München

Schön doof?

Verschlechtern Botoxbehandlungen die Intelligenz? Um die Folgen von Faltenunterspritzungen mit Botulinumtoxin A ranken sich zahlreiche Gerüchte. Böse Zungen behaupten sogar, der Wirkstoff beeinträchtige die geistigen Fähigkeiten. Warum Botulinumtoxin A nicht gefährlich ist und in vielen Bereichen sinnvoll eingesetzt werden kann, weiß Dr. med. Hans-Henning Kunze, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie der Clinic im Centrum Nürnberg.

Im Rahmen einer Studie der Universität Wisconsin-Madison im Sommer 2010 unterziehen sich 20 Probanden einem Sprachtest. Diejenigen, die sich zuvor mit Botulinumtoxin A behandeln ließen, brauchen eine Sekunde länger als die Kontrollgruppe, um einen komplexen Satz zu verstehen.  

Ein Beweis, dass Botulinumtoxin A dumm macht?

„Abgesehen von der mehr als fragwürdigen Versuchsanordnung sagt die Zahl von 20 Probanden statistisch überhaupt nichts aus“, so Dr. med. Kunze. Einzig eine Sache wird klar: Seriöse Aufklärung über den umstrittenen Wirkstoff ist dringend notwendig.

Botulinumtoxin A, kurz Botox, ist ein Bakterientoxin. Nachdem es in den 80er Jahren von Neurologen zur Therapie von Bewegungsstörungen verwendet wurde, entdeckte im Jahr 1992 die Plastisch-Ästhetische Chirurgie den Wirkstoff für ihre Zwecke. Der bekannteste Anwendungsbereich von Botulinumtoxin A ist die Behandlung von Mimikfalten, die mit fortschreitendem Alter durch die Aktivität der Gesichtsmuskulatur entstehen. „Botulinumtoxin A hemmt vorübergehend die Erregungsübertragung von den Nervenzellen zu den Muskeln“, erklärt Dr. med. Kunze. „Infolgedessen fallen die Kontraktionen schwächer aus oder unterbleiben ganz.“ Die untätige Muskulatur baut ab, die Haut entspannt und glättet sich. Die Wirkung von Botulinumtoxin A hält in der Regel bis zu sechs Monate an. Sobald der Körper das Toxin wieder abgebaut hat, verschwindet der Effekt und die Muskulatur gewinnt ihre ursprüngliche Kraft zurück.

Neben Mimikfalten gibt es auch noch sogenannte statische Falten – beispielsweise die Nasolabialfalten – die mit Fillerpräparaten wie Milch-oder Hyaluronsäure aufgepolstert werden können. Bei Bedarf lassen sich Botulinumtoxin A und Filler gleichzeitig verabreichen. Die Behandlung sollte in jedem Fall ein entsprechend ausgebildeter Experte durchführen. Je erfahrener der Arzt, desto feiner modelliert ist das Ergebnis, während der gefürchtete maskenhafte Effekt ausbleibt.

Von der verjüngenden Wirkung abgesehen ist Botulinumtoxin A in der Lage, Kopfschmerz- und Migränepatienten Linderung zu verschaffen. Schräg oberhalb der Augenbrauen liegt ein Muskel, der den Nerv, der aus der Augenhöhle nasenseitig Richtung Stirn verläuft, irritieren kann. Bei einigen Menschen – überwiegend Frauen – löst dies einen Migräneanfall aus. Mithilfe von Botulinumtoxin A kann der betreffende Muskel gezielt ruhig gestellt und das drohende Kopfgewitter abgewendet werden.

Nicht zuletzt profitieren auch Hyperhidrosispatienten von einer Therapie mit Botox. Von Hyperhidrosis Betroffene leiden an übermäßigem Schwitzen, zumeist an Händen und Füßen oder in den Achselhöhlen. Eine medikamentöse Behandlung erweist sich häufig als schwierig und bessert die Symptome nur kurzzeitig. Anders Botulinumtoxin A: Schon eine einzige Injektion kann erreichen, dass sich die Schweißproduktion innerhalb von zwei bis drei Tagen auf ein normales Ausmaß reduziert. Da die Wirkung von Botulinumtoxin A nur langsam nachlässt, bleibt den Patienten genügend Zeit, um den nächsten Behandlungstermin zu vereinbaren. Zahlreichen Betroffenen genügt allerdings eine Injektion pro Jahr. Da Hyperhidrosis als Erkrankung klassifiziert wird, übernehmen in diesem Fall viele Krankenkassen die Kosten. Dr. med. Kunze ist zuversichtlich, was den Einsatz von Botulinumtoxin A betrifft: „Das Potenzial des Wirkstoffs ist sicherlich noch nicht ausgeschöpft. Ich bin gespannt, welche Anwendungsgebiete in den nächsten Jahren noch erschlossen werden.“  

Clinic im Centrum: Unter der Marke Clinic im Centrum (CiC) werden 42 Standorte in Europa – davon 38 in Deutschland – geführt. Die rechtlich und wirtschaftlich eigenständigen Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie haben sich mit ihren Kliniken und Praxiskliniken zu dieser Markenkooperation, die der Qualitätssicherung im Bereich der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie dient, vereinigt. Dies ist einzigartig in Deutschland. CiC repräsentierte im Jahr 2009 mit allen angeschlossenen Standorten einen Gesamtumsatz in Höhe von102 Millionen Euro, resultierend aus 38.000 chirurgischen und minimalinvasiven Eingriffen. Da der Trend der steigenden Nachfrage nach plastisch-ästhetischer Chirurgie anhält, wird für das Jahr 2010 ein weiterer Anstieg der Zahlen erwartet. Der Premium-Anspruch von Clinic im Centrum begründet sich sowohl in den Aufnahmekriterien als auch in einem einheitlichen Qualitätsmanagement an allen Standorten nach den Richtlinien der DGÄPC (Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch Plastische Chirurgie, älteste Fachgesellschaft auf diesem Gebiet) sowie durch die Anzahl und die Zusammensetzung der Markenkooperation.

www.clinic-im-centrum.de

 

Von Naciye Schmidt und Ulrike Seibold, www.mit-schmidt.de  

 

 

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