Gressoney

Die Walser von Monte Rosa

Der Monte Rosa ist ein mächtiges Gebirgsmassiv in den Walliser Alpen, direkt an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz, mit seiner Nähe zum Matterhorn. Neben dem Gressoneytal schneiden sich sechs weitere Täler in die Hänge des Monte Rosa ein: so das Valtournenchetal oder das Ayastal und das Mattertal und das Saastal im Schweizer Kanton Wallis.

Gressoney ist ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Bergbesteigungen. Das Ziel vieler Alpinisten ist die Dufour-Spitze mit seinen 4.634 Meter Höhe, immerhin der zweithöchste Gipfel der Alpen. Auch wer kein Bergsteiger ist, kann die Schönheit dieses Massivs bewundern und das Eis des Monte Rosa anfassen. Im Ort Staffal nahe Gressoney-La-Trimte beginnt ein leichter Pfad, der in ungefähr zweieinhalb Stunden zum Gletschertor führt, wo der Bach Lys entspringt.   

Knapp vor dem Matterhorn - Die Walser waren die ersten Bewohner des oberen Lystal  

Ihre Vorfahren waren die Alemannen, ein germanischer Stamm, der Wallis - daher der Name „Walser“ verließ, um sich am Südhang des Monte Rosa niederzulassen. Im Lystal entstanden die Walserdörfer Gressoney, Niel – ein Weiler von Gaby und Issime. Unter dem Einfluss der damaligen Verhältnisse verließen sie seit dem 15. Jahrhundert ihre alte Heimat und nach der Überschreitung mehrerer Alpenpässe ließen sie sich am Südhang des Monte Rosa nieder.

Wegen ihrer intensiven Handelsbeziehungen mit dem Ausland wurde diese Region auch als „Krämertal“ bezeichnet: „Diese ehemaligen Handelsleute haben den Kontakt zu ihrem Herkunftsland nie abgebrochen und dies hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich sowohl der deutsche Dialekt als auch einige Bräuche und Traditionen erhalten haben“, informiert Nicola Vicquery, vom Tourismusamt Gressoney: „Regelmäßige Handelsbeziehungen mit ihrem Heimatland trugen dazu bei, dass sich viele dieser Menschen, Tradition und die deutsche Sprache im Laufe der Jahrhunderte erhalten haben. Davon zeugen vor allem die typische Tracht, die zu besonderen Anlässen, wie Patronatsfesten, Maria Himmelfahrt, Taufen oder zu Hochzeiten getragen werden“.  

Kleines Haus am Wald - Hotel „Villa Fridau“: Noch immer erinnern Straßennamen und Bezeichnungen an die deutschsprachigen „Grischeneyer“, wie sich die Walser in Gressoney nannte. Mit dem Sprechen wird es schon schwieriger. Zwar leben noch an die 1200 Walser im Tal, doch die wenigsten von ihnen scheinen im Tourismusgeschäft tätig zu sein, denn kaum jemand spricht noch richtig deutsch. Alteingesessene Walser machen sich keinen Illusionen: „Das Walserdeutsch, das „Titsch“ oder „Toitschu“, wird allmählich aussterben!“ Dennoch, ein Teil der Bevölkerung spricht noch heute „alemannisch“ ein deutscher Dialekt.  

Heute zeugen Bauernhäuser, Mühlen und Stadel vom alten Wohlstand. Den neuen Wohlstand symbolisieren Hotels, Geschäfte und Liftanlagen. Das Bergsteigen und der Sommertourismus hat hier Tradition. Dies verdankt man hauptsächlich dem regelmäßigen Besuch durch viele Prominente, die von der Schönheit der Landschaft entzückt waren. Als Beispiel kann man Königin Margherita nennen, die am Anfang des 20. Jahrhunderts in Gressoney-Saint-Jean das Schloss Savoia, ihre Sommerresidenz, bauen ließ. Das Schloss kann zusammen mit dem Alpenfaunamuseum – eine Sammlung von Jagdtrophäen und alten Waffen, besucht werden.  

„Grüß Gott, in unserer „Villa Fridau!“ Inhaberin Paola Silvestri und Küchenchef Massimo Lagomarsini  

Das schmucke neue kleine Hotel „Villa Fridau“ am Fuße der imposanten Berge lädt zur Nacht. Hier wird auch noch Deutsch gesprochen und nach Rezepten der Überlieferung, verbunden mit Bräuchen das Essen gekocht: „Uberlekke“ ist ein charakteristisches Walsergericht mit Fleisch und Gemüse, oder „Karbonade“ mit geschmortem Ochsenfleisch und natürlich die diversen Reis- und Brotsuppen. Der würzige Alpenkäse „Miacce“ mundet so manchen Touristen. www.villafridau.com  

Deutsche, deren Urahnen einstmals das Tal besiedelten, finden allerdings selten noch den Weg hierher. Gressoney in der italienischen Provinz Aosta wird abgeschottet von den höchsten Bergen Europas, dem Mont Blanc und dem Monte Rosa Massiv mit dem Matterhorn. Heute wird das Tal - neben Italienern - vor allem von Briten und Skandinaviern besucht. Durch den Mont Blanc oder den Großen St. Bernhard-Tunnel ist die Walser leicht zu erreichen. „Gäste aus Deutschland sind uns Willkommen!“, so die heutigen Bewohner im Tal der Walser. 

Anreise: Per Auto erreicht man das Aosta-Tal über den Großen Sankt Bernhard. Mit der Schweiz ist das Aosta-Tal über den Großen und Kleinen St. Bernhard und mit Frankreich durch den Mont-Blanc-Tunnel verbunden. Über die Flughäfen von Mailand, Turin und Genua kann man problemlos mit dem Flugzeug anreisen, von Berlin beispielsweise mit Air Berlin direkt nach Mailand Malpensa. www.airberlin.com

 

Kontakt

 

Tourismusamt I-11025 Gressoney

www.residenceheidi.com - www.gressoneymonterosa.it. - www.aiatmonterosawalser.it

 

Regione Autonoma Valle d´Aosta - www.lovevda.it

 

Italienische Zentrale für Tourismus ENIT - www.enit.de

 

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Ein Beitrag für ReiseTravel von Nicola Vicquery und Fotos von Gerald H. Ueberscher 

 

 

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