Hannover

Die Corona-Krise beschäftigt nicht nur uns in unserem alltäglichen Leben, sondern hat auch immer größere, noch unvorhersehbare und unvorstellbare Folgen für unsere Wirtschaft.

COVID-19 Corona: Auch der Autohandel hat keine Chance, dem zu entkommen. Mit der Schließung der Verkaufsräume steht auch diese Branche auf der Kippe.

Die Bänder in den Autofabriken stehen schon länger still, die Produktion wurde aufgrund der schweren Virus-Verbreitung bei Automobilherstellern, vor allem aber bei Zulieferern vorübergehend eingestellt. Der Automobil-Industrie droht damit die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, eine Krise, die nicht nur alle Zulieferer betrifft. Letztendlich trifft sie auch auf den Autohandel mit voller Breitseite. In den Verkaufsräumen schlägt Corona gnadenlos zu. Seither leidet der stationäre Kraftfahrzeughandel unter Verkaufsschwund. Und mit der Schließung der Showrooms droht vielen Betrieben das Aus.
Rückblick: Zwei Wochen vor dem Ausbruch der Krise war die Autowelt noch in Ordnung. Da profitierten die Verkäufer vom Frühjahrs-Boom. Der jährlich wiederkehrende Run auf die Autos kurbelt massiv den Verkauf an und half den Händlern, die flauen Umsätze aus den vergangenen Wintermonaten zu überbrücken. Mit dem Start in die Verkaufssaison waren die Autohäuser mit reichlich Kaufinteressenten gefüllt, die sich nach einem Neu- oder Gebrauchtwagen umsahen.
Auch unter den Gewerbetreibenden galt die Nachfrage als enorm groß, meldete der Handel. Doch leiden Handwerker oder andere Dienstleister jetzt ebenfalls unter der Pandemie und müssen aufgrund von fehlenden Auftragseingängen nun ebenfalls um die eigene Existenz kämpfen. Doch mit der Ausbreitung des Corona-Virus liegt der stationäre Kraftfahrzeughandel brach. Anfangs verirrten sich noch einzelne Kunden in die Showrooms, aber schon weit vor der Schließung ist eine gähnende Leere eingekehrt.
Internet als Chance
Da keine direkte Beratung und Besichtigung mit dem Kunden mehr stattfinden darf, suchen die Verkaufsberater nach anderen Lösungen. Hierbei liegt der Fokus auf dem ohnehin schon vorhandenen Internet-Auftritt mitsamt den inserierten Neu- und Gebrauchtwagen. Kunden, die auf der Händler-Website ihr Wunschfahrzeug gefunden haben, werden jetzt mit weitaus besseren Serviceleistungen bedient. So erhält der Kunde über das anvisierte Auto nicht nur eine ausgiebige Telefonberatung, sondern wird bei Bedarf mit weiteren Fotos über die hinreichend bekannten Messenger-Dienste versorgt. Die Prospekte und Preislisten kommen anschließend per E-Mail ins Haus.
Sollte der Kunde zudem Live-Videos vom Fahrzeug wünschen, läuft der Verkaufsberater mit dem Smartphone ums Auto oder zeigt dem Kunden den Innenraum im Detail. Dies sind nur einige Beispiele, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Diverse Online-Portale wollen dem Handel ebenfalls unter die Armen greifen. So verzichtet beispielsweise die Internet-Plattformen „mobile.de“ und „heycar“ zunächst im April 2020 vollständig auf Inseratsgebühren und bietet ihre Kernleistung kostenlos an. Schließlich lebt das Online-Portal nicht von den zumeist kostenlosen Privat-Anzeigen, sondern hauptsächlich von den gewerblichen Händlern.
Düstere Prognosen
Aufgrund der Corona-Krise befürchtet der bundesweite Autohandel jedoch jetzt schon Folgeschäden in Milliardenhöhe. Ohne massive Liquiditätshilfen seitens der Automobilhersteller, der Automobilverbände oder aber der Regierung sind kleinere Betriebe in ihrer Existenz bedroht. Ohne Schaden wird keiner aus der Krise hervorgehen. Das wissen auch die Automobil-Hersteller und -Importeure. Die haben vereinzelt erste Maßnahmen angekündigt, mit denen sie den Handel finanziell unterstützen wollen.
Autos werden weiterhin repariert
Kfz-Betriebe sind meist nicht komplett von der Schließung betroffen, weil sie mit den Werkstätten als Mischbetriebe gelten. Die eigentlichen Kfz-Werkstätten bleiben bundesweit geöffnet, wenn auch oft zumeist in Notbesetzung, um das eigene Personal so gut wie es geht zu schützen. Hintergrund für viele Betriebe ist die nur schwer durchzuführende Trennung zwischen Verkauf und Werkstatt: Schließlich tragen die sie mit ihren Fahrzeugreparaturen zum Erhalt der Mobilität jedes einzelnen bei und leisten daher einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Ordnung. Sie zählen in Krisenzeiten genauso wie Lebensmittelläden, Apotheken oder Tankstellen zur nötigen Grundversorgung. Doch der Verkauf bleibt geschlossen. Selbst der Ersatzteilverkauf sowie der Verkauf von Zubehörteilen an Kunden erfolgt, wenn überhaupt noch, nur eingeschränkt.
Die Schutzmaßnahmen wurden dagegen in den meisten Betrieben erhöht. Fahrzeugbesitzer, die ihren Wagen zur Inspektion abgeben, finden nahezu die gleichen Bedingungen wie in Supermärkten vor. Damit sich Ansteckungsgefahr minimiert, ist der Kassenbereich zum Virenschutz oftmals mit einer Plexiglaswand abgetrennt. Zudem werden die Kunden mit Markierungsstreifen am Boden aufgefordert, einen gefahrlosen sowie sicheren Abstand zum nächsten Kunden einzuhalten. Trotzdem gilt auch hier die Grundregel: Wer nicht unbedingt mit seinem Auto in die Werkstatt muss, sollte zuhause bleiben. Das bleibt letztendlich der beste Virenschutz.
Zulassungsstellen oft geschlossen
Auf Wunsch liefern die Autohäuser das neue Fahrzeug auch bis direkt vor die eigene Türe an. Sicherheitshalber und vernünftigerweise erst nach Ende der Quarantäne-Zeit. Das Anmelden eines Neu- oder Gebrauchtfahrzeugs macht zur Zeit ohnehin keinen Sinn, da viele Kfz-Zulassungsstellen immer noch nicht digital arbeiten und einfach dicht sind. Zwar arbeiten in Großstädten einige Zulassungsstellen im Notbetrieb. Dort muss aber mit enormen Wartezeiten in Schlangen gerechnet werden, die durch lange Abstände auffallen.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Guido Borck.

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