Gabi Dräger

Schwäne und Schloss. Corona am 31.5.2020 Pfingstsonntag in München: COVID-19

Schwanensee Ballett vor dem Schloss Nymphenburg

Das Wetter ist am Pfingstsonntag mittelprächtig, ich bin mit der Straßenbahn zum Schloss Nymphenburg gefahren. Da in Bayern Ferien sind und Pfingstsonntag, waren verhältnismäßig viele Leute unterwegs. Auf dem See vor dem Schloss tummelten Schwäne, Gänse, Enten, Blässhühner und Tauben. Doch die Attraktion auf dem See war eine Schwan-Familie mit sechs jungen Schwänen.

Schlossbesichtigung: Das Schloss Nymphenburg diente den Bayerischen Herrschern als Sommerschloss zur Erholung.

Schloss Nymphenburg

Schloss Nymphenburg by ReiseTravel.eu

Die Gründung von Schloss Nymphenburg ist der Geburt des langersehnten Thronerben Max Emanuel zu verdanken, der dem bayerischen Kurfürstenpaar Ferdinand Maria und Henriette Adelaide von Savoyen nach zehnjähriger Ehe 1662 geschenkt wurde.

Bei der Schlossbesichtigung tritt man gleich in den lichterfüllten Festsaal und ist überwältigt, von der Architektur in Weiß und Gold. Um das Deckenfresko von Johann Baptist Zimmermann richtig bewundern zu können, müsste man sich eigentlich auf den Boden legen. Im Salon ist die Schönheitengalerie, die König Ludwig I. bei Joseph Stieler in Auftrag gab, ausgestellt. 36 Gemälde zeigen schöne Frauen, es wurden nicht nur Hofdamen gemalt, sondern auch Frauen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Am bekanntesten sind wohl die „Schöne Münchnerin Helene Sedlmayr, Tochter eines Schuhmachermeisters und das Gemälde der spanischen Tänzerin Lola Montez. Ludwig I. war mit ihr leiert und musste wegen ihr auf den Thron verzichten. www.schloss-nymphenburg.de

Helene Sedlmayr

Die Schustertochter aus dem Chiemgau kam mit 14-Jahren als Dienstmagd 1827 nach Altötting. Ein Jahr später ging sie nach München und wurde für das Spielwarengeschäft Auracher in der Briennerstraße Ausläuferin und Dienstmädchen. Sie lieferte auch Spielzeug für die Königskinder an den Bayerischen Hof aus. Helene Sedlmayr fiel König Ludwig I. wegen ihrer Schönheit auf und er ließ sie für seine Schönheitengalerie malen. Sie heiratete König Ludwigs Kammerdiener Hermes Miller und wurde Mutter von zehn Kindern. Ihre Ehe galt als glücklich, sie starb 85-jährig 1898.

Lola Montez

Elizabeth Rosanna Gilbert, bekannt als „Lola Montez“ war eine Tänzerin und Geliebte von König Ludwig I. von Bayern. Ihr Vater war schottischer Offizier und ihre Mutter eine irische Landadlige. Als Eliza Gilbert ein Jahr alt war, sind ihre Eltern für fünf Jahre nach Kalkutta gezogen. Ihr Vater starb kurz nach der Ankunft an Cholera. Sie wuchs bei ihrem Stiefvater und Stiefonkel in Schottland auf. Um den wesentlich älteren Richter Sir Abraham Lumley nicht heiraten zu müssen, ließ sie sich von einem englischen Offizier Thomaz James nach Irland entführen. Sie heirateten, gingen nach Indien und dort trennten sie sich schon nach einem Jahr. Eliza Gilbert ging nach London zurück und lernte Spanisch und die spanischen Tänze und ging auch nach Spanien.

Eliza Gilbert wurde Lola Montez

Als Lola Montez kam sie wieder nach London zurück. Sie war erfolgreich und wurde als Hochstaplerin entlarvt und floh aus England. Sie zog durch ganz Europa und hatte zahlreiche Affären, auch mit namhaften Adeligen. Im Jahr 1846 kam sie nach München und bewarb sich als Tänzerin an der Münchner Hofbühne. Da sie abgewiesen wurde, suchte sie den bayerische König Ludwig I. auf und bekam ein Gastspiel am Münchner Hof- und Nationaltheater.

Geliebte des Königs

Sie wurde die Geliebte des 60-jährigen König Ludwig I., der sie finanzierte. In dieser Zeit wurde ihr Porträt für die Schönheiten-Galerie gemalt. Außer Ludwig I. empfing Lola Montez auch noch andere Herren, das wurde schnell bekannt. Der König wollte ihr die bayerische Staatsbürgerschaft verleihen. Der Innenminister Karl von Abel war nicht dafür und trat mit allen Ministern zurück. Unter Schwierigkeiten wurde ein neues Kabinett gegründet. Trotzdem wurde Lola Montez eingebürgert, was in der Theresienstraße, in der sie wohnte, zu Tumulten führte. Am 25. August 1847 wurde sie zur Gräfin von Landsfeld erhoben. Sie war bei der Bevölkerung sehr ungeliebt, da sie einen Skandal nach dem anderen auslöste. Sie trat in die Burschenschaft Alemannia ein und hatte bald ein intimes Verhältnis mit dem Vorsitzenden Elias Peißner. Andere Burschenschaften feindeten die Burschenschaft Alemannia an, Professoren und hohe Beamte wurden entlassen. Lola Montes wurde von einer aufgebachten Menge auf dem Theatinerplatz erkannt, es kam zu Handgreiflichkeiten, sie flüchtete in die Theatinerkirche. Ludwig I, ließ daraufhin die Universität schließen. Das ließen sich die Studenten nicht gefallen und sie zogen mit vielen Bürgern vor die Residenz, es kam zu Unruhen in der Stadt. Die Universität wurde einen Tag später wieder geöffnet und Gräfin Landsfeld bekam den Befehl die Stadt innerhalb einer Stunde zu verlassen.

Flucht in die Schweiz und Auftritte in London und New York

Sie flüchtete in einer Kutsche in die Schweiz. Nach einem Jahr ging sie nach London zurück und trat im „Covent Garden“ auf. Sie heiratete einen Offizier, da aber ihr erster Ehemann noch lebte, wurde sie wegen Bigamie angeklagt und floh mit ihrem illegitimen Gatten aus England und trennte sich nach kurzer Zeit wieder von ihm. 1851 ging Lola Montez in die USA und trat in New York am Broadway mit „Lola Montez in Bavaria“ auf. Sie tourte an der Ostküste und ging 1853 nach San Francisco. Lola Montez heiratete Patrick Hull, der noch im gleichen Jahr starb. Im Rahmen einer Tournee ging sie nach Australien und kam 1857 wieder nach New York zurück. In Amerika und Großbritannien machte sie sich einen Namen mit Lesungen, schrieb Schönheitsratgeber, engagierte sich für „Gefallene Mädchen“ und wurde bekennende Christin. Weihnachten 1860 bekam sie eine Lungenentzündung und starb drei Wochen 1861 später in New York. Sie wurde nur 40 Jahre alt.

Kaèf Comic Reise mit ReiseTravel - Schloss Nymphenburg

Kaèf Comic Reise by ReiseTravel.eu

Corona-Party

Aber hier noch aus aktuellem Anlass (Göttingen Corona-Ausbruch) zum Thema „Die Deutschen wollen es locker...“ „akzeptieren die Beschränkungen, die sie nicht stören...“ und „verhalten sich egoistisch wo sie es brauchen...“

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Draeger by ReiseTravel.euUnsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Reise. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. gabi@reisetravel.eu

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