Berlin

Wenn es um Obst und Gemüse geht, zählt Europa nach wie vor zu den wichtigsten Märkten weltweit: 3.200 Aussteller aus 90 Ländern bildeten die gesamte Wertschöpfungskette von frischem Obst und Gemüse ab!

Fruit Logistica: Im Februar verwandelte sich Berlin in den Hotspot der Frischfruchtbranche. Die Fruit Logistica, führende Fachmesse für den globalen Fruchthandel, bildete nicht nur die gesamte Wertschöpfungskette – vom Erzeuger bis zum Einzelhandel – ab, sondern bot die beste Plattform für Business, Innovation und Information. Die 78.000 Einkäufer und Fachbesucher konnten sich auf über 3.200 Aussteller mit ihren Produkten, Dienstleistungen und technischen Lösungen präsentieren.

„Mit der wachsenden Zahl an Ausstellern haben wir es erneut geschafft, die Fruit Logistica als den weltweiten Hotspot der Frischfruchtbranche weiter auszubauen. Hier erhalten Einkäufer und Fachbesucher den umfassendsten Marktüberblick, um die gesamte Bandbreite des globalen Fruchthandels bestmöglich für sich zu nutzen. So werden Zukunftsthemen wie Blockchain und Robotersysteme aufgegriffen“, sagte Madlen Miserius, Senior Product Manager der Fruit Logistica.

Die voranschreitende Digitalisierung bedingt eine stärkere technische Ausrichtung der gesamten Frischfruchtbranche. Aktuelle und zukünftige Herausforderungen des internationalen Fruchthandels wurden in verschiedenen Veranstaltungsreihen an den drei Messetagen thematisiert. Die Digitalisierung, der Klimawandel und der Brexit haben Auswirkungen auf alle Bereiche entlang der Wertschöpfungskette. Blockchain und intelligente Robotersysteme sind nur zwei innovative Konzepte, die schon heute die Obst- und Gemüsebranche bereichern und entscheidend verändern. Beispielsweise pflücken digital gesteuerte Maschinen Obst, 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche-Was vor zwei Jahren noch absolute Zukunftsmusik war, wird heute in Europa, den USA und Neuseeland in zahlreichen Projekten unter Realbedingungen getestet.

Mit 400 bis 600 verschiedenen Obst- und Gemüsesorten bieten moderne Supermärkte heutzutage eine nie zuvor da gewesene Vielfalt. Zu den Trendsettern zählen weltweit Blaubeeren und Avocados.
47 Millionen Tonnen Obst und 56 Millionen Tonnen Gemüse, insgesamt also 103 Millionen Tonnen, wurden 2018 in Europa produziert - allein 42 Prozent davon in Spanien und Italien, den beiden wichtigsten europäischen Produktionsländern. Betrachtet man den Handel mit Drittländern, so werden 47 Millionen Tonnen importiert und 37 Millionen Tonnen exportiert. Unterm Strich ist die Handelsbilanz mit über 12 Milliarden Euro also negativ.
Europäische Exporte machten 2018 bei Äpfeln 2,47 Millionen Tonnen aus, bei Orangen knapp 2,64 Millionen Tonnen. Der Blick geht dabei gen Asien. Die beiden bevölkerungsreichsten Länder, Indien und China, sind attraktive Absatzmärkte. Jedoch erschweren vor allem in China die Einfuhrbestimmungen, hauptsächlich im phytosanitären Bereich, den Marktzugang für europäische Produkte. Die europäischen Verbände arbeiten mit Unterstützung der Politik auf Hochtouren an der Öffnung interessanter asiatischer Märkte, zu denen neben China auch Vietnam, Südkorea und Taiwan gehören.
Die europäische Obsternte konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 9 Prozent verzeichnen. Zu Beginn sah es sogar noch optimistischer aus, aber der Sommer mit den ungewöhnlich hohen Temperaturen verhinderte eine Rekordernte.
Bei Gemüse ist die Ernte in der EU um rund 7 Prozent zurückgegangen, wobei es bei den einzelnen Produkten sehr unterschiedlich aussah. Bei Freilandgemüse wie Zwiebeln und Möhren sowie Kartoffeln war ein deutliches Minus zu verzeichnen, auf der anderen Seite gab es Ertragssteigerungen bei wärmeliebenden Arten wie Zucchini. Auch die wetterunabhängige Gewächshausproduktion stieg deutlich an.
Überhaupt ist das Wetter in aller Munde. Die Auswirkungen des Klimawandels werden heiß diskutiert, denn wohl kaum eine andere Branche ist so abhängig vom Wetter wie das Obst- und Gemüsegeschäft. Das gilt nicht nur in Bezug auf die Ernten, die Temperaturen wirken sich auch auf den Konsum aus. So wurde beispielsweise der Verzehr von Wassermelonen durch die Hitze des vergangenen Sommers zweistellig angekurbelt. Seine Premiere auf der Fruit Logistica feierte Armenien, das zum ersten Mal mit einem Gemeinschaftsstand vertreten war.

ReiseTravel Fact: Wenn man sich Einkaufsmengen je Haushalt anschaut, so liegt in den meisten EU-Ländern der Apfel auf Platz 1 des Obst-Rankings, während die Tomate beim Gemüse vorne liegt. In Deutschland war im Jahr 2018 die Banane das beliebteste Obst, dies gilt ebenfalls für die Briten. Während die Deutschen dem gesamteuropäischen Trend beim Gemüse folgen und besonders Tomaten bevorzugen, gibt es in Großbritannien eine Ausnahme. Im Vereinigten Königreich sind Möhren das am häufigsten konsumierte Gemüse. www.fruitlogistica.de

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher.

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