Sat Bains

Sat Bains vom Restaurant Sat Bains in Nottingham England im Ikarus

Groß ist er und imposant: Wie ein Footballspieler könnte man im ersten Moment sogar meinen. Doch wer denkt, Sat Bains’ Statur lasse auf eine grobe, ungelenke Küche schließen, ist völlig auf dem Holzweg. Der sympathische Zwei-Sterne-Koch mit indischen Wurzeln aus Nottingham ist vielmehr ein Perfektionist mit Hang zum Filigranen, der jedes kleinste Detail in seinen aromenreichen, britisch angehauchten Degustationsmenüs

im Blick hat. Dabei kommen Kreationen heraus, die dann doch wieder viel mit Bains’ Physis zu tun haben und sich mit nur einem Adjektiv beschreiben lassen: kolossal.

Dass Bains einmal zu den besten Köchen der Welt gehören würde, war anfangs nicht zu erahnen. Im Gegenteil – da seine Eltern nichts mit Gastronomie am Hut hatten, entwickelte der in Derby geborene Bains weder eine Leidenschaft fürs Kochen noch ein Interesse am Kochberuf: „Koch zu werden, hatte ich mir niemals vorgestellt. Für mich hatte Essen etwas mit Familie und Zusammensein zu tun.“

Als er mit 18 Jahren das Derby College besuchte, schrieb er sich für den Catering-Kurs ein. Aber nur wegen der langen Schlange an Mädchen, die sich für die Einschreibung zum Kurs gebildet hatte. Trotz der Überzahl an Frauen in seinem Kurs entwickelte Bains keine Leidenschaft fürs Kochen. Das geschah erst durch seine Begegnung mit Mick Murphy, einem Koch, für den er nach seinem Abschluss arbeitete. „Er sah aus wie ein Landstreicher. Aber er sprach so leidenschaftlich von Essen. Er war derjenige, der den Funken in mir entzündet hat.“

Ein echtes Feuer entfachte in Bains dann Marco Pierre White. Oder besser gesagt, seine Kochbiografie White Heat, die Bains in nur dreieinhalb Stunden durchgelesen hatte und die ihn dazu motivierte, höherklassige Restaurants in seinen Fokus zu nehmen. „Dieses Buch inspirierte mich, ein paar Bewerbungen rauszuschicken und einfach mal zu schauen, was passiert.“ Und es passierte einiges: Bains landete in Oxford in einem Ableger des Le Petit Blanc, um anschließend für drei Monate im L’Escargot in London zu arbeiten.

In Nottingham nahm er 1999 am Kochwettbewerb für Nachwuchsköche Roux Scholarship teil, den er auch prompt gewann. Sein Preis: eine Hospitanz im Drei-Sterne-Restaurant Le Jardin des Sens in Frankreich. Danach wechselte er als Küchenchef ins Hotel Des Clos in Nottingham, das er 2002 ins Restaurant Sat Bains transformierte. Hier zaubert Bains seitdem eine Küche auf die Teller seiner Gäste, die genauso außergewöhnlich ist wie das Industriegebiet, in dem das Restaurant seinen Sitz hat: „Unsere größte Leidenschaft ist es, unseren Gästen etwas Einzigartiges zu bieten.“

Gesagt, getan: Ob Entenleberpastete, eingerollt in Entenschinken, mit Erdnüssen, Zuckermais, Shiitake-Pilzen, Frühlingszwiebeln und Pflaumenpüree, Wilder Hase mit Quitte, frischer Birne, Blumenkohl, gehobelter Bitterschokolade und einem Toast mit Hasentatar oder Sanddorn mit Karamell, Meringue und Pinienkernen – Bains versteht es meisterhaft, verschiedene Aromen zu kombinieren und daraus ein harmonisches, komplexes Gesamterlebnis zu kreieren. Und das alles unter Verwendung lokaler Zutaten.

2003 erhielt das Restaurant Sat Bains für seine innovative Küche den ersten Michelin-Stern – als einziges Restaurant in Nottinghamshire. Es folgten weitere Auszeichnungen wie Chef’s Chef of the Year im Jahr 2009 – und der zweite Michelin-Stern im Jahr 2011. Das Sahnehäubchen gab es dann 2013: Bains’ Kochbuch Too Many Chiefs Only One Indian bekam die Auszeichnung Bestes Kochbuch der Welt beim Gourmand Award in Paris sowie noch 7 weitere internationale Auszeichnungen. Durch zahlreiche Auftritte im englischen Fernsehen konnte Bains seine Popularität und sein Renommee zudem auch außerhalb der Gourmetszene ausbauen. Sternekoch Sat Bains ist eine beeindruckende Erscheinung. Schwingt er dann den Kochlöffel und zaubert er eines seiner gefeierten filigranen Degustationsmenüs auf die Teller, ist man noch mehr beeindruckt. So viel Leichtigkeit hätte man ihm gar nicht zugetraut. Den gigantischen Genuss, den seine Menüs bieten, dagegen schon.

Im Monatsrhythmus gastieren die besten Köche der Welt im „Restaurant Ikarus“ im Hangar-7 am Salzburg Airport und präsentieren in enger Zusammenarbeit mit „Restaurant Ikarus“ Patron Eckart Witzigmann & Executive Chef ihre besten Kreationen.
Öffnungszeiten Hangar-7 Flugzeugmuseum von 09.00 bis 22.00 Uhr, Restaurant Ikarus Küche von 12.00 bis 14.00 und 19.00 bis 22.00 Uhr

Salzburg Airport – Wilhelm-Spazier-Straße 7A, A-5020 Salzburg - www.hangar-7.com  

Von Marisa Wutschl.  

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