Hannover

Die Zeiten sind turbulent und niemand weiß, wie umfangreich der Virus COVID-19 unser Leben noch beeinflussen wird.

COVID-19: Die Grundlagen sprechen dafür, dass nichts bleibt, wie es war. Denn der Erreger ist hoch infektiös und lebensbedrohend. Viele Pendler und Reisende steigen vom öffentlichen Personennahverkehr auf das eigene Auto oder das Fahrrad um, weil sie eine Ansteckung durch andere Fahrgäste in Bussen und Bahnen fürchten. Aber das allein bannt die Gefahr vermutlich nicht.

Das Robert-Koch-Institut teilt dazu mit, der neuartige Corona-Virus bleibe, anders als sein Vorgänger, länger infektiös, wenn es etwa durch Husten oder Niesen in Tröpfchen auf unbelebten Materialien wie Plastik, Glas oder Metall haften bleibt. War das ursprüngliche Corona-Virus nach kurzer Zeit nicht mehr aktiv, soll seine neue Form bis zu sechs Tagen ansteckend sein.

Dabei ist noch nicht exakt nachgewiesen, ob eine Infektion auf diesem Weg möglich ist. Sicher sei, dass die Übertragung über Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen verbreitet werden, geschieht. Die sogenannte Schmierinfektion, also der Übertragung durch die Berührung mit der Hand und anschließendem Kontakt mit der Schleimhaut in Mund oder Nase oder auch den Augen, ist noch nicht vollständig nachgewiesen aber eher wahrscheinlich. Häufiges Händewaschen ist also einmal mehr angeraten, denn der Griff zu Mund Nase oder Augen wird meist unwillkürlich und unkontrolliert ausgeführt.
Im eigenen Auto lässt sich die Lage noch halbwegs kontrollieren. Als Vorsichtsmaßnahme sollten Bauteile wie Griffe, Lenkrad und Schalthebel mit Desinfektionsmitteln gründlich gereinigt werden. Da diese zurzeit Mangelware sind, können hierfür auch hochprozentige Alkohole wie Isopropanol oder Methanol benutzt werden, sofern die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit ihnen beachtet werden, sagt Doktor Markus Schmidt, ehemaliger medizinischer Betreuer des Mercedes-DTM-Teams.

Beim Car-Sharing werden diese Empfehlungen bereits berücksichtigt. Ein speziell dafür beauftragter Dienstleister desinfiziere die Fahrzeuge regelmäßig. Alle eingesetzten Servicekräfte seien für das Thema sensibilisiert und legten besonderes Augenmerk auf die gründliche Desinfektion des Lenkrads und des Schalthebels, sagt Share-Now-Sprecherin Madeleine Schulze (Mercedes und BMW) in einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv.

Auch die Autovermieter würden der Gefahrenlage Rechnung tragen und ihre Fahrzeuge nach jeder Vermietung gründlich reinigen und desinfizieren, heißt es bei Sixt und Avis. Begonnen hat die Saison gerade für die Vermieter von Reisemobilen. Beim zu Knaus-Tabbert gehörenden Verleiher Rent & Travel habe man die Partnerbetriebe hinreichend sensibilisiert und zu noch gründlicheren Reinigungen aufgefordert, sagt Unternehmenssprecher Stefan Diehl.

Wobei die Entwicklung des Vermietgeschäfts in diesem Jahr nicht gerade rosig erscheint. Denn Personenwagen werden meist von beruflich Reisenden oder von Urlaubern gemietet. Beide Bereiche werden zunehmend eingeschränkt. Für die Caravaner steht es ebenfalls nicht zum Besten, vereinzelt wird bereits von Schließungen der Stellplätze berichtet. Norditalien scheidet als Reiseziel ohnehin aus, gerade wurden das Elsass, Lothringen und die Champagne in Frankreich zu den Risikogebieten neu hinzugefügt.
Bei den Verkehrsbetrieben sind die Ansätze unterschiedlich. In Berlin und anderswo sollen nur die Busfahrer geschützt werden, die Passagiere dürfen nicht mehr vorne einsteigen, sondern müssen den Bus durch die hinteren Türen betreten. Die Stadtwerke Schweinfurt desinfiziert ihre Bus-Flotte jede Nacht, München nimmt davon Abstand. Noch. Denn wenn die Fallzahlen weiter mit der augenblicklichen Rasanz steigen und Experten für die Sommermonate eine Infektionsrate von 60 bis 70 Prozent prognostizieren, wird wohl jede kleinste Möglichkeit genutzt werden müssen, den Virus zu bekämpfen.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Michael Kirchberger.

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