Berlin

Das Kongressmotto des diesjährigen Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit lautete; „Gesundheitspolitik, Gesundheitsversorgung, Gesundheitsberufe in Zeiten des digitalen Wandels“.

Kongresspräsident war Ulf Fink, Senator a. D.: Die alljährliche Leitveranstaltung der Branche besuchten mehr als 8.000 Entscheider aus Politik, Verbänden, Gesundheitswirtschaft, Versicherungen, Wissenschaft, Medizin und Pflege. Rund 600 Referenten informierten über neue Entwicklungen in der Medizin.

Eines der Hauptthemen des Kongresses war die Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft. Derzeit halten die digitale Vernetzung von Leistungserbringern, die digitale Speicherung von diagnose- und Behandlungsdaten sowie digitale Begleitung jeglicher medizinischer Entscheidungsprozesse auf breiter Front Einzug in den Arbeitsalltag aller Beschäftigten. Den Eröffnungsvortrag hielt Professor Dr. Roland Eils, Gründungsdirektor und Professor des BIH-Zentrums für Digitale Gesundheit des Berlin Institute of Health und Professor an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Seine Grundlagenforschung hat zum Ziel, für immer mehr Patienten die Wirksamkeit bestimmter Krebsmedikamente vorhersagen zu können. Dafür setzt Eils Methoden der künstlichen Intelligenz und der Big-Data-Analytik ein. Er beklagte in seiner Rede den Rückstand des deutschen Gesundheitswesens in Sachen der Verfügbarkeit digitaler Daten: „Ich würde behaupten, dass ein überzogene Datenschutz jetzt und hier in Deutschland Leben gefährdet“.

Schließlich wurde der Kongress von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Vortrag zu dem Thema „Schritt für Schritt Gesundheit und Pflege besser machen“ eröffnet. Er verteidigte das Tempo, mit dem er die Einführung der elektronischen Patientenakte vorantreibt und verwies auf niedrigere Datenschutzniveaus in anderen Ländern: „Ich möchte einfach nicht warten, bis das alles irgendwie kommt – aus USA oder, noch viel problematischer, aus China“, erklärte Spahn.

Energisch plädierte Spahn für die Einführung einer Pflicht zur Masernimpfung in Krankenhäusern, Kitas und Schulen. Er sei gerade auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf gewesen. „Dass das Ausrotten bestimmter Infektionskrankheiten wie der Masern auf der Welt an Europa und an Deutschland scheitert, das kann und darf nicht sein“.

Die digitale Revolution macht auch vor der Medizin nicht Halt. Bereits seit längerer Zeit werden herzkranke Patienten in Deutschland rund um die Uhr telemedizinisch überwacht. In der Krebstherapie wird bereits Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, Menschen werden von Robotern operiert, die von dafür ausgebildeten Ärzten gesteuert werden. In zwei Jahren will das Uniklinikum Essen das erste voll digitalisierte Smart Hospital des Landes sein. Die elektronische Patientenakte in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)wird in absehbarer Zeit Standard sein. Die niedergelassenen Ärzte sind dann an die Telematikstruktur angeschlossen und können diagnostische Daten online austauschen.

Die Patienten werden eine vollkommen andere Versorgung erleben. Viele Arbeitsplätze im Gesundheitswesen werden in Zukunft anders aussehen als heutzutage. Damit soll eine bessere und menschlichere Versorgung und Pflege gewährleistet werden. Doch nicht nur die Menschen, die in den Gesundheitsberufen tätig sind, werden vor völlig neue Herausforderungen gestellt sein, sondern auch die Politik, den zur Einführung der Digitalisierung gehört auch deren Finanzierung, die sichergestellt werden muss.

Weitere wichtige Themen des Kongress wurden diskutiert: Die Mindestöffnungszeiten für ärztliche Sprechstunden; eine Einschränkung des Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Medikamente, die deutschen Apotheken der Konkurrenz ausländischer Onlinehändler aussetzt sowie ein Implantatregister für Medizintechnikprodukte.

Beklagt wurden von der Ärzteschaft, den Krankenhäusern, den Apotheken und der Industrie die gesetzgeberischen Schnellschüsse, die Überregulierung und die vielen Vorschriften, die kaum zu erfüllen sind und einen Großteil der Arbeitszeit ausmachen, die besser den Patienten gewidmet sein sollte. Auch die Krankenhausvergütung war ein Thema; ebenso wie der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

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