Berlin

Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) "Noch nicht am Ziel!"

PK in Berlin: Hedwig François-Kettner, APS-Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, kritisierte, dass der Patientensicherheit immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet werde. Gerade im Studium und in der Ausbildung fast aller Gesundheitsberufe sieht die Vorsitzende noch „sehr viel Spielraum für Nachbesserungen.“

In 13 Gesundheitsfachberufen hat man seitens des Vereins untersucht, was Studenten und Schülern in Sachen Patientensicherheit beigebracht worden ist in der letzten Zeit. APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner sagte schon beinahe traurig: „Reichlich wenig.“ Ganz schlecht haben die Studiengänge zur Zahnmedizin und die Ausbildung zum Physiotherapeuten abgeschnitten. Vorgaben, um Kompetenzen der Patientensicherheit zu vermitteln, sind hier vollkommen unbekannt. Die Curricula der anderen Gesundheitsfachberufe regen auch nicht gerade zu Freudensprüngen an.

Bei Humanmedizinern wird viel zu wenig über Kommunikation und Interaktion, zu Arbeitsabläufen und Organisation gelehrt. Die Thematik Hygiene ist schon bei Ärzten und Pflegeberufen angekommen. Am Ziel ist man jedoch noch lange nicht.

„Hohe Infektionsraten in Krankenhäusern und Kliniken bereiten immer noch viele Probleme", so die Vorsitzende, Hardy Müller ist Geschäftsführer der APS e. V.. Eine ganz einfache Erklärung hat er für die immer noch vorhanden Probleme: „Patientensicherheit bindet Ressourcen.“ Zum Nulltarif lassen sich die berechtigten Forderungen auch nicht umsetzen.

Einen kleinen Lichtblick konnte Prof. Dr. Med. Hartmut Siebert, stellvertretender Vorsitzender APS e. V., verkünden: „Nun wird endlich sowohl im Studium als auch in der Ausbildung verstärkt auf die Sicherheit der Patienten Wert gelegt und das Thema wird beachtet. In vielen Punkten haben wir uns durchgesetzt, müssen aber zugeben, das wir noch nicht alle unsere Forderungen erfüllt sehen.“

Die APS vergab auch einen Preis. Geehrt wurde Prof. Dr. Med. Dr. Phil. Kai Zachrowski. Der Mediziner ist Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. Das Thema „Mehr Sicherheit durch weniger Bluttransfusionen“ beeindruckte die Jury. www.aps-ev.de

ReiseTravel Fact: Die Sicherheit der Patienten und Mitarbeiter in allen Kliniken, Krankenhäusern - in allen medizinischen Einrichtungen überhaupt - und die korrekte Einhaltung aller bereits bestehenden Vorschriften ist von großer Bedeutung. Unterlaufen hier Fehler, kostet es vielleicht Menschenleben. Ein weiterer Aspekt lässt sich nicht verleugnen: Ist die Patientensicherheit nicht zu 100 Prozent gewährleistet - machen zahlreiche Patienten einen großen Bogen um diese Einrichtungen, wenn es sich nicht um Notfälle handelt. Eine kleine Operation wie Leistenbruch oder Mandel-OP wird „auf den St. Nimmerleinstag“ verschoben, weil der Patient seinem Hausarzt, der ihn ins Krankenhaus einweisen möchte, sagt: „Ich will doch nicht im Krankenhaus zu Tode kommen. Dort ist die Patientensicherheit nicht gewährleistet.“ Mediziner können dann mit „Engelszungen“ noch so sehr die Vorzüge einer notwendigen OP betonen, man kann aber den Patienten nicht davon überzeugen, das Krankenhaus aufzusuchen.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Volker T. Neef.  

Volker T. Neef ReiseTravel.euUnser Autor berichtet aus der Bundeshauptstadt und ist in Berlin wohnhaft.

Sehr geehrte ReiseTravel User, bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, senden uns Ihre Fragen oder Wünsche. Vielen Dank. Ihr ReiseTravel Team: feedback@reisetravel.eu

ReiseTravel Suche

nach oben