München

Igelalarm im Garten?

Im Oktober ist es wieder Zeit, den Garten winterfest zu machen: Dabei bemerkt der überraschte Gartenbesitzer gelegentlich klopfende, schlürfende Geräusche aus einer Ecke seines grünen Wohnzimmers. In den letzten Jahren häufen sich Meldungen über Marder in menschlichen Domänen. Sogar Wildschweine, Füchse und Wildkaninchen wagen sich immer näher heran, machen sich breit und können zu einer regelrechten Plage heranwachsen. Auch Einwanderer aus Nordamerika, die Waschbären, haben mittlerweile die Vorzüge eines von den Resten der Menschen reich gedeckten Tisches erkannt und suchen unsere Nähe. In Gartenanlagen, auf Campingplätzen mit Dauercampern und größeren Parkanlagen. Im Gegensatz zu uns, die von den ungebetenen Gästen nicht gerade ihre Freude haben. Dabei können wir noch froh sein. In Rumänien sind es sogar ausgewachsene Bären, welche mit ihren nächtlichen Mahlzeiten an den Müllcontainern eine Stadt völlig in Angst und Schrecken versetzen.

Igel im Garten

Manche von den ungebetenen Gästen sind wahre Kletterkünstler und verteilen ihre Exkremente auch an äußerst empfindlichen Stellen in Gebäuden. Insbesondere die Marder stehen unter Artenschutz, man darf sie also nicht vernichten, sondern nur mithilfe von Duft- und Geschmacksstoffen aus dem eigenen Garten vertreiben. Er knabbert bekanntlich gerne Schläuche an Kraftfahrzeugen an. Parfüm in den Unterboden des Pkws oder auch spezielle Mardergeräte schaffen Abhilfe. Andere Eindringlinge erfordern den Einsatz eines professionellen Tierjägers. Dabei sind die meisten dämmerungs- und nachtaktiv ebenso wie andere Gartenbewohner, welche allerdings nicht so fatale Folgen für Haus und Garten haben.

Zur Erleichterung entdeckt man dann nämlich häufig nicht den befürchteten Schädling, sondern einen possierlichen kleinen Gartenbewohner mit spitzer Schnauze und vielen Stacheln. In Gefahrensituationen formt er sich zu einer kleinen Kugel, aus der neugierig nur eine Nasenspitze herausragt. Negative Publicity hat der Igel kaum, weshalb der Mensch ihm im Gegensatz zu den oben erwähnten unliebsamen Untermietern auch gerne behilflich ist. Meist jedoch ein wenig voreilig. Junge Igel werden oft erst sehr spät im Sommer geboren und sind deshalb im Herbst noch relativ klein. Was manche Gartenbesitzer zu der Annahme veranlasst, sie könnten ohne fremde Hilfe nicht über den Winter kommen. In Wahrheit bleibt ihnen meist noch ausreichend Zeit, sich ihren Winterspeck zuzulegen bevor die ersten Minustemperaturen erreicht werden. Viele Menschen jedoch wissen dies nicht und tun, in bester Absicht, den Igeln keinen Gefallen, wenn sie sie sehr früh mit ihrer Fürsorge überschütten. „Hilf mir es selbst zu tun“ ist hier die Devise.

Im Herbst sollte man den niedlichen Kleinen nämlich nur Hilfestellung leisten und ihnen in ihrer natürlichen Umgebung die Möglichkeit schaffen, sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Als Vorsorgemaßnahmen im eigenen Garten bietet es sich an, das Laub im Garten zu belassen. Laub- oder Reisighaufen bieten Unterschlupf für die kalte Jahreszeit. Die von den Bäumen fallenden Blätter können die Igel als Baumaterial für ihre Winterschlafgelegenheit nutzen. Wer möchte, kann auch speziell dafür hergestellte Igelburgen kaufen, in denen der „persönliche Gartenigel“ gefahrlos überwintern kann. Eine Bauanleitung dafür gibt es auch auf der Homepage des LBV (www.lbv.de).

Igel ernähren sich von Insekten, Käfern, Schnecken oder Würmern. Wenn nötig, können sie bis zum Winterschlaf mit Katzenfutter versorgt werden. Allerdings sollte man dem Igel auf keinen Fall Milch vorsetzen, auch wenn er sehr zur Freude der Tierliebhaber genüsslich daran schleckt. In Wirklichkeit ist Milch für die stacheligen Vierbeiner völlig unverträglich.

Sobald allerdings die Bodentemperaturen für längere Zeit auf den Nullpunkt sinken, ungefähr im November, dann sollte den kleinen wirklich „unter die Stacheln gegriffen werden“. Da sich häufig Ungeziefer darin verbirgt, mit denen die Vierbeiner nicht alleine fertig werden, sollte jetzt eine Igelstation oder ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Dort kann dem Igel und auch dem Finder mit einer ärztlichen Untersuchung und Ratschlägen für die weitere Vorgehensweise geholfen werden.

 

Kontakt

 

LBV

Eisvogelweg 1, D-91161 Hilpoltstein

Tel. +49 (0) 9174 4775 0 - www.lbv.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

Sabine Erl ReiseTravel 

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