Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi

Chiva liegt an der Seidenstraße in Usbekistan und dessen berühmtester Sohn war der geniale Erfinder einer Zahl: Die Null!

Algebra: Mit Fug und Recht darf der um 780 in Chiwa geborene Gelehrte Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi als Universalgenie bezeichnet werden. Er, dessen Name manchmal auch mit Khawarizmi, Chorezmi, Choresmi, Khwarizmi, Kharazmi oder Khowarizmi angegeben wird, wirkte als Mathematiker, Übersetzer, Astronom und Geograph. Von diesem Bürger aus Chiwa stammen die ältesten systematischen Lehrbücher über die Gleichungslehre und über das Rechnen mit arabischen Ziffern. Der Gelehrte trug auch den Beinamen Abu Abdullah. Sein exaktes Geburts- und Todesdatum sind nicht bekannt. Es wird angenommen, dass er von 780 nach Christi Geburt bis 850 lebte. Einen Großteil seines Lebens verbrachte er in Bagdad. Zur damaligen Zeit war Bagdad die Hauptstadt von Abbasiden. Das Kalifat der Abbasiden endete 1258 mit der der Hinrichtung des Kalifen Al-Musta sim.

Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi Chiva by ReiseTravel.eu

Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi genoss bereits zu Lebzeiten hohe Aberkennung und Verehrung. In der Zeit von 813 bis 833 gehörte er dem sehr einflussreichen „Haus der Weisheit“ an, der arabische Begriff lautet Dar al-Hikma. Der Kalif Mamun, der von um 786 bis 833 gelebt hatte, richtete das Haus der Weisheit ein. Unter seiner Herrschaft erreichte das Kalifat Abbasiden seinen kulturellen Höhepunkt. Der Gelehrte aus Chiwa verfasste seine Werke in arabischer Sprache. Als Übersetzer aus dem Sanskrit und dem Griechischen machte er sich ebenfalls einen Namen. Er gab ein Buch über Algebra heraus. Bis heute gilt er als einer der bedeutendsten Mathematiker. Um 825 stellte er ein Werk über das Rechnen mit indischen Ziffern vor.

Chiva - Chiwa - Seidenstraße - Usbekistan

Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi Chiva by ReiseTravel.eu

Nicht nur die damals schon bekannten Dezimalzahlen machte er einer sehr breiten Öffentlichkeit bekannt. Er führte die Ziffer Null in das arabische Zahlensystem ein. Bis heute hat die Null Bestandteil in allen modernen Zahlensystemen. Ebenso fertigte er als einer der ersten Mathematiker trigonometrischen Tabellen an. Der englische Arabist und Mathematiker Robert von Chester übersetzte um 1145 diese Werke ins Lateinische. Der Kalif persönlich beauftragte den Gelehrten aus dem heutigen Usbekistan auch, Bücher über die Astronomie und die Geografie zu verfassen. Ferner beschäftigte er sich mit der Abhandlung eines Kalenders. Hier verglich er unter wissenschaftlichen Aspekten den damals bereits vorhandenen allgemeinen Kalender mit dem jüdischen Kalender und der Sonnenuhr.

Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi ist nicht nur der berühmteste Sohn der usbekischen Stadt Chiwa, er ist einer der größten Söhne des Landes bis heute. In Chiwa errichtete man ihm zu Ehren ein Denkmal. Welch hohen Stellenwert der Gelehrte heute noch hat, besonders in der muslimischen Welt, mag man auch daran erkennen: In der Islamischen Republik Iran findet regelmäßig das „Festival Chwarizmi“ statt. Forschende jugendliche Erfinder werden mit Preisen für herausragende Leistungen geehrt. Ein Forschungsinstitut im nordafrikanischen Tunesien trägt ebenfalls seinen Namen. Ein Krater auf dem Mond trägt ebenso seinen Namen wie ein 2015 entdeckter Asteroid. Selbst in der ehemaligen Sowjetunion genoss er hohes Ansehen. Das Land gab 1983 eine Briefmarke mit seinem Konterfei heraus.

ReiseTravel Fact: Weltweit kennt man die Null. Kaum ein Mensch weiß jedoch, wie der Erfinder der Null überhaupt heißt. Kaum einer wird auch für möglich halten, das man einst ohne die Ziffer Null mathematische Operationen durchführen konnte. Wie, dem auch sei, dank dem Gelehrten Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi aus dem usbekischen Chiwa hat die Menschheit ja seit fast 12 Jahrhunderten die Null.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Volker T. Neef.  

Volker T. Neef ReiseTravel.euUnser Autor berichtet aus der Bundeshauptstadt und ist in Berlin wohnhaft.

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