Harald Kießling

Ein Thüringer kocht für Bremen

“Nein, - so Harald Kießling - in der Bremer Landesvertretung gibt es keinen Thüringer Einschlag in der Küche. Hier gibt es nicht Hering mit Thüringer Klosen und Rotkohl. Fischgerichte dominieren.“ Der Wirtschaftsleiter der Landesvertretung der Freien Hansestadt Bremen ist zwar Thüringer und Koch, doch er weiß auch, was er dem diplomatischen Bremer Parkett Rechnung tragen muss. Außerdem – der Koch ist in die zweite Reihe gerückt: Nach der Koch-Olympiade im Jahre 2000 - damals erkochte er mit dem deutschen Team den dritten Platz – musste er sich umfassend seinen neuen Ausgaben widmen.

Harald Kießling, 1959 geboren, stammt aus Hirschberg an der Saale. Im Stadthotel in Gera hat er gelernt. Danach hat er knapp drei Jahre lang (ab 1980) auf Deutschlands sonnenreichsten Insel – Usedom – gearbeitet – erstmals die Vielfalt der maritimen Küche kennen gelernt, Ein Abstecher in jener Zeit war eine Wintersaison im Erzgebirge (Oberwiesenthal). Im Jahre 1982 hat der Koch Landgang in Berlin, richtiger: Er ankerte im Hospiz in der Albrechtstraße in Mitte. Es wurde ein langer Landgang – 17 Jahre dauerte er an. In jener Zeit wurde aus dem Hospiz das Hotel Albrechtshof (1994). Eine Konstante in diesen Jahren war das Hotelrestaurant und die Qualität seiner Küche...

Als im September 1999 die neue Bremer Landesvertretung eröffnete war Harald Kießling dabei. Doch nicht nur als Koch, sondern als Wirtschaftsleiter. Damit hatte sich sein Aufgabengebiet wesentlich vergrößert, war vielfältiger und vielschichtig geworden. Eine Köchin und ein –Kochauszubildender stehen nunmehr an der Seite des Kochkünstlers. Doch angesichts der Aufgaben, wird Kießlings Team vergrößert – durch studentische Helfer beispielsweise, doch durch Fachkräfte, wenn die Arbeiten dies erfordern. „Immer aber – so der Wirtschaftsleiter – sind es erfahrene Mitarbeiter, denn was wir brauchen ist Qualität.“

Die Aufgaben-Welt Harald Kießling lässt sich am ehesten im Internet-Portal der Landesvertretung des Landes Berlin beim Bund umreißen: „Die Vertretung der Freien Hansestadt Bremen beim Bund ist als politische Repräsentanz in der Hauptstadt Berlin ... Schaufenster des Zwei-Städte-Landes Bremen und Bremerhaven und Begegnungsort für ihre Besucherinnen und Besucher von binnen und buten. Die Bevollmächtigte und ihre Kolleginnen und Kollegen verstehen sich als Botschafter der Interessen Bremens und zugleich als Dienstleister bei der Vermittlung von Informationen, Gesprächen und Kontakten.

Vielfältige Veranstaltungen in diesem offenen und gastfreundlichen Haus Bremens führen Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft zusammen. Tagungen, Vorträge, Diskussionen, das landestypische ‚Kohl-und-Pinkel-Essen’ oder das ‚Bremerhavener Fischessen’ bieten eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Jüngste Ereignisse, die der Wirtschaftsleiter Kießling – neben den laufenden Arbeiten – begleitet waren zum Beispiel der Hauptstadt-Rede vom Bürgermeister auf Einladung der Stiftung Zukunft in der Landesvertretung Bremen trug oder die Buchlesung Professor Dr. Karl Holls (Emeritus der Universität Bremen) aus seiner Biographie des Nobelpreisträgers Ludwig Quidde (1856 bis 1941), in der Bremer Landesvertretung stattfand. Der gebürtige Bremer Ludwig Quidde erhielt 1927 für sein pazifistisches Engagement den Friedensnobelpreis und ist damit der einzige Träger dieses Preises, der aus Bremen stammt.  

Bei den traditionellen kulinarischen Ereignissen „Kohl-und-Pinkel-Essen“ oder das „Bremerhavener Fischessen“ kommt Harald Kießling seinem eigentlichen Metier am nächsten. „Kohl mit Pinkel“ übrigens ist wohl eine der bekanntesten Bremer Spezialitäten, man könnte wohl sogar sagen: Das Nationalgericht der Hansestadt. Es wird nur in der kalten Jahreszeit gereicht. In Bremen wird der Kohl – im Gegensatz zum Umland - Braunkohl genannt. Die traditionelle Pinkelwurst besteht aus Nierenfett, Zwiebeln, Hafergrütze, Speckstückchen, Pfeffer, Salz und Nelken. Das Essen findet seinen Höhepunkt in der Kürung einer Kohl-Königin oder eines Kohl-Königs. Diese Würde ist mit der Aufgabe verbunden, die Interessen Bremens für ein Jahr zu begleiten.

 

Landesvertretung der Freien Hansestadt Bremen- Hiroshimastraße 24, D-10785 Berlin, Telefon: +49-30-26930-0, www.landesvertretung.bremen.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Udo Rößling & Maria Drendel,

u_roeszling@gmx.net

 

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