Frankfurt

Strichcode

Damit der Koffer richtig ankommt: Sie sehen sich meistens verblüffend ähnlich und sind kaum voneinander zu unterscheiden: die Flugkoffer, die stillen Begleiter bei Flügen rund um die Welt. Das Modell schwarze Hartschale ist darunter am häufigsten. Damit diese und andere Typen immer den richtigen Zielort erreichen und wieder in die Hände ihrer Besitzer gelangen, nutzen Airlines ein Erkennungssystem: den Strichcode. Das Verfahren wurde ursprünglich für Supermärkte entwickelt und ist seit Jahren etabliert, doch die Zukunft dürfte einer neuen, so genannten RFID-Technik (Radio Frequency Identification) mit Chip gehören.

Jeder Passagier kennt den Moment, in dem sein Koffer am Schalter beim Check-in mit einem Klebeband versehen wird, auf dem sich Flughafenkürzel und Code befinden. Von nun reist das Gepäck allein. Der Datenschlüssel, der auch Barcode genannt wird, markiert jeden Koffer individuell. Dank dieser Art Ausweis wird das Gepäck automatisch durch die Kofferstraßen am Flughafen (in Frankfurt sind es mehr als 70 Kilometer) gelenkt, landet im richtigen Flugzeug und wird etwa am Umsteigeflughafen automatisch zum Anschlussflug geleitet.

60 000 Koffer pro Tag: Das Streifenmuster des Codes besteht aus verschieden breiten, parallelen Strichen und Lücken, die alle relevanten Informationen wie Flugnummer, Ziel oder Koffergewicht  transportieren. Unter dem Strichcode steht eine zehnstellige Zahl, die die gleichen Daten enthält. Anhand der ersten Zahlen ist dabei zu erkennen, ob es sich um Standard-Gepäck handelt oder um so genanntes Rush-Gepäck, das bevorzugt nachgeschickt wird. Nur ein Teil der zehn Ziffern steht den Airlines zur Verfügung. Bei Lufthansa und den anderen Fluggesellschaften werden Koffer regelrecht durchgezählt und Nummern fortlaufend vergeben. Rund 60 000 sind es bei Lufthansa jeden Tag.

Es ist zwar selten, aber es kommt bei millionenfachen Umsteigeflügen und rund 70 Millionen Koffern pro Jahr vor, dass diese nicht planmäßig befördert werden. Doch verloren geht so gut wie nichts. Dabei helfen eine Lufthansa-Datenbank sowie das Suchprogramm World Tracer. Bei Lufthansa finden sich mehr als 90 Prozent der vorübergehend vermissten Gepäckstücke noch am gleichen Tag und werden als so genanntes Rush-Gepäck schnellstmöglich nachversandt.

Der Barcode kann auch beim Aufspüren eines bereits an Bord gebrachten Gepäckstücks helfen, wenn der betreffende Passagier seine Reise nicht antritt. Aus Sicherheitsgründen darf in Deutschland ein Flugzeug nicht starten, wenn ein Koffer an Bord ist, der keinem Passagier in der Maschine gehört. Das wird mit dem so genannten Bagage Reconciliation System (Abgleichungssystem) überwacht.

Dem Mikrochip gehört die Zukunft: An manchen Flughäfen wie Amsterdam und Peking ist parallel bereits eine Chip-Technik eingeführt, die die Logistik erleichtern kann: das Gepäckidentifizierungs- und -leitsystem auf Basis einer RFID-Technologie (Radio Frequency Identification). Hauptvorteil ist: Mit RFID ist kein Scannen mehr nötig. Ein Mikrochip im Kofferband leitet die Informationen über Funk automatisch berührungslos weiter. Das Sortieren des Gepäcks ist sicherer und die Kapazität endet anders als beim Barcode nicht bei der Zahl eine Million. Durch das System werden Fehler bei der Gepäcksortierung und -zustellung noch seltener und insbesondere die Airports entlastet. Der internationale Luftfahrtverband IATA schätzt das weltweite Einsparpotenzial durch RFID-Lösungen auf einen dreistelligen Millionenbetrag in Euro pro Jahr.

Nicht zuletzt können die Fluggäste selbst ihren Teil dazu beitragen, dass es keine Fehler beim Gepäcktransport gibt und Koffer nicht auf Abwege geraten. So rät Lufthansa, alte Papierbänder vor dem Flug unbedingt zu entfernen, ein Namenschild samt Telefonnummer außen sichtbar anzubringen, das auch den Zielort enthält. Darüber hinaus sollte man einen Zettel in den Koffer legen, auf dem Name und Adresse vermerkt sind.

www.lufthansa.com

 

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