Berlin

In Deutschland werden pro Jahr über 150.000 Hüftgelenkendoprothesen eingesetzt

Wenn Hüftgelenke durch Arthrose stark schmerzen und so jeder Schritt zur Qual wird, kann durch Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes neue Lebensqualität gewonnen werden. Spezialisierte Zentren, mit hoher Routine beim Einsetzen von Kunstgelenken, tragen das Qualitätssiegel „Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung“

Künstliches Hüftgelenk: Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein neues Hüftgelenk?

Wie lange kann oder sollte man mit der Implantation eines Ersatzgelenks warten, ohne Nachteile, etwa Schäden durch Schonhaltungen, Hinken oder die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses zu erleiden?

Eine Hüftprothese ist die letzte Behandlungsoption bei fortgeschrittener Arthrose des Gelenks

Laut den aktuellen Leitlinien kommt sie jedoch erst in Frage, wenn zuvor alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten – Bewegungstherapie, Schmerzmittel und Gewichtsabnahme – ausgeschöpft worden sind und Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen zu ständigen Begleitern gehören.

Durch Arthrose geschädigtes linke Hüftgelenk vor der Implantation einer Endoprothese. ©Universitätsklinikum Heidelberg

Durch Arthrose geschädigtes linke Hüftgelenk vor der Implantation einer Endoprothese ©Universitätsklinikum Heidelberg

Fakten: „Gelenkprothesen schaffen ein hohes Maß an Lebensqualität. Sie sind jedoch nicht lebensnotwendig. Anders als etwa eine Krebsoperation können sie deshalb meist hinausgezögert werden“, sagt Professor Dr. med. Karl-Dieter Heller, Präsident der AE und Ärztlicher Direktor des Herzogin-Elisabeth-Hospitals in Braunschweig. „Der richtige OP-Zeitpunkt ist eine sehr individuelle Entscheidung“, so Heller weiter.

Verschiedene Faktoren bei der Entscheidung berücksichtigen

„Man weiß, dass etwa die Hälfte aller Hüftprothesen nach etwa 20 bis 25 Jahren ausgetauscht werden müssen“, erklärt Heller.

Jüngere Patienten sollten über die beschränkte Haltbarkeit eines Kunstgelenks Bescheid wissen.

„Patienten ab einem Alter von etwa 68 - 70 Jahren benötigen bei durchschnittlicher Lebenserwartung meist keine Wechsel-Operation“, so Heller. „Sind aber der Leidensdruck hoch und der Befund im Röntgenbild deutlich, spielt das Alter keine Rolle: dann operieren“, erläutert der Orthopäde und Unfallchirurg.

Dem gegenüber müssen bei allen Betroffenen die Folgen der anhaltenden Bewegungseinschränkungen durch eine schmerzhafte Gelenkarthrose abgewogen werden.

„Viele unserer Patienten hinken und entwickeln dadurch ein anderes Gangbild, um das schmerzende Gelenk zu schonen“, führt Heller aus. Dadurch verändere sich der gesamte Körper und die Körperstatik. Die Muskeln und Sehnen verkürzen und verhärten sich und werden schwach. Die angrenzenden Gelenke und die Wirbelsäule können so Schaden nehmen. Viele Patienten leiden etwa an chronischen Rückenschmerzen und Verspannungen bis hoch zu Nacken und Schultern. Dies beeinträchtige auch die Teilhabe am sozialen Leben.

„Das drückt oft ziemlich auf die Stimmung“, erklärt Heller und gibt zu bedenken: „Nicht alles, was sich über Jahre verfestigt hat, lässt sich sofort rückgängig machen“. Oft blieben, – meist nur vorübergehend aber trotz erfolgreicher OP – Folgen bestehen, etwa eine Körperasymmetrie und Fehlhaltungen.

Hinzu kommt: Verfestigte, versteifte und damit „verbackene“ Gelenke erfordern mitunter eine komplexere Operation, so Heller. Dies verlängere die Erholungszeit.

„Insgesamt gelingt die Rehabilitation schneller und vollständiger, wenn man sich in einem guten körperlichen Zustand operieren lässt“, so Heller weiter: Das beginne schon bei der Frühmobilisation mit Gehstützen und setze sich bei Alltagstätigkeiten und Sport fort. „Es macht für das Ergebnis einen großen Unterschied, ob jemand bereits hochgradig immobil ist oder sich seine Beweglichkeit, Kraft und Balance halbwegs erhalten hat“, erklärt der Arzt.

Durch ein abgestimmtes Konzept aus präoperativem Trainingsprogramm, minimalinvasivem Hüftzugang, präziser Operationstechnik und einer speziellen Schmerztherapie erholen sich Patienten nach dem Eingriff innerhalb weniger Stunden. Patienten, die morgens ein neues Gelenk eingesetzt bekommen können so schon nachmittags mit der Physiotherapie beginnen.

Warum Hüftgelenkersatz?

Ein Ersatz des Hüftgelenks durch eine Endoprothese ist erst dann ratsam, wenn andere therapeutische Optionen ausgeschöpft sind. Eine Verschleißerkrankungen des Hüftgelenks im Endstadium beeinträchtigt nicht nur die Gelenkbeweglichkeit, sondern verursacht auch schmerzhafte Entzündungs- und Reizzustände.

Beim Ersatz des Gelenkes durch ein künstliches Hüftgelenk werden die geschädigten Gelenkpartner ausgetauscht und durch das Kunstgelenk ersetzt.

Vor der Operation

Eine gut trainierte Muskulatur ist ein Erfolgsbaustein für eine gute Beweglichkeit und den späteren (auch langfristigen) Erfolg eines künstlichen Hüftgelenks.

Quellen

+ Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. (AE)

+ Universitätsklinikum Heidelberg. Im Neuenheimer Feld 672, 69120 Heidelberg.

+ Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU e.V.)

Akademie Deutscher Orthopäden (ADO). Straße des 17. Juni 106 – 108, D-10623 Berlin. Fon 030 797 444 55. www.bvou.net  - www.aktion-orthofit.de - www.orthinform.de - Janosch Kuno Kommunikation und Pressearbeit

Sehr geehrte ReiseTravel User. Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, senden uns Ihre Fragen oder Wünsche. Vielen Dank. Ihr ReiseTravel Team: feedback@reisetravel.eu Bitte Beachten Sie YouTube.ReiseTravel.eu - #MyReiseTravel.eu Stöbert bei Instagram reisetravel.eu -von #ReiseTravel und #kaef_and_piru mit #ReisebyReiseTravel.eu von Facebook https://www.facebook.com/groups/reisetravel.eu - Eine #Reise mit #ReiseTravel sowie Koch-Rezepte & Bücher – #GabisTagebuch - Warum ist die Banane krumm oder ein Leben wie Gott in Frankreich und auf den Lippen ein Lied#Reisenverbindet - #MyReiseTravel.eu

ReiseTravel Suche

nach oben