Eisenach

Eisenachs berühmte Söhne

Zwischen der Reformation und der Musik gibt es viele Zusammenhänge. In Eisenach spiegeln sie sich in den zwei berühmtesten Söhnen der Stadt wider. Martin Luther war leidenschaftlicher Musiker und Johann Sebastian Bach schöpfte beim Komponieren tief aus seinem protestantisch geprägten Glauben. Beide waren wichtige Impulsgeber für die europäische Musikkultur. Deshalb stehen sie 2012 im Mittelpunkt der kulturellen Veranstaltungen in Eisenach. Gewürdigt wird 2012 auch der Komponist Georg Philipp Telemann, der in seiner Eisenacher Zeit die moderne protestantische Kirchenkantate „erfand“.

Martin Luther, geboren am 10. November 1483 in Eisleben,  besuchte von 1498 bis 1501 die Eisenacher Lateinschule und war Gast der Patrizierfamilie Cotta, deren Haus heutzutage das Lutherhaus ist. Als kleiner Junge zog er mit der „Kurrende“, einem Knabenchor, singend von Haus zu Haus um etwas Geld zu verdienen. 1521 predigte Luther auf der Hin- und Rückreise vom Wormser Reichstag in der Georgenkirche von Eisenach. Am 4. Mai 1521 wurde  er südlich von Eisenach zum Schein gefangen genommen, da er auf dem Reichstag zu Worms von Kaiser Karl V. wegen Ketzerei mit dem Bann belegt wurde und damit „vogelfrei“ war, das heißt niemand durfte ihn beherbergen. Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen ließ Luther auf die Wartburg bringen, wo er als „Junker Jörg“ bis zum 1. März 1522 blieb. Hier übersetzte er das Neue Testament aus der griechischen Fassung in nur elf Wochen in die deutsche Sprache. Luther kam in späteren Jahren noch einige Male zu Besuch nach Eisenach.

Johann Sebastian Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenach geboren und am 23. März in der Georgenkirche getauft  Er besuchte ab 1693 die gleiche Lateinschule wie einst Martin Luther und sang gleichfalls in der Eisenacher Kurrende sowie im Chorus musicus der Georgenkirche.

Das Chorgestühl, auf dem der 14jährige Luther wie auch der 9jährige Bach gesessen haben könnten, ist noch heute in der Georgenkirche zu sehen. Ab 25. Februar 2012 ist im Bachhaus Eisenach die Sonderausstellung „Bach, Luther und die Musik“ zu sehen. Luther, der an der Erfurter Universität Musik und Kontrapunkt studiert hatte und selbst die Laute spielte, rückte den Gemeinde- und Chorgesang in den Mittelpunkt des lutherischen Gottesdienstes und schuf so die Voraussetzungen für Bachs spätere Tätigkeit als Kantor und Organist. Als bedeutender protestantischer Liederdichter neben dem späteren Paul Gerhardt schuf Luther 38 Kirchenlieder, von denen Bach wenigstens 30 vertonte.

Georg Philipp Telemann (1681-1767) rückte erst spät wieder ins öffentliche Bewusstsein. Dabei war er zu Lebzeiten berühmter als Bach! Telemann wirkte in Eisenach als Konzert- und später als Hofkapellmeister. Er kam Anfang Dezember 1708 mit 27 Jahren nach Eisenach und heiratete hier ein Jahr später. In seiner Eisenacher Zeit als Kapellmeister entstanden viele Werke der Instrumental- und Kirchenmusik. Als er 1712 Eisenach verließ, komponierte er weiter komplette Kantaten-Jahrgänge, die dann in der Georgenkirche uraufgeführt wurden. Eisenach kann damit als Wiege der neueren protestantischen Kirchenkantate gelten. Am 29. Januar 2012 findet um 10 Uhr in der Georgenkirche in Eisenach „Der harmonische Gottesdienst“ mit Telemann-Kantaten statt, der in der Folge einmal monatlich durchgeführt wird. 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.


 

Edelgard RichterEdelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: B & B intern

 

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