Lutherstadt Wittenberg

Gab's bei Luthers schon Kartoffeln?

Tafeln wie zu Martin Luthers Zeiten: Nach Wittenberg pilgern jedes Jahr über eine Viertelmillion Touristen an die Wiege der Reformation. Im Best Western Stadtpalais Wittenberg wird nun auch ein historisch verbürgtes Menü auf Tongeschirr serviert, an geschichtsträchtiger Stelle, nach den Rezepturen Katharina von Boras.  

Der Herr Luther, sprachen einst im letzten Herbst die Gäste zum Direktor des Best Western Stadtpalais Wittenberg, sei doch dem Weltlichen so ganz und gar nicht abgeneigt gewesen. Was eigentlich habe er denn damals gern gegessen, was habe er getrunken und überhaupt wäre es doch eine feine Sache, wenn man hier und heute Speis und Trank von anno dazumal verköstigen könnte?

Anlass zu diesen Fragen gab ein sensationeller Fund im Sommer des vergangenen Jahres: Am Lutherhaus haben Gärtner gut erhaltenen Reste der Küche des Reformators entdeckt. Bei der Neugestaltung des Gartens wurde auf der südlichen Seite in etwa 2,80 Meter Tiefe ein Kellerraum des ehemaligen Haushaltstraktes freigelegt. Luther wohnte in dem Haus von 1512 bis 1546. Mit dieser Entdeckung kam den Mannen des Best Western Hotels Stadtpalais Wittenberg eine Idee: Essen und Trinken wie zu Luthers' Zeiten  

Die Recherchen von Küchenchef Markus Kuschel und seinen Mitarbeitern nahmen schnell den Charakter wissenschaftlicher Forschungen an. Ging es doch um Fragen wie: Schmissen die Lutheraner wirklich mit Knochen um sich? War die Kartoffel dereinst schon auf den irdenen Tellern der Europäer? Wie wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts gesüßt, wie gegart und wie gesotten? Das benachbarte Lutherhaus half mit entsprechender Fachlektüre. Über mehrere Monate zogen sich die Vorbereitungen hin, danach war man im Best Western Stadtpalais Wittenberg um einiges schlauer und unternahm einen schmackhaften Exkurs in die Küche des Mittelalters.  

Was Luther schon schmeckte: Als Luthermahl serviert der Küchenchef eine Platte vom Hofvieh für zwei Personen. Darauf sind gepökeltes Jungschwein, gekochtes Rindfleisch im Kräutersud und gebratene Hähnchenkeule angerichtet. Dazu werden deftiger Erbsbrei und Bauernbrot sowie eine Gemüseauswahl aus Katharina von Boras Garten gereicht - Mohren, Steckrüben, Weißkohl und Pastinaken oder Petersilienwurzel. Für Fischfreunde bieten wir junge Heringe mariniert im Sud von Honig, Senf und frischen Kräutern, angerichtet auf einer Platte mit grünen Bohnen und deftig gebratenem Speck. Dazu servieren wir Selleriemus, kleine Brotfladen, Mohren, Steckrüben und Pastinaken. Kleine Apfelteiglaibe mit Bienenhonig runden das historische Geschmackserlebnis ab. Dazu wird der hauseigene Lutherwein empfohlen, als Silvaner und Merlot ausgeschenkt.  

Wie all dies auf den Tisch kommt: In den Genuss des Luthermahles kommen jeweils mindestens zwei bis maximal sechzig Personen. Pro Person werden 19,90 Euro berechnet. Eine Vorbestellung bis ist erwünscht.  

Das Auge isst mit: Weil das Auge bekanntlich mitisst, gibt es das historische Menü im passenden Dekor. Das Best Western Stadtpalais Wittenberg hat für das Luthermahl Geschirr aus Ton herstellen lassen, wie es zur damaligen Zeit benutzt wurde. Sämtliche Trinkgefäße, auch die Weinbecher, sind ebenfalls aus Ton. Aufgetischt wird in der hauseigenen Taverne. Wie im 16. Jahrhundert dienen Blüten als Dekoration auf den Tischen.  

Leibgericht Schwein: Fleisch, Fleisch und nochmals Fleisch stand auf dem Speisezettel der Bürger in der Reformationszeit. Durch Pökeln, Räuchern und Trocknen wurde das Fleisch haltbar gemacht. Martin Luther hegte eine besondere Vorliebe für Schweinefleisch. Katharina von Bora verwöhnte ihren Gatten mit Petersilie, Rosmarin und Thymian aus dem eigenen Kräutergarten. Die gebratene Hähnchenkeule bereitete sie in Schweineschmalz zu. Das Huhn, oft auch in Mandelmilch gegart, war ein alltägliches Gericht zur Lutherzeit. Dazu gab es Gemüse und Hülsenfrüchte, die zu Brei verarbeitet wurden. Kartoffeln kannte man noch nicht. Sogar das Brot für das Luthermahl wird eigens in der Best Western Stadtpalais- Küche gebacken - mit grobem Mehl und wenig Salz. Brot wurde zu Luthers Zeiten gern auch zum Eintunken in Soßen verwendet, die auf Weintraubenbasis hergestellt wurden. Als Nachspeise wurde im 16. Jahrhundert Obst gereicht, zum Süßen wurde Honig verwendet. Für die Apfelteiglaibe legte sie in Scheiben geschnittene Äpfel auf Teig, buk die Masse und bestrich sie mit Honig, den sie von den Bienen aus ihrem Garten gewann.  

Die Mensa der Katharina von Bora: Gekocht hat man an offenen Feuerstellen und Öfen mit Funkendach. Über dem Feuer hingen Kessel aus Eisen, Messing oder Keramik, andere Gefäße standen auf einem Dreifuß. Katharina von Bora versorgte täglich bis zu 50 Studenten. Sie betrieb die damals umfänglichste Viehhaltung in Wittenberg mit Schweinen, Kühen, Kälbern, Hühnern, Enten und Gänsen. Sie bewirtschaftete mehrere Äcker und Gärten sowie einen hauseigenen Blumen-, Krauter- und Gemüsegarten. Dort wuchsen Rettich, Kohl, Kürbisse, Nüsse, Äpfel und Birnen, Weintrauben, Kirschen und Pfirsiche. Sogar Melonen und Speierlinge wurden geerntet. Sie züchtete auch Exoten wie Safran, Lorbeer, Feigen und Pomeranzen. Ihre Küche belieferte sie mit bekannten Gewürzen wie Anis, Kümmel, Liebstöckel, Kerbel, Fenchel und Senf. Pfeffer, Muskatnuss, Zimt, Gewürznelken und Ingwer ließ sie importieren.  

Sitten bei Tisch: Die Sitzplätze am Tisch waren nach einer strengen sozialen Hierarchie vergeben. Bei einer Einladung zum Essen nahm der Gast seinen eigenen Becher und das eigene Messer mit. Man aß mit dem Messer, mit groben Löffeln - und mit den Fingern, je nach Stand. Die Gabel diente nur zum Aufspießen der Speisen von großen Platten. Üblich waren zwei Mahlzeiten am Tag: zwischen 10 und 11 Uhr das Mittagessen und zwischen 16 und 19 Uhr das Abendbrot. Frühstück nahmen nur die Bauern zu sich.  

In nächster Nachbarschaft zu Luther: Das schöne Vier-Sterne-Hotel liegt mitten in der historischen Altstadt Wittenbergs und ist idealer Ausgangspunkt für Stadtbesichtigungen und Ausflüge zu den Stätten des UNESCO-Welterbes. Das Haus verfügt 78 geräumige Zimmer, eine Lobby mit Kamin, Sauna, Dampfbad und Restaurant. Die Spuren der Reformatoren prägen die Stadt. So findet man u.a. die Wohnhäuser Martin Luthers und Philipp Melanchthons sowie das kurfürstliche Schloss mit der Schlosskirche, an deren Tür Martin Luther 1517 seine 95 Thesen angeschlagen hat. Der Wittenberger Marktplatz ist einer der schönsten Plätze Deutschlands. Hier stehen die bekannten Denkmäler Luthers und Melanchthons, umringt von prächtigen Bürgerhäusern der Renaissance.  

Best Western ist mit über 4.000 Hotels (320.000 Zimmer) in rund 80 Ländern die größte Hotelkette der Welt. Best Western Hotels Deutschland GmbH mit Sitz in Eschborn betreut 146 Hotels in Deutschland, Luxemburg und Polen, die im Jahr 2007 einen Gesamtumsatz von 345 Millionen Euro erwirtschaftet haben.

 

Kontakt

 

Best Western Stadtpalais Wittenberg

Michael van der Sanden

Collegienstrasse 56-57, D-06886 Lutherstadt Wittenberg

 

Tel. 0 34 91 - 42 50, Fax 034 91 - 42 51 00, e-Mail: info@stadtpalais.bestwestern.de

 

http://www.stadtpalais.bestwestern.de/

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Anke Cimbal.

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