Berlin

Bundeskongress des „Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e. V.“

Leitende Krankenhausärzte: Der „Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e. V.“ (VLK) traf sich zu seinem 3. Bundeskongress in Berlin. Der VLK ist die Interessenvertretung, die sich bundesweit der vielfältigen Anliegen der Leitenden Krankenhausärzte annimmt. Der VLK vertritt gegenüber den Klinikträgern, Versicherungsträgern, Politik und Öffentlichkeit seine Anliegen. In Berlin standen die Neuwahl des Vorstandes, eine Preisverleihung und zahlreiche Diskussionspunkte im Vordergrund des Bundeskongresses.

Der 1946 geborene Unfallchirurg Prof. Dr. Med. Hans Fred Weiser wurde im Amt bestätigt. Bereits seit 2003 vertritt er als Vorsitzender des VLK die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen. Das können sowohl beamtete Leitende Krankenhausärzte sein, beispielsweise an Bundeswehrkrankenhäusern tätige Mediziner, als auch an privaten Kliniken angestellte Ärzte. Prof. Weiser war am Diakoniekrankenhaus in Rotenburg an der Wümme als Chefarzt tätig, später wirkte er als Professor in Göttingen. Er ist zugleich auch Vorsitzender der „Kommission Medizin der Deutschen Krankenhausgesellschaft“ (DKG) in Deutschland. In diesem Jahr ehrte der VLK den Bundestagsabgeordneten Jens Spahn mit dem „Zukunftspreis.“ Prof. Dr. Weiser betonte in seiner Rede, bei dem Gesundheitsexperten Spahn handele es sich um „einen verantwortungsvollen Gesundheitspolitiker mit exzellenter Sachkenntnis.“ Natürlich „reibe man sich manchmal, aber das gehört zum Alltagsgeschäft dazu.“ Bei der zweitägigen Tagung kamen beim VLK auch Themen wie die „sachgerechte Information bei Behandlungsfehlern und die Lösung des Ärztemangels“ zur Sprache. Niemand sei frei von Fehlern, sagte ein teilnehmender Arzt aus Bielefeld, aber er vermisse bei einer Berichterstattung sehr oft die Fairness. Begehe ein Arzt einen gravierenden Fehler, werden viel zu oft alle Ärzte dafür verantwortlich gemacht. Eine Fehlervermeidung kann auch schon im Vorfeld minimiert werden. Kaum ein Patient wisse, wie viele Stunden oft ein Chirurg „im OP-Saal steht, weil weit und breit kein anderer Kollege vorhanden ist.“ Aus Kostengründen würden notwendige Arztstellen immer mehr zusammengestrichen und die Belastung des einzelnen Mediziners steige immer weiter voran. Das sei auch einer der Gründe, warum es Jungmediziner geradezu in die Wissenschaft und Forschung dränge, welcher Arzt, welche Ärztin wollen noch eine Praxis eröffnen oder sich dem Diktat der Krankenhäuser unterwerfen? Ein Umdenken von allen Beteiligten wurde gefordert, um den Nachwuchsmangel zu beseitigen. Dabei scheuten sich VLK Vertreter auch nicht, das „heiße Eisen Numerus clausus“ anzusprechen. Ein Chefarzt konnte berichten, dass „eine junge Krankenschwester in meiner Klinik, die mit großem Eifer und Fürsorge ihren Beruf als Berufung verstehe, gerne Medizin studieren wollte. Da sie aber nur einen Notendurchschnitt von 1,8 vorzuweisen hatte, kaum sie als Medizinstudentin nicht zum Zuge.“ Ob die Studenten mit Note 1,0 später immer die „besten Ärzte sind, bezweifle ich gelegentlich“, so der Leitende Krankenhausarzt.

Der VLK sprach bei seinem Bundeskongress viele Dinge an, die alle Beteiligten betreffen. Jeder hier lebende Bürger möchte schließlich im Krankheitsfalle oder bei Unfällen sehr gut, sehr schnell und sehr kompetent medizinisch im Krankenhaus versorgt werden. Die Mitglieder des VLK können Lösungen nur ansprechen und vorschlagen, gefordert ist die Politik. Es sind beispielsweise Leitende Krankenhausärzte selber, die fordern, beim Medizinstudium muss es anders zugehen als es bis jetzt der Fall ist. Eine Kommission z. B. kann in einem Gespräch herausfiltern, ob der Abiturient mit Note 3 ein Medizinstudium aufnehmen kann. Verpflichtet er sich vertraglich noch dazu, nach erfolgreichem Studium aufs Land zu gehen, ist allen gedient. Überlegt er es sich später jedoch anders, zahlt er die vereinbarte Strafe. In einer Zivilgesellschaft lässt sich über Verträge vieles regeln. www.vlk-online.de

Ein Beitrag für ReiseTravel von Volker T. Neef.  

Volker T. Neef ReiseTravel.euUnser Autor berichtet aus der Bundeshauptstadt und ist in Berlin wohnhaft.

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