Großräschen

Lausitzer Strukturwandel: Wieder gab es einen historischen Tag für die Lausitzregion in Brandenburg!

Seenland: Der Gräbendorfer See wurde als erster größerer Brandenburger See aus der Bergaufsicht frei gegeben. Mit der Übergabe der rechtlichen Urkunde an die Kommunalpolitik steht das Erholungsgewässer weit offen für den Tourismus. Zugleich auch ein weiterer Schritt für eine noch attraktivere Lausitz, die sowohl für die hier lebenden Menschen als auch für Gäste immer lebenswerter wird.

Lausitz Brandenburg by ReiseTravel.eu

Hafen Großräschen

Garant für diese erfolgreiche Entwicklung des Lausitzer Seenlandes ist die LMBV, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Im jetzt nutzbaren See, dem früheren Gräbendorfer Tagebau, wurden von September 1984 bis Dezember 1992 rund 36,4 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Die „bergrechtliche Wiedernutzbarmachung“ begann durch die LMBV im Jahr 1994 mit der Gestaltung des zukünftigen Uferbereiches und endete im Jahr 2017 mit der Sicherung der letzten Filterbrunnenstandorte.

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Schwimmendes Ferienhaus

Die Flutung startete 1996 und war 2007 abgeschlossen. Der Gräbendorfer See hat eine Fläche von 457 Hektar (zum Vergleich: Großer Müggelsee Berlin: 740 ha). Der See ist bereits heute ein Beispiel für eine gelungene Bergbaufolgelandschaft. Er lädt mit seinen Stränden zum Baden ein und ist auch für viele Cottbuser ein beliebtes Ziel. Außerdem befinden sich hier neben Gastronomie auch eine Tauchschule und erste schwimmende Häuser, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land entstanden sind.

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Übergabe der Urkunde am Gräbendorfer See

Weitere touristische Projekte werden entwickelt. Bereits in Besitz genommen haben das Gewässer die Angler, erste Urlauber im schwimmenden Ferienhaus und Radfahrer um den See.

Und überhaupt: Im Seenland gibt es heute 500 km Wege für Radler und Skater. So trifft man vor Ort auch Gäste aus Polen und Tschechien. In der Brandenburger Lausitz werden aus früheren und jetzt noch aktiven Tagebauen (Jänschwalde und Welzow) Seen mit einer Wasserfläche von insgesamt mehr als 11.500 Hektar entstehen – etwa so groß wie die Müritz. Es wird die weltweit größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft sein. Wie das gegenwärtig abläuft, demonstrieren die LMBV-Spezialisten am ehemaligen Tagebau Greifenhain. Dort erfolgt bei Pritzen die Geländesicherung durch Rütteldruckverdichtung und drohnengesteuerte Überwachung.

Beispiele, wie aus Ideen Innovationen wurden – auf dem Weg zum weiteren Strukturwandel in der Lausitz. Der Drohneneinsatz mit Auswertung der Fa. Milan-Geoservice aus Spremberg erfolgt inzwischen weltweit. Typisch auch für die Region z. Z. der Aufbau von Fracht- und Logistikzentren. Der generelle Strukturwandel wird die Energieorte aber noch einige Jahrzehnte in Atem halten.

Ein wichtiger Baustein und Vorreiter dabei ist der Tourismus. Sichtbar bereits auch in Großräschen am gleichnamigen See mit den IBA-Terrassen und dem neuen Stadthafen mit seinen 100 Bootsliegeplätzen. Hier wird der Wassertourismus eine bedeutende Rolle spielen. Das erste Fahrgastschiff liegt auch schon vor Anker, kann aber erst im Oktober ablegen, da im See vom ehemaligen Tagebau Meuro noch Untiefen zu beseitigen sind…

Und: Großräschen verzeichnet schon jetzt einen kleinen Bauboom. Von besonderem Interesse für Weinliebhaber: der Weinhang von Winzerin Dr. Cornelia Wobar und ihrem Mann Andreas; Brandenburgs einzige offizielle Steillage (30%). Direkt am einstigen Kippenrand wächst ein Wein mit besonderer Qualität, die man schmeckt. Insgesamt fünf Weinsorten werden von den Lausitzer Winzern jedes Jahr gekeltert: Solaris, Cabernet blanc, Johaniter, Pinotin und Pinotin Barrique. Das Motto dazu: „Das Leben ist viel zu kurz, um einen schlechten Wein zu trinken!“. Jedenfalls bleibt absehbar: Die nächste offizielle Freigabe eines Lausitzer Bergbaufolgesees, diesmal des Großräschener Sees, erfolgt in Kürze.

ReiseTravel Service

TMB, Am Neuen Markt 1, D-14467 Potsdam, presse@reiseland-brandenburg.de

Stadt Großräschen, Seestr. 16, D-01983 Großräschen, Dr. Cornelia Wobar, wobar@grossraeschen.de

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Günter Knackfuß. Freier Journalist.

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