare Krankheit vermehrt sich. Bleibt zu hoffen, alle Menschen sehen das ein und eine zweite Ausrottung des Wolfes wird verhindert.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Volker T. Neef.  

Volker T. Neef ReiseTravel.euUnser Autor berichtet aus der Bundeshauptstadt und ist in Berlin wohnhaft.

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