Michael Müller

"Ich will diese Stadt regieren, ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen"

Kaufmann, Drucker, Senator: Ein „Berliner Urgestein“ ist Michael Müller, der erblickte 1964 in Berlin das Licht der Welt und der Bezirk Tempelhof ist bis heute seine Heimat, auch seine politische. Als direkt gewählter Volksvertreter vertritt er seinen Tempelhofer Wahlkreis im Berliner Abgeordnetenhaus, dem er seit 1996 angehört. In den Jahren 2001 bis 2011 war er Vorsitzender der SPD Fraktion im Berliner Landtag. Im Dezember 2011 erhielt er seine Ernennungsurkunde als Senator für Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin, dieses Amt hat er noch heute inne. Zugleich ist er einer von zwei Stellvertretern des Regierenden Bürgermeisters von Berlin. Übrigens: Die Wege des Klaus Wowereit, der ebenfalls der SPD angehört und seines Kabinettsmitglieds Michael Müller kreuzten sich schon weit vorher. Treffpunkt war immer wieder der Bezirk Tempelhof. Klaus Wowereit trat 1979 in die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof ein, der er bis 1984 angehörte. Danach wirkte Wowereit als Tempelhofer Bezirksstadtrat für Volksbildung und Kultur. 1995 wurde er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Michael Müller trat 1981 in die SPD ein und war ebenfalls Mitglied der Tempelhofer Bezirksverordnetenversammlung, zuletzt führte er die dortige SPD Fraktion. In Tempelhof wählten ihn die Genossinnen und Genossen zum Kreisvorsitzenden, dieses Amt hatte Michael Müller von 2000 bis 2004 inne.

Dieser Politiker empfiehlt sich für höhere Aufgaben“, sagt Alex Lubawinski im ReiseTravel Gespräch.

Michael Müller Senator Berlin ReiseTravel.eu

Senator Michael Müller „Regierender Bürgermeister von Berlin“

Aufgrund der gemeinsamen Zeit in Tempelhof wird den beiden SPD Politikern Klaus Wowereit und Michael Müller eine tiefe persönliche und freundschaftliche Verbundenheit nachgesagt. Im Jahre 2004 zeigte sich das ganz besonders. Bausenator Peter Strieder gab im Zuge der „Tempodrom Affäre“ alle Ämter ab, auch das des Berliner SPD Landesvorsitzenden. Der 2001 zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählte Klaus Wowereit wurde innerparteilich vielfach aufgefordert, das Amt des Parteivorsitzenden in der Bundeshauptstadt zu übernehmen. Da trat Klaus Wowereit an seine Parteifreunde heran und schlug Michael Müller für dieses Amt vor. Michael Müller erhielt den Landesvorsitz und führte die Partei bis zum Landesparteitag im Juni 2012.

Auf diesem Landesparteitag, in einem Hotel in Neukölln, rief Michael Müller alle Genossinnen und Genossen dazu auf, ihre zum Teil sehr harsche Kritik an der eigenen Partei zu überdenken und nannte das „Beispiel mit der Suppe.“ Zu jeder „Suppe gehört Wasser und Fett. Es ist die SPD, die für eine gute Suppe sorgt, sie ist das Fett, das immer oben schwimmt.“

Der Tempelhofer Genosse riet seinen Parteifreunden, doch einmal „als Einzelbewerber sich um den Einzug in den Bundestag oder ins Abgeordnetenhaus zu bemühen, dann werden wir ja sehen, wem das ohne Rückhalt der SPD gelingt.“ Angemerkt sei: Noch nie hat in der deutschen Geschichte eine Einzel Kandidatin oder ein Einzel Kandidat den Einzug in den Deutschen Bundestag oder ein deutsches Landesparlament geschafft.

Allerdings wollten zu viele Parteitagsdelegierte die mahnenden Worte des damaligen SPD Landesvorsitzenden in Sachen Parteidisziplin und Geschlossenheit nicht in die Tat umsetzen. Der Gegenkandidat für den Landesvorsitz, Jan Stöß trat mit 123 Stimmen zu seinen Gunsten und 101 Stimmen auf Senator Müller den Landesvorsitz an. Michael Müller bewies Rückgrat und verband nicht die Abwahl im Parteiamt mit dem Amt des Senators für Stadtentwicklung und Umwelt. Das eine hat mit dem anderen keine Berührungspunkte. Das eine Amt gab ihm ja „nur“ die Partei, das Amt des Senators ist ein Amt von allen Berlinern für alle Berliner.

Beruflich ist über den Tempelhofer Michael Müller zu berichten: Er ließ sich von 1983 bis 1986 zum Kaufmann ausbilden und trat danach in den elterlichen Betrieb ein. Das ist eine bis heute tätige Druckerei, wo der Vater des Senators immer noch die Druckmaschinen bedient. Müßig zu erwähnen, der Druckbetrieb ist in Tempelhof angesiedelt. ReiseTravel hörte sich bei einem führenden SPD Politiker um, „was er an Michael Müller schätzt“.

Der Pankower Alex Lubawinski gehört dem Berliner Abgeordnetenhaus an und ist somit Fraktionskollege von dem Parlamentarier Senator Müller. Alex Lubawinski war in der Zeit von 1990 bis 2000 Bezirksstadtrat für Volksbildung, Kultur und Jugend in Pankow und von 2000 bis 2001 Bezirksbürgermeister. www.alex-lubawinski.de

„Seit fast einem Vierteljahrhundert kenne ich Michael Müller, ich schätze ihn, ich vertraue ihm. Er ist wie kein anderer mit dieser Millionenstadt Berlin vertraut, er weiß, wie sie tickt. Er ist immer aufrichtig und bodenständig geblieben. Durch seine unternehmerische Tätigkeit in einem kleinen mittelständischen Betrieb hat er nie an Bodenhaftung verloren, er weiß, was es heißt, zu arbeiten und anpacken zu müssen“.  

Der Politiker Witz, „so mancher mit einem politischen Amt habe drei Säle erlebt“, nämlich den Kreißsaal, dann den Hörsaal und zu guter Letzt den Plenarsaal, trifft auf Senator Michael Müller nicht zu. Alex Lubawinski betonte, „der Tempelhofer kann sehr gut eine Verwaltung führen und stellt das tagtäglich unter Beweis. Da ich früher selber als Bezirksbürgermeister einer Verwaltung vorstand, weiß ich was das konkret bedeutet. Sich ans Mikrofon stellen und im Parlament als Abgeordneter etwas fordern, können viele Politiker. Eine Verwaltung zu führen ist nicht jedem gegeben, mein Freund Michael kann es“.  

ReiseTravel Fact: Senator Michael Müller ist ein Berliner Urgestein, eine heimische „Berliner“ Pflanze. Die Politik hat er von Klein auf erlernt. Vom Bezirksverordneten zum Landtagsabgeordneten sowie Landesvorsitzender seiner Partei und als Senator. Dieser Politiker empfiehlt sich für höhere Aufgaben. www.stadtentwicklung.berlin.de

Ein Beitrag für ReiseTravel von Volker T. Neef.  

Volker T. Neef ReiseTravel.euUnser Autor berichtet aus der Bundeshauptstadt und ist in Berlin wohnhaft.

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