Berlin

Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie fand in Berlin statt, Ärzte und medizinisches Personal aus dem In- und Ausland nahmen teil.

Risiken in Haushalt und Verkehr: Unter anderem beschäftigte sich der Kongress mit Unfällen im Verkehr und im Haushalt. Professor Dr. med. Joachim Windolf - Kongresspräsident und Direktor der Klinik für Unfall-und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf, erklärte, dass die tödlichen Unfälle im Haushalt die tödlichen Verkehrsunfälle überstiegen. So ist der Sturz von einer wackligen Leiter, über Teppichkanten oder Staubsaugerkabel mit mehr als 80 Prozent eine der häufigsten Ursachen der tödlichen Haushaltsunfälle. An zweiter Stelle folgen Verbrennungen, Vergiftungen, Unfälle mit Chemikalien und Stromschläge, die zu Verletzungen führen. Zu beobachten war, dass Männer sich durch heimwerken verletzen; Frauen bei häuslichen Tätigkeiten. Es war auch eine Abnahme der Verletzungshäufigkeit bei Männern mit zunehmendem Alter zu beobachten, während diese bei Frauen in fortgeschrittenem Alter zunahm.

Rund 300.000 Menschen verunglücken jedes Jahr in Deutschland beim Heimwerken, die meisten an Händen und Fingern. Schnitt- und Stichwunden, Quetschungen und Brüche, aber auch abgetrennte Finger und Fingerkuppen. Allein schon Messer können gefährlich sein, danach folgen Verletzungen beim Umgang mit Sägen, Handkreissägen und Rasenmähern. „Wenn es aber zu klaffenden Wunden kommt, die Wunde stark schmerzt, blutet oder Bewegungsstörungen auftreten, sollten Patienten unbedingt ein Krankenhaus aufsuchen“, empfahl Professor Windolf.

„Da unsere Hand außerordentlich komplex ist, können auch vermeintlich harmlose Verletzungen zu langfristigen Folgen führen“, erläuterte Dr. med. Walter Schäfer, vom Klinikum Oderberg-Kreiskrankenhaus Gummersbach, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand-, Fuß- und Wiederherstellungschirurgie. Unter www.handexperten.com gibt es in der Sparte „Schütz Deine Hände“ konkrete Tipps, wie Verletzungen der Hände vermieden werden können.

Dr. med. Christopher Spering, Oberarzt an der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie Göttingen, berichtete über die Gefahren im Verkehr. Über 300.0000 Menschen verletzten sich im Jahr 2017 bei einem Verkehrsunfall, davon 31.000 Fußgänger und knapp 80.000 Radfahrer.

34.000 Radfahrer wurden schwer verletzt; 150 tödliche Unfälle ereigneten sich mit rechtsabbiegenden Fahrzeugen. Da beide Gruppen in Herbst und Winter besonders gefährdet sind, möchte die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) Fußgänger und Sportler durch reflektierende Leuchtmützen besser sichtbar machen. Zudem wird für die Sicherheit im Straßenverkehr möglichst helle oder reflektierende Kleidung empfohlen. Auch die Beleuchtung am Fahrrad sollte einwandfrei funktionieren. „Bewegen Sie sich immer vorausschauend und rechnen Sie mit Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer“, riet Dr. Spering.

Jedes Jahr erleiden über 700.000 betagte Menschen in Deutschland einen Bruch des Oberschenkels, der Wirbel oder der Arme – Tendenz stark steigend. Brüche im Alter zählen aufgrund des demografischen Wandels inzwischen zu den häufigsten Ursachen für eine Krankenhauseinweisung und spätere Pflegebedürftigkeit.

Professor Dr. med. Ulrich Christoph Liener, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Marienhospital Stuttgart, berichtete, dass die Behandlung von Knochenbrüchen bei Senioren durch ihr hohes Alter und die damit einhergehenden Begleiterkrankungen erschwert ist. „Die betagten Patienten sind häufig gebrechlich, haben kognitive Einschränkungen und leiden an Herz- oder Niereninsuffizienz“, so Professor Liener. Eine interprofessionelle Behandlung der Patienten durch ein Team, bestehend aus Unfallchirurgen, Altersmedizinern, Physiotherapie, Sozialdienst und Pflege, kann es zu einer deutlichen Verbesserung der Ergebnisse in Bezug auf die Rückkehr in das alte soziale Umfeld, der Verringerung von Komplikationen und vor allem zu einer Verringerung der Sterblichkeit kommen. Durch eine umfassende Versorgung sollen die Patienten rasch operiert, gefährliche Kombinationen von Medikamenten vermieden und die Delir-Rate gesenkt werden. Inzwischen sind deutschlandweit fast 80 Alterstraumazentren zertifiziert; über 180 sind zur Zertifizierung angemeldet.

Die Professoren Ulrich Christoph Liener, Clemens Becker und Kilian Rapp haben ein „Weißbuch Alterstraumatologie“ herausgegeben, das unter http://www.dgu-online.de/qualitaet-sicherheit/alterstraumatologie/weissbuch-alterstraumatologie.html kostenlos zur Verfügung steht.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

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