Bozen

Der oder die Grappa?

Korrekte Antwort: Ja. Während es im Italienischen eindeutig die Grappa und in der Mehrzahl die Grappe heißt, ist man es im deutschsprachigen Raum gewohnt, von dem Grappa zu sprechen. Dem Siegeszug des/der Grappa hat diese kleine sprachliche Verwirrung keinen Abbruch getan.

Im Gefolge des Siegeszugs der „cucina italiana" in Deutschland kam auch der Grappa ins Land - als abrundendes Element niveauvoller Ess-und Trinkkultur. Grappa ist zwar artverwandt mit den deutschen Tresterbränden und dem französischen „Marc", doch nur ein in Italien (und damit auch Südtirol) destillierter Tresterbrand darf die Bezeich­nung Grappa tragen. Heute gilt das edle Destillat schlicht als Genuss und steht für Lebensart, Gastlichkeit und Geselligkeit. Nicht nur als Digestif, also verdauungsfördernder Magenputzer nach dem Essen, wird er genossen. Im Espresso mit Schuss, dem Caffe corretto, ist er quasi Nationalgetränk, als Grappa Sour, Grappa Highball oder aufgefüllt mit Prosecco beliebter Longdrink bzw. Aperitif. Und auch die Küche mag vielfach auf Grappa als besonderes Geschmacksvergnügen nicht verzichten.

Grappa - der Name kommt von: grappolo = italienisch für Traube - ist ein Destillat, das aus den Schalen der abgepressten Weintrauben gewonnen wird. Für einen Spitzengrappa gelten die gleichen Kriterien wie für große Weine. Die Qualität des Bodens, die Rebsorte, das Klima und die Witterung beeinflussen den Geschmack des Grappa ebenso wie den des Weines. Durch das Pressen der Trauben entstehen Most und Trester. Dieses Gemisch ausgepresster Trauben und Most nennt man Maische. Bei Weißweinen wird der Most sofort von den Schalen getrennt und dann vergoren, bei Rotweinen gärt der Most auf der Maische. Nach dem Abziehen des fertig vergorenen Mostes bleibt der Trester übrig. Dieser wird dann als frische, aromatische, duftende und noch feuchte Masse in der Destillationsvorrichtung, der Brennblase, erhitzt. Dämpfe steigen auf, werden abgeleitet, gekühlt und als Flüssigkeit in einem Sammelbecken aufgefangen. Dieser Vorgang wiederholt sich in verschiedenen Hitzestufen, wobei im mittleren Temperaturbereich von etwa 78° Celsius die reinsten Alkoholdämpfe und Aromastoffe aufsteigen. Dieser Mittellauf der Destillation - auch Herz des Brandes genannt - wird als Grappa-Destillat aufgefangen.

Ein guter Grappa kann nur aus guten Trauben gewonnen werden, deren Traubenschalen reich an Aromastoffen sind. Hier haben sich die Bemühungen der Südtiroler Weinwirtschaft bezahlt gemacht. Die Fortsetzung der alten Tradition in der Herstellung von Qualitäts-Destillaten sorgt für die Güte und unverwechselbare Charakteristik glasklaren Südtiroler Grappas. Das Qualitätszeichen „Qualität Südtirol" legt zusätzliche Bestimmungen fest. So darf nur ausgesuchter Trester aus Südtirol verarbeitet werden. Südtiroler Grappa ist vollständig frei von Zusätzen und Veredelungsstoffen, muss mindestens 75 von 100 Punkten nach dem Bewertungssystem der Vereinigung der Grappa-verkoster Italiens erfüllen und unterliegt stets strengen Kontrollen. Südtiroler Grappa erfüllt somit besonders hohe Kriterien an Reinheit und Qualität.

 

Kontakt

 

EOS - Export Organisation Süd der Handelskammer Bozen

Südtiroler Strasse 60, I-39100 Bozen

http://www.eos.handelskammer.bz.it/

Leiter Marketing Dr. Paul Zandanel

 

Italienisches Institut für Außenhandel - I.C.E.

Jägerhofstrasse 29, D-40479 Düsseldorf

Fon 0211-3879914, food@dusseldorf.ice.it - www.italtrade.com/deutschland

Leiter Food Paolo Pesce

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gertrud Schmitz.

 

 

 

 

 

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