Berlin

Westeuropa dreht ins Plus und Markthochlauf bei Elektromobilität

Auto: Der Pkw-Weltmarkt wird im Gesamtjahr 2014 um rund 4 Prozent auf 75,9 Mio. Einheiten zulegen. Die großen Märkte USA und China sind auf Wachstumskurs, auch Westeuropa dreht wieder ins Plus. Besonders erfreulich: Der starke Export befeuert die Inlandsproduktion, die in diesem Jahr um 4 Prozent auf 5,65 Mio. Einheiten steigen wird. Damit einher geht ein Anstieg der Beschäftigung.

USA und China weiter auf Wachstumskurs

Zu den Märkten im Einzelnen: Der chinesische Pkw-Markt wird 2014 nach unserer jetzigen Prognose um 15 Prozent auf gut 18,7 Mio. Neuwagen zulegen. Wie rasant sich dieser Markt entwickelt, wird im Zwei-Jahres-Vergleich deutlich: Gegenüber 2012 wird das Volumen in diesem Jahr um gut 5 Mio. Pkw höher liegen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres verzeichnete der Pkw-Absatz in China ein Plus von ebenfalls 15 Prozent auf 7,4 Mio. Neuwagen. Für den Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Trucks) in den USA erwarten wir im Gesamtjahr 2014 einen Anstieg von 4 Prozent auf 16,1 Mio. Fahrzeuge. Bis Juni erhöhte sich der Light-Vehicle-Absatz um gut 4 Prozent auf 8,1 Mio. Einheiten.

Westeuropa legt erstmals wieder zu

Der westeuropäische Pkw-Markt wird in diesem Jahr – nach vier rückläufigen Jahren – erstmals wieder zulegen und die 12-Millionen-Marke leicht überschreiten. Das entspricht einem Wachstum von 4 Prozent. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres stieg die Pkw-Nachfrage in Westeuropa um fast 6 Prozent auf 5,2 Mio. Neufahrzeuge.

Der bisherige Jahresverlauf (Januar bis Mai) zeigt, dass die Erholung des westeuropäischen Pkw-Marktes deutlich vorankommt: Frankreich und Italien sind im Plus (jeweils plus 3 Prozent), in Spanien erhöhte sich der Pkw-Absatz sogar um gut 16 Prozent. Allerdings ist hierbei die dortige Abwrackprämie zu berücksichtigen. In den Krisenländern Griechenland (+19 Prozent), Portugal (+42 Prozent) und Irland (+24 Prozent) stieg die Pkw-Nachfrage seit Januar jeweils zweistellig. Der starke Wachstumstrend in Großbritannien hält weiter an, bis Mai war ein Zuwachs von knapp 12 Prozent zu verzeichnen.

Alle Märkte, mit Ausnahme von Estland und Slowenien, lagen im bisherigen Jahresverlauf zweistellig im Plus. Im Gesamtjahr 2014 erwarten wir in den neuen EU-Ländern ein Wachstum von 12 Prozent auf 872.000 Einheiten.

Deutscher Pkw-Markt noch verhalten

Der Pkw-Inlandsmarkt ist im ersten Halbjahr auf dem erwarteten Kurs. Bis Juni lagen die Pkw-Neuzulassungen mit 1,5 Mio. Einheiten um gut 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Der inländische Auftragseingang ist in den ersten sechs Monaten um 5 Prozent höher als im Vorjahr. Das Wachstum kam vor allem von den Firmenwagen, deren Neuzulassungen bis Mai um gut 8 Prozent zulegten. Das Privatkundengeschäft hingegen stieg nur leicht um 1 Prozent. Da gesamtwirtschaftlich die Konsumausgaben steigen (im 1. Quartal 2014 um 1,1 Prozent), gehen wir davon aus, dass wir im zweiten Halbjahr auch im Privatkundengeschäft wieder mehr Belebung sehen können.

Wachstum bei Produktion, Export und Inlandsbeschäftigung

Sobald sich der westeuropäische Markt erholt, werden die deutschen Automobilhersteller davon besonders profitieren. Denn jedes zweite Auto, das in Westeuropa neu zugelassen wird, ist eine deutsche Konzernmarke. Die Wachstumslokomotive für unseren Export ist derzeit die EU, im bisherigen Jahresverlauf (bis Mai) stieg die Pkw-Ausfuhr in die Länder der Europäischen Union um 16 Prozent. Gut jedes zweite Auto (53 Prozent), das wir aus Deutschland exportieren, geht in die EU-Länder. Auch der Export nach Asien erhöhte sich um knapp 16 Prozent, während die Ausfuhr in die USA lediglich um 2 Prozent zulegen konnte.

Insgesamt ist der Export aus Deutschland im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 2,2 Mio. Einheiten gestiegen. Wir haben daher unsere Exportprognose für das Gesamtjahr von bisher 2 Prozent auf 5 Prozent erhöht und erwarten nun ein Ausfuhrvolumen von 4,4 Mio. Einheiten. Wir haben dabei bereits berücksichtigt, dass die Zuwächse im zweiten Halbjahr etwas geringer ausfallen werden. Denn der Aufschwung hatte bereits im zweiten Halbjahr des Vorjahres eingesetzt.

Die Exportquote, also der Anteil des Exports an der Inlandsproduktion, ist im ersten Halbjahr auf nunmehr 77 Prozent gestiegen. Das spricht für die Leistungsfähigkeit unserer Industrie. Der Produktionsanstieg hat auch zu einer höheren Beschäftigung geführt: Im April waren in den Stammbelegschaften der deutschen Automobilindustrie 766.800 Mitarbeiter beschäftigt, das sind 16.200 mehr als im Vorjahresmonat. Besonders bei den Automobilherstellern wuchs die Stammbelegschaft, aber auch bei Zulieferern sowie den Herstellern von Anhängern und Aufbauten gab es ein leichtes Plus.

Die Pkw-Auslandsfertigung wird im Gesamtjahr um 5 Prozent auf 9,15 Mio. Einheiten steigen. Im bisherigen Jahresverlauf ist sie vor allem an den europäischen und asiatischen Standorten deutlich erhöht worden. Die „Zwei-Säulen-Strategie“ unserer Unternehmen – Export aus starker Inlandsfertigung sowie Ausbau der Fertigung vor Ort im Ausland – hat sich erneut als erfolgreich erwiesen.

Nutzfahrzeugmärkte legen deutlich zu

Auch in Deutschland ist der bisherige Jahresverlauf sehr erfreulich: Im ersten Halbjahr wurden 41.200 schwere Nutzfahrzeuge (über 6 t) neu zugelassen, das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieses zweistellige Wachstum darf allerdings nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, da Anfang Januar die Euro-VI-Norm verbindlich wurde – mit Vorzieheffekten bis in die ersten Monate dieses Jahres hinein. Für das Gesamtjahr 2014 erwarten wir bei schweren Nutzfahrzeugen ein leichtes Plus von 1 Prozent auf 81.000 Einheiten. Bei leichten Nutzfahrzeugen (bis 6 t) wurden bis Juni 7 Prozent mehr Einheiten abgesetzt. Für das Gesamtjahr erwarten wir ein Wachstum von 4 Prozent auf 228.000 Neufahrzeuge.

Markt für Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Kein anderes automobiles Thema hat die öffentliche Diskussion in den vergangenen Monaten so beherrscht wie die Elektromobilität. Wir stehen in der Tat an einer neuen Wegmarke: Die Elektromobilität ist markttauglich. Noch ist dieser junge Markt klein, allerdings nimmt er immer stärker Fahrt auf. Die Wachstumsraten in wichtigen Ländern zeigen das deutlich. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres legten die Verkäufe von Elektrofahrzeugen im Inland um über 90 Prozent zu. Wir rechnen damit, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Aller Voraussicht nach werden 2014 erstmals mehr als 10.000 elektrisch angetriebene Fahrzeuge (BEV, PHEV) in Deutschland neu zugelassen.

Bei Anbieter-Nationen auf der Pole Position

Internationale Bewertungen zeigen: Die deutsche Automobilindustrie steht unter den Anbieternationen für Elektroautos auf der Pole Position. Inzwischen haben wir viele unserer Wettbewerber beim Langstreckenrennen um die Elektromobilität überholt: In keinem anderen Land der Welt haben die Kunden eine größere Auswahl an neuen Elektromodellen. Bis Ende des laufenden Jahres bringen allein die deutschen Hersteller 16 Serienmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt. 2015 kommen weitere 13 neue Modelle hinzu. Zudem haben wir nicht nur hochinnovative Hersteller, sondern auch eine starke Zuliefererindustrie. Ich nenne hier nur beispielhaft Bosch, Continental oder ZF Friedrichshafen. Aber auch die vielen mittelständischen Unternehmen, oft familiengeführt, verschaffen uns einen erheblichen Wettbewerbsvorsprung. Zudem hat Deutschland noch einen entscheidenden Vorteil: Es ist weltweit das einzige Land, das die gesamte industrielle Wertschöpfungskette beheimatet. Ob Chemie- oder Elektroindustrie, ob Maschinenbau oder Automobilindustrie: Branchenübergreifend sind etliche Weltmarktführer in Deutschland zuhause. www.vda.de

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