Berlin

Club des Chefs des Chefs

Kochen im Dienst der Diplomatie: Der exklusive gastronomische Verein, „Club des Chefs des Chefs“ - C.C.C. - traf sich in Berlin. 20 der rund 40 Mitglieder des Clubs folgten aus Anlass seines 35. Geburtstags einer Einladung von Ulrich Kerz, Chefkoch im Bundeskanzleramt Deutschland.

Das Treffen stand ganz im Zeichen der Feiern zum 50-jährigen Bestehen des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags. Normalerweise ist es der Job dieser Köche für Könige, Staats- und Regierungschefs zu kochen. An diesem Tag mussten sie nicht selbst am Herd stehen: Sie waren Gäste der Deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach dem Start in Berlin agierten die Köche der Mächtigen dieser Welt in Paris. Hier wurden sie im Elysée-Palast von Präsident Hollande empfangen. Doch statt von Genuss und Völlerei berichten sie von strengen Regeln und fettarmem Essen.

Mit von der Partie, zu der neben dem Kochen auch der Besuch von Märkten und Sightseeing gehörten, waren unter anderen die Köche aus dem Weißen Haus, der Vereinten Nationen, dem Kreml sowie dem Buckingham Palast.

Präsident des Clubs ist Christian Garcia, der für Prinz Albert von Monaco kocht

Gilles Bragard, ein Hersteller für Berufskleidung gründete den elitären Club 1977 in Paris im Restaurant von Paul Bocuse.

Für Bragard ist Essen auch Diplomatie: „Danach werden immer die besseren Vereinbarungen getroffen“, erklärte er. Bragard ist jedoch der Meinung: „Die beste Küche der Welt ist immer noch die der eigenen Mutter“.

Gipfeltreffen am Brandenburger Tor

Alle angereisten Köche präsentierten sich in ihrer weißen Berufskleidung, die mit dem persönlichen Namen und der Flagge ihres Landes versehen war. Nur zwei Frauen waren bei den Promi-Köchen vertreten: Christeta Comerford aus den USA, die für Präsident Obama im Weißen Haus kocht, und Rosaleen Mc Bride aus Irland, die für den Präsidenten der Republik Irland das Essen zubereitet.

Nach den Essgewohnheiten und Vorlieben ihrer Chefs befragt, gaben die Köche kaum Geheimnisse preis: Überwiegend kämen regionale Produkte, viel Gemüse und wenig Fleisch auf den Tisch.

Mark Flanagan (l.) Vice-President of the C.C.C. sowie Chef to Her Majesty the Queen of Great Britain – quasi der Chefkoch Ihrer Majestät der Königin, Sterne-Koch Prof. Dr. Eckart Witzigmann – „Gemeinsame Arbeit verbindet!“

Natürlich wird auch auf die Geschmäcker der Staatsgäste Rücksicht genommen. Die Clubmitglieder tauschen sich darüber telefonisch aus, damit bei einem Staatsbesuch dem Gast nicht immer das gleiche Menu vorgesetzt wird.

Vakhtang Abushidi Chefkoch im Kreml: „Ich koche für Präsident Putin!“

Bernard Vaussion – Chef of the President of the Republic of France - kocht seit knapp 40 Jahren im Elysee-Palast und hat in dieser Zeit das Essen für sechs Präsidenten zubereitet.

„Berlin ist immer eine Reise wert“. Am Brandenburger Tor vor der Botschaft Frankreichs: Sein neuer Chef Francois Hollande isst gern, aber er trifft keine bestimmte Auswahl. Allerdings liebt er Käse, den Nicolas Sarkozy streichen ließ. Auch Singvögel wie bei Francois Mitterrand würden nicht mehr serviert.

Tim Wasylko

Anders als in Frankreich wechselt der Chefkoch in Kanada, wenn ein neuer Präsident gewählt wurde.

Der Schweizer Koch Gregor Zimmermann – Chef in charge of the Official Receptions - lässt die Dickmacher weg und kocht mit weniger Fett und Mehl. Auch wenn Österreichs Küche für Mehlspeisen und Torten weltbekannt ist, sagt Chef in charge of the Official Receptions der Chefkoch Rupert Schnait: „Weniger ist mehr“. Allerdings meinte er auch: „Schokolade ist immer gut“.

Zwei Köche aus zwei Ländern kochen für zwei Staatschefs

Rupert Schnait (l.) und Gregor Zimmermann – auf dem Weg in das Bundeskanzleramt in Berlin

Christeta Comerford ist seit 2005 im Weißen Haus als Chef to the President of United States für die Ernährung des amerikanischen Präsidenten und seiner Familie zuständig. Man legt besonderen Wert auf gesundes Essen. Davon ist der Hund der Familie nicht ausgenommen, der eine gesunde Diät nach den Empfehlungen des Tierarztes erhält, wie die Amerikanerin berichtete.

Jeder Chef hat einen Chef, das gilt auch für Staatschefs

Jesper Vollmer, der Chefkoch der Königin Margarethe von Dänemark, betonte, dass die Zusammenstellung der Menüs davon abhängt, wo sich die Königin gerade aufhält. Beispielsweise wird bei einem Aufenthalt nahe der deutschen Grenze auch Rote Grütze gegessen. Nicht nur gesund, aber auch sicher soll das Essen für die Staatschefs sein.

Allerdings gibt es keine Vorkoster mehr. Man verlässt sich auf die handverlesenen Köche. Nur in Moskau wird das Essen in der Küche auf Gift geprüft, bevor es serviert wird.

Devise des CCC: „Die Politik trennt Menschen, das Essen vereinigt sie“

Daryl Schembeck kocht seit 2005 in New York für die Vereinten Nationen. Für Papst Benedikt XVI. informierte er sich sogar in deutschen Kochbüchern. Immerhin gab Schembeck preis, dass der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon gedämpften Fisch und Gemüse bevorzugt.

„Was isst die Bundeskanzlerin?“

Ulrich Kerz – Chef to the Chancellor of Germany - kocht seit 2000 im Kanzleramt. Die Kanzlerin mag Eintöpfe, Gemüse und Salate. Letzteres kauft er selbst in Berlin und Umgebung ein. In den vergangenen Wochen gab es viel Spargel, doch Spitzkohl, Schwarzwurzeln, Kohlrabi oder Teltower Rübchen kommen ebenfalls auf den Tisch. Ebenso wie der französische Präsident liebt Angela Merkel auch Käse. Das lässt auf eine gute deutsch-französische Zusammenarbeit hoffen.

ReiseTravel Fact: Die Köche „Club des Chefs des Chefs“ kochen für die mächtigsten und einflussreichsten Menschen der Welt und deren Gäste, sie wissen um Leibspeisen der gekrönten Häupter und sie sind die wichtigsten Botschafter der Esskultur ihrer Nationen.

„Dieser Club des Chefs des Chefs Auftritt war ein Erfolg!“

Franck Droin, Hotel Manager Hotel Adlon Kempinski, www.kempinski.com

Die Küchenchefs der Staats- und Regierungschef haben sich zusammengeschlossen in einem elitären Zirkel, dem nur beitreten darf, wer die strikten Aufnahmebedingungen erfüllt: Dem „Club des Chefs des Chefs“.  www.club-des-chefs-des-chefs.com  

Hotel Imperial special: Gutes Essen ist wie große Kunst: Rupert Schnait ist ein Energiebündel, er sprüht nur so vor Ideen und er ist Mitglied im „Le Club des Chefs des Chefs“. Dem Club können nur Köche beitreten, die für einen Staatschef oder einen Monarchen kochen. Die Crème de la Crème der Köche: Der Club des Chefs des Chefs oder nur kurz C.C.C. genannt ist der beste Gastronomieverband der Welt.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press, Fotos Gerald H. Ueberscher.

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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