Stefan Jüling

Stefan Jüling ReiseTravel Sommelier und Weinberater

„Wein zu genießen ist so faszinierend und abwechslungsreich wie die Länder und Regionen zu besuchen, in denen Wein angebaut wird. Edler Wein und köstliche Speisen gehören zum Lifestyle“. ReiseTravel zelebriert Lifestyle! Lifestyle ist nicht nur ein Begriff, vielmehr ist es eine Gesinnung, die unseren heutigen Zeitgeist widerspiegelt.

Riesling

 

 

Sehr geehrte ReiseTravel User,

Riesling, eine weiße Rebsorte die mit zu den besten und auch wichtigsten Weintrauben weltweit zählt. Gerade in den kühleren Regionen wie Deutschland wird Sie angebaut.

Deutsche Riesling-Weine genießen ein hohes Ansehen, auch auf den internationalen Märkten, viele deutsche Spitzenlagen sind ausschließlich mit Riesling bestockt.  

ReiseTravel zelebriert Lifestyle:

 

 

Sommelier und Weinberater Stefan Jüling 

Riesling reift sehr spät, daher stellt er hohe Anforderungen an die Lage, optimale Bedingungen bieten steinige und steile lagen. Solche Lagen sind vor allem an den Flusshängen von Mosel, Saar, Ruwer, am Rhein, an der Ahr, an der Nahe sowie am Main in Franken zu finden. Aber auch die Österreicher haben ähnlich gute Bedingungen wie zum Bespiel an der Wachau.

Der Riesling zeigt sich im Glas von einem blass-gelb mit Grünstich bis zu einem satten goldgelb. Der Geschmack zeichnet sich in der Jugend durch vielfältige fruchtige Aromen, wie Grapefruit, Limone, Zitrone, Apfel, Pfirsich und Passionsfrucht aus. Normalerweise sind die Weine leicht bis mittelschwer, und werden als frisch, stahlig, rassig und mineralisch beschrieben. Der Riesling besitzt die Fähigkeit, den Charakter der jeweiligen Lage besonders gut zum Ausdruck zu bringen, viele sprechen dabei vom Terrior. Aufgrund ihres relativ hohen Säuregehalts besitzen Rieslingweine eine sehr gute Lagerfähigkeit. Die Fruchtaromen weichen im Laufe der Reifung mineralischen und Bodentönen. Altersgereifte Weine weisen zudem häufig eine „Petrolnote“ auf.  

Der Riesling bringt auch hochwertige süße Weine hervor. Geerntet als Edelfaule, die durch die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) hervorgerufen, Geschmackskonzentration oder als hochwertiger süßer Eiswein. In beiden Fällen stellt sich ein honigwürziges Aroma ein. Edelsüße Rieslingweine bester Erzeuger, besonders Trockenbeerenauslesen, erzielen auf Auktionen extrem hohe Preise und sind ausgesprochene Raritäten.

Riesling hat von Hause aus schon einen hohen Säureanteil was zusammen mit den sortentypischen Aromen leicht zu Parallelen mit dem (grünen) Apfel aufweisen lässt.

Die sonst üblich, Manolaktische Gärung ist beim Riesling eher unerwünscht, somit findet auch keine Biologischer Säureabbau statt. Daher bleibt der Anteil der Äpfelsäure im Rieslingwein sehr hoch erhalten. Dies macht sich nach einer Weinprobe mit viel Riesling nicht nur am Zahnschmelz bemerkbar sonder so mancher Kollege hatte schon nach den ersten paar Gläsern Sodbrennen verspürt.

Insbesondere nördliche Anbaulagen sowie karge Schieferböden prägen häufig die Apfelnote 

Ebenfalls bei jungen Rieslingen, deren Mostgewichte kaum Spätlesequalität erreichen, ist ein Aroma von Zitrone oder Grapefruit wahrnehmbar. Schwere Löss–Lehmböden, die aufgrund ihres natürlichen Feuchtigkeitsgehalts relativ kühl sind, werden häufig mit Zitrus-Aromen in Verbindung gebracht. Gute Rieslingweine aus dem kühlen Anbaugebieten Mosel, Mittelrhein und Nahe verfügen schon kurz nach der Gärung über schöne Pfirsicharomen. Wurde das Lesegut in vollreifem Zustand eingeholt (jahrgangs- oder lagenbedingt) tendieren die Weine eher zu einem vollen Aprikosenaroma. Insbesondere die trockenen Verwitterungsböden aus Buntsandstein erbringen sehr aromatische Rieslingweine, die oft an Aprikosen erinnern.  

Die Abstammung des Rieslings stellt DI Dr. F. Regner von der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg in seinen Untersuchungen folgendermaßen dar: „Unsere genetischen Analysen lassen beim Riesling drei genetische Phänomene erkennen, die zur heutigen Rebsorte geführt haben. Der vermutlich letzte Schritt war die Einkreuzung der Rebsorte Heunisch und hat dem Riesling einiges an Beständigkeit Vitalität und möglicherweise sein Säurepotential gebracht. Zuvor war es eine Rebe, die eine Kombination aus Traminer mit einer autochthonen Rebe vom Rhein darstellte. Die Traminerweinkreuzung könnte spontan erfolgt sein und stellte wahrscheinlich eine qualitative Verbesserung dar. Den Traminer haben vermutlich die Römer an den Rhein gebracht. Die ursprüngliche Rebe bringt vor allem die Frosthärte und Kleinbeerigkeit mit. Diese Rebe war vermutlich schon von den Germanen in Besitz genommen und könnte auf Grund der Nähe des Rieslings zu den Wildreben aus diesen ausgelesen worden sein. Die örtliche Herkunft vom Rhein dürfte unbestritten sein.” Schloss Johannisberg, der erste Nachweis von Riesling-Reben stammt aus den Rüsselsheimer Rechnungen des Kellers Klaus Kleinfisch an seinen Herrn Graf Johann IV von Katzenelnbogen im Jahr 1435.

Riesling ist in Deutschland mit ca 22.000 ha Anbaufläche die am weitesten verbreitete Rebsorte. Sie nimmt über 20 Prozent der Rebfläche ein und wird in allen deutschen Weinbaugebieten kultiviert. Je ein Viertel der gesamt-deutschen Anbaufläche des Riesling nehmen die beiden Weinbaugebiete Mosel und Pfalz mit insgesamt über 10.000 ha in  beschlag.

Auch im Anbaugebiet Österreich wird der Riesling mit einer Gesamtfläche von mehr als 1600 ha angebaut. Gerade in den nördlichen Gebieten wie Wachau, Kremstal, Kamptal und Traisental zeigt der Riesling an den steilen und steinigen Terrassen entlang der Donau sein Potential. 

Sehr geehrte ReiseTravel User,

ich hoffe, mein kleiner Exkurs hat Anklang befunden. Bitte, besuchen Sie mich doch einmal, auf meiner Web-Site oder beim nächsten Berlin-Trip im Hotel Andel’s. Ich freue mich auf Sie, 

Ihr

Stefan Jüling

 

Stefan Jüling -  www.stefan-jueling.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Stefan Jüling mit Fotos von Gerald H. Ueberscher 

 

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