Hannover

Wenn es in den wohlverdienten Urlaub geht, darf auch die Reiseapotheke im Gepäck nicht fehlen.

Tipps für die Urlaubsplanung: Für Menschen, die an der Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus leiden und eine Insulintherapie durchführen, fällt diese ein wenig umfangreicher aus. Mit ein etwas Vorbereitung ist das aber kein großes Problem. Um die Blutzuckerwerte im Griff zu haben, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden.

Dazu gehören:

Blutzuckerkontrolle

Berechnung des Insulinbedarfs

Körperliche Aktivität

Kohlenhydrataufnahme

Lange Flugreisen, Zeitumstellung, ungewohnte Speisen und Aktivitäten wie Sport oder Sightseeing können die Diabetes-Routine durcheinanderbringen. 

Doppelt hält besser:

Reisen mit Diabetes

Was darf im Gepäck nicht fehlen?

Um Insulin ins Blut zu transportieren, gibt es verschiedene Arten der Zufuhr:

Eine Insulinpumpe ahmt die natürliche Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse am besten nach. Sie gibt regelmäßig tagsüber und nachts kleine Mengen von kurz wirkendem Insulin ab. Die Pumpe ist ein kleines Gerät, das bspw. am Gürtel oder BH befestigt werden kann und über einen Katheter und einer Kanüle im Unterhautfettgewebe den Körper mit dem Insulin-Basisbedarf (Basalinsulin) versorgt.

Kleine Insulinmengen zu den Mahlzeiten (Bolus) können spontan verabreicht werden. Das ist gerade auf Reisen sehr praktisch, so ist es leichter, auf erhöhte Blutzuckerwerte, verpasste oder zusätzliche Mahlzeiten, körperliche Anstrengung oder Nahrungsmittel mit unbekanntem Kohlenhydratgehalt zu reagieren. Ist eine längere Reise geplant, macht es Sinn, neben weiteren Kanülen, Kathetern, Hautreinigungstüchern und Pflastern eine Ersatzpumpe oder Einweg-Insulin-Pens einzupacken. Wenn alle Stricke reißen, kann das Insulin damit verabreicht werden.

Reisende mit Diabetes, die einen Pen zum Spritzen des Insulins verwenden, sollten ebenfalls ein Ersatzgerät dabeihaben. Da außerdem bei jeder Injektion neue Nadeln verwendet werden, dürfen es ruhig ein wenig mehr im Reisegepäck sein. Keineswegs fehlen darf ein Blutzuckermessgerät samt Zubehör (Teststreifen, Stechhilfe, Lanzetten). Das Messgerät und die Teststreifen sollten möglichst keinen extremen Temperaturen ausgesetzt werden, die Insulinampullen selbst müssen immer kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Dafür gibt es eigene Kühlbehälter. Zur Not tut es auch eine herkömmliche Thermoskanne. Am Urlaubsort angekommen, werden die Ampullen, wie auch zu Hause, idealerweise im Kühlschrank, zwischen 2° und 8° Grad Celsius aufbewahrt.

Um für alles gerüstet zu sein, empfehlen Ärzte die doppelte Menge an Teststreifen und Insulin einzupacken. Ein Beipackzettel des verwendeten Insulinpräparats kann auf keinen Fall schaden. Bei längeren Urlauben oder Geschäftsreisen ist es ratsam, auch ausreichend Diabeteszubehör im Handgepäck dabei zu haben – große Koffer gehen öfter verloren, als man denkt.

Zeitverschiebung und Kontrollen nicht vergessen

Eine andere Ortszeit kann eine Diabetes-Routine ordentlich durcheinanderbringen. Werden mehrere Zeitzonen durchreist, muss der Insulinbedarf angepasst werden. Fliegt man in den Westen, verlängert sich der Tag und der Insulinbedarf steigt. Richtung Osten verkürzt sich der Tag und dementsprechend wird weniger Insulin gebraucht.

Ein Blutzuckertagebuch zu führen, kann insbesondere im Urlaub dabei helfen, die Ursache für mögliche Abweichungen in den Blutzuckerwerten schneller zu finden. Generell unterstützt ein Blutzuckertagebuch – ob klassisch auf Papier oder ganz einfach und praktisch per App auf dem Smartphone – den täglichen Umgang mit der Stoffwechselkrankheit und ist auch nützlich bei Gesprächen mit den zuständigen Ärzten.

Ein Diabetes-Pass oder ein Diabetes-Attest vom Arzt erleichtern das Passieren der Sicherheitskontrollen bei Flugreisen. Medikamente und Insulinampullen dürfen in gewünschter Menge im Handgepäck mitgeführt werden. Sie müssen auch nicht im vorgeschriebenen Beutel für Flüssigkeiten verstaut werden.

Ein Beitrag mit freundlicher Unterstützung von Accu-Chek®. (Bildquelle: ©Free-Photos – pixabay.com)     

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