Bergen

Rügen ist eine touristische Hochburg in Deutschland

Eine Reise an die Ostsee: Mecklenburg-Vorpommern findet immer mehr das Interesse von Ausflüglern und Ferienreisenden. Schließlich bietet das Land neben viel natürlicher Landschaft, Seen und Meer auch viele interessante Orte. Hier ist Landschaft noch erlebbar, wie Dr. Stephan Rudolph, Staatssekretär Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern, erläuterte. Das Jahr 2012 war für die Tourismusbranche im Mecklenburg-Vorpommern mit sieben Millionen Gästeankünften das bisher beste Jahr, wenngleich nur 28.000 Besucher Übernachtungen gebucht hatten. Er wünscht sich, dass die Gäste mindestens 6 bis 7 Tage verweilen, schließlich hat der Tourismus für das Land eine große Bedeutung, da sehr wenig Industrie vorhanden ist. Nicht nur die drei Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin auf Usedom mit ihrer charakteristischen Bäderarchitektur aus dem 19. Jahrhundert versprechen einen erholsamen Urlaub, sondern auch Rügen, die größte Insel Deutschlands. Ihren Namen haben die Kaiserbäder aus der Kaiserzeit, als die vermögenden Feriengäste in den mit Brüstungen, Veranden, Erkern, Türmchen oder Säulen reich verzierten Villen ihren Sommerurlaub verbrachten. Inzwischen gibt es in den drei Badeorten auch moderne Hotels, die nach 1990 erbaut wurden.

Die Insel Rügen gilt als eine der touristischen Hochburgen Deutschlands. Sie ist durch den Rügendamm und die Rügenbrücke über den zwei Kilometer breiten Strelasund mit dem Festland verbunden und deshalb gut erreichbar. Die bekanntesten Ferienorte sind Binz, Sellin und Göhren. Doch nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten, wie Kap Arkona, der 118 Meter hohe Kreidefelsen der Stubbenkammer, der Königsstuhl, oder das Jagdschloss Granitz bei Binz ziehen die Besucher an, sondern auch der „Koloss von Prora“, ein viereinhalb Kilometer langes Bauwerk aus dem Jahr 1936, das in den letzten Jahren wieder zum Leben erweckt wurde.

1939 war jedoch nur der Rohbau fertig, sodass die Ferienanlage niemals als solche genutzt werden konnte. 1945 wurde ein Teilstück der Anlage von der Roten Armee gesprengt, sodass heutzutage noch zweieinhalb Kilometer der Häuserblöcke genutzt werden können. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Prora eine wechselvolle Nutzung. 1943 kamen Ausgebombte aus Hamburg, 1944 wurden einige ausgebaute Blöcke zum Lazarett, später wurden Flüchtlinge aus dem Osten dort untergebracht. Zwischen 1948 und 1953 nutzte die Rote Armee die Anlage, danach die Nationale Volksarmee der DDR; ab 1990 die Bundeswehr, die aber schon 1992 die Anlage aufgab. 1994 bildeten sich private Initiativen, die Museen, Cafés und Galerien einrichteten und Ausstellungen veranstalteten.

Prora wurde 1994 unter Denkmalschutz gestellt. Im Sommer 2011 eröffnete in zwei der Blöcke eine Jugendherberge, die mit 400 Betten die größte Jugendherberge in Mecklenburg-Vorpommern und immer ausgebucht ist, wie Katrin Röder vom Deutschen Jugendherbergswerk berichtete.

Schließlich ist der Ostsee-Strand nur 150 Meter weit entfernt. Mana Peter, Leiterin des Naturerbe Zentrums Rügen, erläuterte den 1.250 Meter langen und in einer Höhe von vier bis 17 Meter gelegenen Baumwipfelpfad, der durch uralten Buchenwald in Prora führt und am 15. Juni 2013 in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eröffnet wurde.

Der Erlebnisweg hat bis zu 6 Prozent Steigung, ist aber barrierefrei, sodass auch ältere Menschen ihn begehen können. Ein Highlight ist der 40 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Turm in Form eines Adlerhorstes, von dem der Blick über den Naturpark Jasmund schweift. Zu sehen sind auch die Feuersteinfelder von Rügen, als „Steinernes Meer“ bekannt, die vor rund 4.000 Jahren durch Sturmfluten hier angelagert wurden und die eine einmalige Sehenswürdigkeit sind. Gleichzeitig wurde eine Erlebnisausstellung konzipiert, die Themen zu Natur und Naturschutz aufgreift. Im Informationszentrum befindet sich eine Gaststätte, die insbesondere regionale Produkte anbietet.

Axel Behring, Projektentwickler der „Meersinfonie“ Prora, berichtete über den Stand der Fertigstellung. Zusammen mit seinem Partner Michael Jacobi wurden zehn Blöcke gekauft und 2012 mit der Planung begonnen. Inzwischen ist der erste Bauabschnitt, Haus „Aurum“, mit 29 Eigentumswohnungen in unverbaubarer Strandlage fertiggestellt. Bis auf vier Wohnungen sind alle bereits verkauft bzw. reserviert. Im Herbst dieses Jahres werden die ersten Eigennutzer oder Feriengäste einziehen. Es folgt jetzt das Haus „Verando“ mit weiteren 28 Wohnungen, die Ende 2014 fertig sein sollen.

Über die „Wasserferienwelt Rügen“ informierte Geschäftsführer Till Jaich, mit deren Bau 1998 begonnen wurde, die auf Pontons errichtet und damals gemäß Landesbauordnung als Boote eingestuft wurden. Inzwischen wurde die Landesbauordnung angepasst und die weiteren zehn Häuser sind jetzt keine Boote mehr, sondern Häuser. Jedes der schwimmenden Ferienhäuser hat einen eigenen Bootsliegeplatz, die auch von Gästen, die keine Wassersportler sind, gebucht werden. Die Häuser verfügen über zwei Geschosse mit Balkon, drei Schlafzimmern und sind 50 qm groß.

Inzwischen sind 14 Pfahlhäuser mit Terrasse, Badesteg und überdachter Loggia hinzugekommen, die 2,50 m ü. NN. Stehen. Zwar hat die Ostsee keine Gezeiten, aber schwankende Wasserstände und dem musste Rechnung getragen werden. Die lichte Deckenhöhe der 40 qm großen Suiten beträgt fünf Meter; die Zimmer sind von außen nicht einsehbar.

Die Auslastung der Häuser betrug im letzten Jahr rund 63 Prozent. Inzwischen sind geräumige Landappartements (110 qm groß) am Wasser entstanden, von denen aus man den Blick auf die nahe Insel Vilm hat. Umweltschutz wird groß geschrieben, weshalb Energie mit einem Blockheizkraftwerk und einer Solaranlage erzeugt wird. Von April bis Ende Oktober können Segelboote gemietet werden, vier Traditionssegelkutter stehen ebenfalls zur Verfügung und auf dem Optimisten-Segelbooten können die Kinder segeln lernen. Der Greifswalder Bodden ist zudem ein Anglerparadies, in dem insbesondere die Hechte beißen. Mit ortsansässigen Heilpraktikerinnen wird in der Wasserferienwelt auch Wellness angeboten. So steht einem abwechselungsreichen Urlaub nichts im Wege.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter ReiseTravelEdelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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