Berlin

1936 wurden die Olympischen Sommerspiele im Olympiastadion Berlin eröffnet

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin: Wenigen wird bekannt sein, dass das Olympiastadion Berlin die älteste Arena der Welt ist, die ständig bespielt wird. Nicht nur große und internationale Fußballspiele finden im Olympiastadion statt, sondern auch Rockkonzerte und Leitathletik-Meisterschaften wie das Internationale Stadionfest (ISTAF) Ende August 2014. Einigen wird noch die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 (FIFA World Cup) in Erinnerung sein, wo das Endspiel Italien gegen Frankreich im Olympiastadion Berlin ausgetragen wurde. Der Berliner Bundesliga-Verein Hertha BSC nutzt das Olympiastadion als Trainings- und Spielstätte.

Entstanden ist das Olympiastadion auf Teilen der 1909 von Otto March erbauten Pferderennbahn im Grunewald. Im Hinblick auf die 1916 in Berlin geplanten Olympischen Sommerspiele wurde im Inneren der Rennbahn das Deutsche Stadion angelegt, dass 1913 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht wurde. Durch den Ersten Weltkrieg fielen die Spiele 1916 aus. Für die Olympischen Sommerspiele 1936 ordnete Adolf Hitler den Bau eines neuen großen Stadions an gleicher Stelle an. Den Auftrag dafür erhielten die Söhne von Otto March, Werner und Walter March. Die Rennbahn und das Deutsche Stadion wurden 1934 abgerissen und der Bau des heutigen Olympiastadions für 100.000 Zuschauer begann. Am 1. August 1936 wurden die Olympischen Sommerspiele im Olympiastadion Berlin eröffnet. Deutschland präsentierte sich als freundlicher Gastgeber. Von der schon damals stattfindenden Unterdrückung Andersdenkender und der beginnenden Verfolgung der jüdischen Mitbewohner Deutschlands bekamen die Besucher der Olympischen Sommerspiele nichts mit. Zu Hitlers grossem Ärger gewann Jesse Owens, ein schwarzer Athlet aus den USA, viermal Gold. Er war einer der letzten, der seine Startlöcher für den Laufwettbewerb (100 m; 200m und 4 x 100 m) noch selbst schaufeln musste. Dafür wurde ihm ein kleiner Spaten mitgegeben. Startblöcke waren bereits erfunden, wurden aber 1936 vom IOC nicht zugelassen.

Neben Fussball und Leichtathletik fanden im Olympiastadion viele Großveranstaltungen statt: 1987 und 2005 das Deutsche Turnfest mit über 100.000 Teilnehmern, das in der Tradition von Turnvater Jahn steht. Im Jahr 1996 kam Papst Johannes Paul II. in das Olympiastadion und begeisterte über 100.000 Gläubige. Am 9. November 1989 kamen rund 60.000 Zuschauer zu einem eher unbedeutenden Fußballspiel in das Olympiastadion. Es spielten Hertha BSC gegen Wattenscheid 09. Aber es war das erste Fußballspiel nach 28 Jahren, das Berliner aus der ehemaligen DDR und Westberlin gemeinsam besuchen konnten und der Jubel darüber war gross. Die älteste Rockband der Welt, die Rolling Stones, trat viermal im Olympiastadion auf; zuletzt im Jahr 2006. Im Jahr 2011 zelebrierte Papst Benedikt XVI. in dem riesigen Oval die Heilige Messe. Seit einigen Jahren findet alljährlich die Pyronale im Olympiastadion statt, bei der sich internationale Feuerwerker miteinander in ihrem Kunst messen. Es ist ein bunter Reigen an Veranstaltungen, bei denen es sich nicht nur um sportliche Wettbewerbe handelt.

Das Olympiastadion sollte nach dem Willen der Nationalsozialisten ein Bauwerk zum Ruhm des tausendjährigen Reiches sein.

Wie sich bei der Sanierung 2001 herausstellte, war auch schon 1936 Pfusch am Bau normal, sodass das Stadion keine tausend Jahre gestanden hätte. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Riesenbau in seiner baulichen Substanz zwar vernachlässigt, von den Berlinern aber geliebt. Im Jahr 2001 begann schließlich die Sanierung und der Umbau des Olympiastadions. Die Tartanbahn wurde abgerissen, der Innenraum wurde drei Meter tiefer gelegt und es entstanden unten zwei zusätzliche Sitzreihen für die Zuschauer. Der Rasen wurde abgetragen und in kleinen Stücken an die Fans verkauft. Besonders begehrt waren Stücke vom Mittelkreis und vom Elfmeterpunkt. Das Olympiastadion erhielt nun ein Dach. Die Vorgabe für die Architekten Gerkan, Marg und Partner war, dass von außen keine Stützen oder sonstige Verankerungen zu sehen sein dürfen. Es war eine Herausforderung an die Statiker, da das Dach kein geschlossener Ring ist, denn das Dach ist am Marathon-Tor unterbrochen. Auch die Verglasung des 72 Meter hohen Daches zum Spielfeldrand hin ist ungewöhnlich. Damit haben über hundert VIP-Lounges feien Blick auf das Spielfeld. Die blaue Laufbahn war gewöhnungsbedürftig, ist aber inzwischen zu einem Markenzeichen für das Olympiastadion Berlin geworden. Unter den Tribünen wurden für die Spieler unter anderem ein 140 Meter langes Laufband sowie eine Aufwärmhalle für die Leichtathleten eingebaut. Das Atrium unter den Tribünen dient der Betreuung der Gäste und bietet eine gehobene Gastronomie, wohingegen das Restaurant für die Zuschauer lediglich Bratkartoffeln und Currywurst im Angebot hat. Im Untergeschoss wurde eine ökumenische Kapelle für beide Konfessionen (evangelisch und katholisch) eingefügt, in welcher der Stadionpfarrer vor jedem Heimspiel des Vereins Hertha BSC eine Andacht hält. Die Kapelle wird auch gern für Hochzeiten und Taufen genutzt.

Der 77 Meter hohe Glockenturm mit der olympischen Glocke bietet einen weiten Rundblick über Berlin. Nach der Einnahme Berlins durch russische Truppen brannte er aus und mit ihm das dort untergebrachte Reichsfilmarchiv. Durch britische Pioniere 1947 gesprengt und abgetragen, wurde er in den Jahren 1960 bis 1962 nach alten Plänen wieder aufgebaut. Nach der Modernisierung im Jahr 2006 befördert ein gläserner Aufzug Interessierte aus aller Welt nach oben. In das Olympiastadion kommen jährlich über 300.000 Besucher, um sich die Anlage anzusehen. Die U-Bahnstation Olympia-Stadion ist circa 500 Meter entfernt und der S-Bahnhof Olympiastadion nur 300 Meter.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

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