Lissabon

Hop-on-hop-off Sightseeing: Eine Rundfahrt durch Lissabon per Bus und Straßenbahn!

Lissabon gehört zu den schönsten Städten der Welt: Die Kirchen, Paläste und kunstvoll gekachelten Häuser charakterisieren die steilste Stadt Europas. Der Fado – die melancholische Musik, die Azulejos – die zumeist blauen Kacheln, der Bacalhau – der Stockfisch und die Pastéis de Nata – der mit Creme gefüllte Blätterteig sind unverkennbare Zeichen von Lissabon. Die Gerichte sind eine Kombination aus der atlantischen und mediterranen Küche. Der Portugiese ist ruhig, besonnen, hilfsbereit und melancholisch. 

Der Bacalhau, den der Ober auf den Tisch stellt, duftet hervorragend und schmeckt wunderbar, dazu serviert er einen Weißwein aus der Region Douro im Nordosten Portugals. Es macht Spaß, vor dem Restaurant unter dem Sonnensegel zu sitzen und die Vorbeigehenden im Bairro Alto, einem alten, verwinkelten Stadtteil Lissabons, zu beobachten.

Bacalhau, eine portugiesische Spezialität

Bacalhau ist ein Stockfisch, der nach dem Fang gesalzen und dann getrocknet wird. Bevor er dann gekocht oder gegrillt wird, muss er wieder gewässert werden, das macht ihn ganz zart. Eine Portugiesin muss viele verschiedene Rezepte für Bacalhau kennen, erst dann darf sie heiraten. Bei Streifzügen durch den Bairro Alto entdeckt man kleine Cafés, in denen eine Bica – Espresso – nur 90 Cent kostet; hier ist die Welt noch in Ordnung.

Lissabon by ReiseTravel.eu

Frühstück auf der Dachterrasse

Es ist herrlich, das Frühstück im Hotel am Bairro Alto auf der Dachterrasse einzunehmen. Man sieht die Flugzeuge über die Stadt zum Flughafen schweben. Die Frühstücksauswahl ist groß: Es gibt verschiedene Eiergerichte, Pancakes, Schinken, Chouriço-Wurst, Käse, Semmeln, Vollkornbrot, Toastbrot, Müsli, Joghurt, Marmelade, frisch gepressten Orangensaft und eine große Obstauswahl. Eine Versuchung sind die kleinen Pastéis de Nata, die es schon zum Frühstück gibt. Die Pastéis de Nata sind eine Spezialität Lissabons: Sie bestehen aus knusprigen Blätterteigschälchen, die mit einer abgeflammten Creme gefüllt sind. Sie sind aber leider eine Kalorienbombe.

Mit Hop-on-hop-off Lissabon erkunden

Lissabon kann man entweder zu Fuß oder mit einem Doppeldeckerbus der Hop-on-hop-off Touren erkunden. Bei der Fahrt sitzt man oben in der Sonne, kann sich den Fahrtwind um die Nase blasen lassen und bekommt Informationen über Kopfhörer eingespielt. Beeindruckend ist die über 90 Meter breite Prachtstraße mit vielen Bäumen, die Avenida da Liberdade. Die Fahrt geht am großen, spanischen Kaufhaus El Corte Inglés vorbei. Am Park Parque Eduardo VII auf einem Hügel mit einer Botero Skulptur hat man einen hervorragenden Ausblick auf das tiefer liegende Lissabon. Drei grüne Papageien fliegen frei herum und lassen sich in einem der vielen Jacaranda-Bäume nieder. Die Bäume sind anders, sie tragen zuerst blaue Blüten und dann erst kommen die Blätter.

Das Aquädukt

Mit dem Bau des Aquädukts im 18. Jahrhundert wurde in Lissabon nicht nur die Wasserversorgung, sondern auch die Hygiene verbessert. Damals hat man sich nur drei Mal im Leben gewaschen: bei der Geburt, bei der Hochzeit und nach dem Tod. Früher benutzten die Bewohner die Brücke des Aquädukt als Abkürzung in die Stadt. In 65 Meter Höhe laufen zwei schmale Fußwege an der Wasserleitung entlang. Von 1836 bis 1839 raubte Diogo Alves mit ein paar Kumpanen die Passanten aus und stieß sie die hohe Brücke hinunter. Lange ging man von Selbstmorden aus.

Eine Basílica für einen Sohn

Maria I. hatte dem Herrgott versprochen, wenn sie einen Sohn bekommt, eine Kirche bauen zu lassen. So war es dann auch. Wer sich sportlich betätigen will, der steigt die 229 Stufen zur Kuppel der Basílica da Estrela auf. Die Sightseeing Tour führt weiter zum Tejo. Auf der anderen Flussseite steht die beeindruckend große Christusstatue an der Brücke „Ponte 25 de Abril“. Sie ist eine der längsten Brücken der Welt. Wer mag, kann beim nächsten Stopp das Kutschenmuseum mit prunkvollen Kutschen anschauen. Die Tour führt nach Belém: Dort gibt es die bekannten Pastéis de Belém, das Hieronymuskloster – ein Weltkulturerbe der UNESCO – und den Torre de Belém, auch ein Weltkulturerbe der UNESCO. Im 15./16. Jahrhundert war Portugal eines der reichsten Länder der Welt. Durch den Seehandel mit Gewürzen, Juwelen, Gold und Seide wurde viel Geld verdient.

Nachtszene am Hafen

Bei der Rückfahrt geht es am Hafen an vielen Speicherstätten entlang. Hier sind Clubs, Bars, Diskos und Restaurants untergebracht. Das Angebot zum Feiern ist vielfältig, die Nachtszene endet zumeist erst, wenn die Sonne aufgeht. Es gibt auch eine Disko des Schauspielers John Malkovich, der sich bei seinem ersten Besuch in Lissabon verliebt hat.

Die Seele des Fados

Der Fado ist das melancholische Lebensgefühl der Lissabonner. In kleinen Fado-Restaurants sitzt man ganz nah an der Musik, und die Atmosphäre ist traditionell. In großen Fado-Restaurants sitzt man zwischen vielen großen Reisegruppen.

Elevador de Santa Justa

Der Aufzug, der die Baixa mit dem höher gelegen Stadtteil Chiado verbindet, wurde um 1900 erbaut. Er war schon oft Kulisse für verschiedene Filme. Der Erbauer des Fahrstuhls war der Portugiese Raoul Mesnier, ein Schüler von Gustave Eiffel, dem Erbauer des Eiffelturms. Heute gehört der Aufzug zur Touristenattraktion von Lissabon, daher muss man oft ganz schön lange anstehen.

Der Ursprung Lissabons

Die Burg, das Castelo de São Jorge, die Burg des Heiligen Georgs, spiegelt die lange Geschichte Lissabons wider. Römer, Westgoten und Mauren haben den Hügel schon besetzt und im 14. Jahrhundert wurde der königliche Palast gebaut. Von den elf Türmen und den Wällen der Burgmauer hat man einen gigantischen 360 Grad Blick auf Lissabon und den Tejo. Im schönen Burginnenhof unter Bäumen mit Brunnen kann man eine Bica genießen.

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Mit der Straßenbahn bergauf und bergab

Lissabon ist die steilste Hauptstadt Europas. Die alten klapprigen Straßenbahnen der Linie 28 verbinden Martim Moniz mit dem Campo Ourique. Ein wichtiger Zwischenhalt ist der am Tejo gelegene, historische Platz Praça do Comércio, dessen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert stammen, da vieles beim Erdbeben von 1755 in Schutt und Asche fiel. Zuerst rumpelt die Straßenbahn ächzend durch das Graça-Viertel den Hügel hinauf.

Die Kathedrale und der Heilige Antonius

An der Haltestelle der Kathedrale Sé Patriarcal sollte man unbedingt aussteigen. Die Kathedrale wurde im 12. Jahrhundert auf den Mauern einer Moschee gebaut. Im Innenraum wird man ins Mittelalter versetzt; man merkt nicht, dass die Kirche schon mehrmals bei Erdbeben teilweise eingestürzt ist und immer wieder aufgebaut wurde. In der barocken Sakristei sind die Überreste des Heiligen Antonius aufbewahrt, er ist der Schutzheilige Lissabons. Der Heilige Antonius ist für das Auffinden von verlorenen Gegenständen zuständig. Außerdem ist er, wenn man daran glaubt, Heiratsvermittler. Am Todestag des heiligen Antonius fingen die Glocken von alleine an zu läuten.

Blick in Wohnungen

Bei der Weiterfahrt mit der Straßenbahn sieht man in die Schaufenster und Auslagen kleiner Obst- und Lebensmittelgeschäfte, oder man kann auch mal einen Blick in Wohnungen werfen, die einen besonderen Charme haben. Dazwischen kommen immer wieder Geschäfte, die Souvenirs anbieten. Die Straßenbahn stoppt, weil ein Lieferwagen auf den Schienen der engen Straße steht. Der Straßenbahnfahrer stellt sogar den Motor ab, bis der Lieferwagen die Schienen wieder frei gibt. Manchmal ist rechts und links neben der Straßenbahn gerade Mal ein Meter Platz für Fußgänger.

Immer wieder neue Ausblicke

Die Fahrt geht durch die verwinkelten, schmalen Gassen der Alfama weiter. Es geht am Parlamentsgebäude vorbei und dann sieht man die Kuppel der Basílica da Estrela. Es gibt Ausblicke während der Fahrt auf das Café „A Brasíleira“, das früher Treffpunkt der Literaten war. Tief unten im Hafen sieht man Kreuzfahrtschiffe liegen. Die Fahrt mit der Straßenbahn endet am Zentralfriedhof der Stadt, dort geht es nach einer kurzen Pause gleich wieder zurück.

Die Schönheit der Azulejos

Museu Nacional do Azulejo zeigt die Geschichte der Kacheln. Die ersten Kacheln zeigen maurische Muster. Später wurden religiöse Motive der Christen, die Jagd und der Alltag auf den Kacheln gezeichnet. Das lustigste Fliesengemälde ist die „Hochzeit der Henne“ aus dem 17. Jahrhundert. Die Kachelmotive könnte man zu den Vorläufern der Comics zählen.

Die moderne Seite Lissabons

Die Fahrt geht nach Osten an der Stierkampfarena vorbei. Stierkämpfe werden noch veranstaltet, doch die Stiere werden nicht getötet. Eine Gruppe von Männern versucht, den Stier zum Stehen zu bringen. Die Expo `98 am Tejo hat moderne Spuren hinterlassen. Der ultramoderne Bahnhof „Gare do Oriente“ von Santiago Calatrava und die gigantische Tejo-Brücke „Ponte Vasco da Gama“ wurden für die Expo gebaut.

Shopping

Die Einkaufsstraße Augusta, das Einkaufszentrum Amoreiras mit 250 Geschäften, das Kaufhaus El Corte Inglés, die Avenida da Liberdade mit klassischen Boutiquen und der Stadtteil Chiado mit teuren und schicken Läden laden zum Shopping ein.

Das weiße Licht
Der griechische Sagenheld Odysseus soll der Legende nach Lissabon gegründet haben. Das besondere Licht hat ihn bewogen, denn es erinnerte ihn an seine griechische Heimat.

Das Licht in Lissabon ist wirklich beeindruckend, es ist weiß und spiegelt sich im Tejo wider. Diese Magie sollte man unbedingt mit Fotos einfangen.

ReiseTravel Service

Portugal Tourismus www.visitportugal.com/de - Lissabon Tourismus www.visitlisboa.com - Tuk-Tuk Preis nach Absprache - Hop-on-hop-off www.yellowbustours.com – Metro www.metrolisboa.pt - Straßenbahnen, Busse, Aufzüge in Lissabon www.carris.pt - Fahrrad Bike Tour www.lisbonbiketour.com - Hotel Altis Avenida Boutique Hotel mit Dachterrasse am Restauradores, Nähe Bahnhof Rossio am Bairro Alto www.altishotels.com

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Draeger by ReiseTravel.euUnsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Reise. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. gabi@reisetravel.eu

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