Hamburg

Leichter leben mit Magenband und Magenballon

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist rund eine Milliarde Menschen weltweit übergewichtig: 300 Millionen von ihnen leiden an Adipositas (Fettsucht). Die Tendenz: steigend. Wenn Sport und Diäten versagen, kann die Chirurgie helfen, krankhaftes Übergewicht zu reduzieren und drohende gesundheitliche Folgen abzuwenden. Dr. med. Christoph Konermann, Leitender Arzt der Clinic im Centrum in Steinheim und Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Visceralchirurgie, betreut Adipositaspatienten, die sich ein Magenband oder einen Magenballon wünschen.

Herr Dr. Konermann, was ist eigentlich Adipositas?

Adipositas ist die Folge eines Missverhältnisses von Energiezufuhr und -verbrauch. Die Betroffenen nehmen zu viele Kalorien auf und lagern übermäßig Fett an. Als Richtlinie zur Bestimmung von Adipositas kann der Bodymassindex herangezogen werden. Er errechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat. Liegt er über 25, sprechen wir von Übergewicht. Steigt er über den Wert von 30, handelt es sich um Adipositas. Ab einem BMI von 35 mit Begleiterkrankungen sowie einem BMI von 40 ohne Begleiterkrankungen ist die Adipositas als krankhaft zu betrachten.

Warum rechtfertigt Adipositas einen chirurgischen Eingriff?

Adipositaspatienten haben meist schon viele erfolglose Diäten hinter sich. Sport kommt bei massivem Übergewicht nur noch sehr begrenzt infrage, da die Gelenke stark belastet werden. Diese Möglichkeiten sind also ausgeschöpft. Doch Adipositas ist nicht ungefährlich. Die Erkrankung senkt die Lebenserwartung, da sie unter anderem erhöhte Blutfettwerte und Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Atemprobleme wie Schlafapnoe, Diabetes, Herzschwäche sowie ein erhöhtes Krebs- und Schlaganfallrisiko mit sich bringen kann. Davon abgesehen stellt Fettsucht auch eine psychische Belastung dar und ist in der Lage, Depressionen auszulösen. Kurzum: Der Handlungsbedarf ist hoch.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Für Patienten mit einem BMI ab 27 empfehlen wir von Clinic im Centrum einen Magenballon. Adipösen Menschen mit einem BMI ab 33 und Diabetes sowie Patienten mit einem BMI ab 35 beziehungsweise 40 raten wir hingegen zu einem Magenband. Dieses ist übrigens sogar von der amerikanischen Gesundheitsadministration für die Behandlung von Typ II-Diabetes zugelassen.

Was ist ein Magenballon?

Ein Magenballon ist ein Silikonballon, der sich ohne einen chirurgischen Eingriff über die Speiseröhre in den Magen einführen lässt. Die Patienten erhalten zuvor eine leichte Sedierung. Durch einen Katheter wird der Ballon anschließend mit 500 bis 600 Milliliter Kochsalzlösung befüllt. Der Ballon verbleibt frei schwimmend im Magen und nimmt einen Teil seines Raumes ein. Dadurch tritt das Sättigungsgefühl schon nach geringer Nahrungsaufnahme ein. Nach bis zu zwölf Monaten gelingt es den meisten Betroffenen, ihr Zielgewicht zu erreichen. Dann entfernen wir den Ballon wieder auf demselben Wege.

Wie funktioniert ein Magenband?

Mithilfe eines Magenbands wird in einem minimalinvasiven operativen Eingriff der Magen in einen kleinen Vormagen von 25 Milliliter Fassungsvermögen und den Restmagen unterteilt. Dabei werden keine wesentlichen anatomischen Veränderungen am Verdauungsapparat vorgenommen. Bei Bedarf kann das Magenband ein Leben getragen werden. Die beiden Magenteile bleiben über eine Öffnung, das sogenannte Stoma, verbunden. Der Vormagen kann nur mehr eine sehr geringe Nahrungsmenge aufnehmen und diese langsam über das Stoma an den Restmagen weiterleiten. Dadurch tritt das Sättigungsgefühl sehr rasch ein. Das Magenband besteht aus Silikon und enthält eine Flüssigkeit. Die Menge dieser Flüssigkeit legt fest, wie eng das Magenband sitzt und wie groß demzufolge der Stomadurchmesser ist. Durch einen Schlauch ist das Band mit einem Port verbunden, der unter die Haut implantiert wird. Über diese Vorrichtung können wir jederzeit ohne eine zweite OP weiter Flüssigkeit zuführen, um das Stoma individuell und je nach Fortschritt der Gewichtsreduktion anzupassen. Diese Einstellung des Magenbands kann übrigens nur von einem Spezialisten vorgenommen werden!

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

In den ersten Wochen muss sich der Körper natürlich erst einmal an die Maßnahme gewöhnen. Der Magenballon kann in den ersten Tagen nach dem Einsetzen vorübergehend Symptome wie Übelkeit, Magenkrämpfe oder Sodbrennen auslösen. Dagegen verordnen wir Medikamente. Wichtig ist auch, dass die Patienten beim Essen bestimmte Regeln einhalten. Später vertragen die Patienten den Ballon in der Regel sehr gut. Auch das Magenband zählt zu den am wenigsten gefährlichen Möglichkeiten der Adipositaschirurgie. Dennoch müssen Interessierte bedenken, dass der Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt wird und dass Adipositaspatienten aufgrund ihres massiven Übergewichts und potenziellen Herz-Kreislauferkrankungen ein höheres Operationsrisiko tragen. Wie auch beim Magenballon können in der ersten Zeit Anpassungsschwierigkeiten auftreten. Um Probleme wie beispielsweise Erbrechen zu vermeiden, erhalten die Patienten einen detaillierten Ernährungsplan.

Was können Magenballon und Magenband erreichen?

Mit einem Magenballon können Adipositaspatienten ihr Körpergewicht um durchschnittlich 15 bis 20 Kilogramm reduzieren. Die erfolgreichste Patientin hier in der Clinic im Centrum Steinheim erzielte sogar eine Gewichtsabnahme von 35 Kilogramm. Mit einem Magenband können die Betroffenen theoretisch Normalgewicht erreichen, während sich das Gewicht in der Praxis meist bei einem BMI zwischen 25 und 30 einpendelt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Betroffenen keine hochkalorischen Getränke oder Süßigkeiten zu sich nehmen. Diese können den Magen nämlich ungehindert passieren und die Maßnahmen somit sabotieren.

Kann mithilfe des Magenbands oder des Magenballons auf eine Ernährungsumstellung und Sport verzichtet werden?

Die Bereitschaft, die Essgewohnheiten umzustellen und sich ausreichend zu bewegen, ist in jedem Fall unabdingbar für das erfolgreiche Abnehmen. Magenballon und Magenband sind lediglich Hilfsmittel, keine Allheilmittel. In der Clinic im Centrum werden die Patienten daher auch ermährungsphysiologisch beraten und zu körperlicher Aktivität motiviert. Kleine, ausgewogene Mahlzeiten und 30 Minuten Bewegung täglich sind ideal.

Clinic im Centrum: Unter der Marke Clinic im Centrum (CiC) werden 44 Standorte in Europa – davon 40 in Deutschland – geführt. Die rechtlich und wirtschaftlich eigenständigen Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie haben sich mit ihren Kliniken und Praxiskliniken zu dieser Markenkooperation, die der Qualitätssicherung im Bereich der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie dient, vereinigt. Dies ist einzigartig in Deutschland. CiC repräsentierte im Jahr 2009 mit allen angeschlossenen Standorten einen Gesamtumsatz in Höhe von 102 Millionen Euro, resultierend aus 38.000 chirurgischen und minimalinvasiven Eingriffen. Da der Trend der steigenden Nachfrage nach plastisch-ästhetischer Chirurgie anhält, wird für das Jahr 2010 ein weiterer Anstieg der Zahlen erwartet. Der Premium-Anspruch von Clinic im Centrum begründet sich sowohl in den Aufnahmekriterien als auch in einem einheitlichen Qualitätsmanagement an allen Standorten nach den Richtlinien der DGÄPC (Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch Plastische Chirurgie, älteste Fachgesellschaft auf diesem Gebiet) sowie durch die Anzahl und die Zusammensetzung der Markenkooperation.

 

Von Naciye Schmidt und Ulrike Seibold, www.mit-schmidt.de  

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